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Literatur. Fantasy. Fandom.

Spieleserie – Teil 2: Bilde (d)eine Gemeinschaft

Der Herr der Ringe LCG - Das Kartenspiel

Welcher Tolkienist kennt diese Situation nicht? Hat man alle Bücher des werten Professors bereits gelesen, ist der Hunger nach Tolkiens Geschichten meistens noch nicht gestillt. Wem das wiederholte Lesen nicht ausreicht und wem Rollenspiele sowie das Erfinden eigener Geschichten zu zeitintensiv sind, dem bietet sich eine weitere Möglichkeit:

„Der Herr der Ringe LCG – Das Kartenspiel“ lädt den Spieler ein, eine noch nie dagewesene Gemeinschaft zu bilden und neue Abenteuer in Mittelerde zu erleben. Die Abkürzung LCG im Titel steht für Living Card Game. Das heißt, es werden kontinuierlich neue Szenarien bzw. Spielkarten für das Spiel entwickelt. Der Spieler kann also, wenn er weitere Geschichten entdecken möchte, sein Basisspiel ständig ergänzen. Mittlerweile gibt es drei sogenannte Zyklen, deren Abenteuer jeweils im Düsterwald, in den Höhen und Tiefen des Nebelgebirges und in Gondor spielen. Darüber hinaus ist bislang der erste Teil einer Saga-Erweiterung in deutscher Sprache veröffentlicht worden, in welcher die Ereignisse aus Der Hobbit nachgespielt werden können. Weitere Inhalte sind bereits in Arbeit. Der Inhalt jeder Erweiterung ist feststehend.

Das Kartenspiel aus dem Hause von Fantasy Flight Games, dessen deutsche Ausgabe im Heidelberger Spieleverlag erschienen ist, kann wohlbemerkt allein (!) sowie zu zweit gespielt werden. Bevor ein Spieler sich den bösen Mächten Saurons entgegenstellen kann, braucht er jedoch eine Heldengemeinschaft. Neben bekannten Charakteren wie Aragorn, Legolas und Gimli stehen dem Spieler im Basisspiel aber auch weniger populäre Figuren wie zum Beispiel Dúnhere oder Glóin zur Verfügung. Diese Helden sind je nach ihren Fähigkeiten vier unterschiedlichen Fertigkeitssphären zugeordnet: diese sind Führung, Wissen, Taktik und Geist. Ein Held, der beispielsweise der Führungssphäre angehört, kann die Gruppe durch seine charismatischen Züge beeinflussen und besitzt eine Fähigkeit, die die Motivation der Gruppe fördert. Helden der Taktik-Sphäre eignen sich hingegen besonders dazu, Kämpfe geschickt zu meistern und Herausforderungen, die sehr strategischer Natur sind, leichter zu überwinden. Welche Helden sich ergänzen und welche zusammenpassen, kann der Spieler selbst herausfinden. Hier sind nahezu keine Grenzen gesetzt.

Nachdem der Spieler eine stimmige Truppe zusammengestellt hat, benötigt er für diese Gemeinschaft auch ein zu den jeweiligen Heldensphären passendes Kartendeck, mit dem die Spieler agieren können. Diese Deckkarten beinhalten besondere Fähigkeiten, Verbündete, die die Gemeinschaft erweitern können sowie Waffen und andere Gegenstände, die die Fähigkeitswerte der Helden modifizieren. Um die Karten ausspielen zu können, müssen sogenannte Ressourcenmarker der jeweiligen Kartensphäre bezahlt werden. Je nach Stärke variieren die Kosten der Deckkarten. Pro Runde bekommt jeder Held einen Ressourcenmarker. Das Kartendeck jedes Spielers ist auf 50 Karten begrenzt, sodass man gut bedenken sollte, welche Karten miteinander harmonieren und welche sich für das Abenteuer anbieten. Natürlich sind auch hier die Variationsmöglichkeiten beinahe unbegrenzt.

HerrderRinge_LCG_Spielaufbau

Nun kann das Abenteuer beginnen! Der Spieler stellt sich einem sogenannten Begegnungsdeck, von dem Runde für Runde je nach Spieleranzahl eine bestimmte Anzahl Karten aufgedeckt wird. Dies simuliert den Verlauf einer Herausforderung und beinhaltet Feinde, denen sich die Helden stellen, besondere Ereignisse sowie Orte, zu denen die Gefährten reisen müssen. Bei der Überwindung dieser Begegnungsdeck-Karten sammelt der Spieler Fortschrittsmarker. Ziel des Spiels ist es, möglichst schnell, möglichst viele dieser Fortschrittsmarker zu erlangen, um im Abenteuer voranzuschreiten. Das Spiel wird zeitlich durch einen sogenannten Bedrohungszähler in Sauron-Optik begrenzt. In jeder Runde wird der Zähler um eins erhöht. Zusätzlich steigt der Bedrohungsgrad aber auch, wenn die Helden nicht schlau genug antizipieren. Bis der Zähler die 50 erreicht, muss das Abenteuer bestanden sein. So kann es oftmals zu einem dramatischen Wettlauf mit der Zeit kommen.

Die Spielregeln von „Der Herr der Ringe LCG – Das Kartenspiel” sind prinzipiell simpel. Wer jedoch ein gut aufeinander abgestimmtes Kartendeck mit unterschiedlichen Sphärenkarten zusammenstellen möchte, braucht erst etwas Erfahrung und sollte alle Kartentexte, die zum Teil auch etwas komplexer sind, gut verinnerlicht haben. Für ein Spontanspiel eignet sich „Der Herr der Ringe LCG – Das Kartenspiel“ deshalb nur bedingt. Anfänger sollten bei den ersten Partien eine einheitliche Heldensphären-Gemeinschaft spielen und so alle Kartensphären nacheinander besser kennenlernen. Die Spielkartenoptik besticht durch sehr stimmungsvolle Bilder verschiedener Künstler. Viele Karten sind zusätzlich mit einem passenden Zitat aus Tolkiens Romanen versehen, was das Gesamtbild angemessen abrundet. Der große Vorteil von „Der Herr der Ringe LCG – Das Kartenspiel” ist aber definitiv, dass man es auch allein spielen kann. Ein Abenteuer wird dann zwar etwas schwieriger, aber der Erfolg bleibt trotzdem im Bereich des Möglichen.

Bei wem das Spiel Interesse geweckt hat, kann die Spielregeln vorab auf der Seite des Heidelberger Spieleverlages als PDF herunterladen. „Der Herr der Ringe LCG – Das Kartenspiel“ ist für etwa 29.95 € im Handel erhältlich. Viel Freude beim Entdecken und vielleicht auch mit einer nie dagewesenen Gemeinschaft!

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