Der Ringkrieg (2. Edition)

Der Ringkrieg (2. Edition)

Merchandise, Merchandise, Merchandise…

Zum Herrn der Ringe existieren ohne Frage Unmengen davon, darunter selbstverständlich auch Spiele. Diese bieten jedoch oft nur eine unbefriedigende Adaption der Bücher. Anders ist das angeblich mit dem Brettspiel Der Ringkrieg (2. Edition). Dieses versucht, die Kernproblematik der Bücher aufzugreifen und umzusetzen, dabei liegt der Fokus auf den gleichen Themen wie in den Büchern. Unterschied zu diesen ist natürlich, dass der Spieler die Kontrolle über die Ereignisse übernimmt.

Das Spiel ist auf zwei Personen ausgelegt, bietet jedoch die Möglichkeit, auch mit drei oder vier Spielern das Erlebnis zu teilen, indem diese sich zu den zwei Parteien zusammenschließen. Unterteilt wird hierbei in die „Freien Völker Mittelerdes“ und die „Streitkräfte des Schattens“. Zu Beginn des Spiels sind die Armeen der Freien Völker über Mittelerde verteilt, während die Streitkräfte des Schattens bereits versammelt und für den Krieg bereit sind. Sie wollen Mittelerde erobern. Das Spiel bietet mehrere Möglichkeiten für beide Seiten zu gewinnen. Die freien Völker können entweder durch die Zerstörung des Rings oder aber durch eine erfolgreiche, militärische Kampagne gewinnen, während die Schattenspieler sowohl auf die Korruption des Ringträgers als auch auf den Sieg über die freien Völker setzen können.

Durch ein kartengesteuertes Eventsystem können mithilfe der Aktionswürfel verschiedene Ereignisse ausgelöst werden. Sie repräsentieren verschiedene Details aus den Büchern, wie zum Beispiel das Erwachen der Ents oder den Einsatz der Armee der Toten. So sind fast alle Aspekte der Bücher auf irgendeine Art und Weise im Spiel abgebildet. Im Gegensatz zur literarischen Vorlage ist jedoch nicht vorgeschrieben, zu welchem Zeitpunkt die Ereignisse eintreten müssen. Je nach Spielverlauf kann Gandalf dem Balrog zum Opfer fallen oder Wegbegleiter des Ringträgers werden. Trotz dieses großen Freiraums ist das Spiel tief im Quellenmaterial verwurzelt und versucht, mit fast jedem Ereignis wieder Bezug darauf zu nehmen.

Einziger Wermutstropfen an der ganzen Sache ist der Preis, der mit 70€-100€ für ein dreistündiges Spiel eher an der oberen Grenze liegt. Dass man im Herr-der-Ringe-Fandom jedoch viel Geld lassen kann, haben wir ja in den letzten Wochen ausführlich beschrieben.

Erschienen ist das Spiel in der zweiten Edition im Heidelberger Spieleverlag. Und wer sich gerne noch weiter informieren oder sich mit anderen Spielern vernetzen will, dem sei die Seite von Ralf Schemmann ans Herz gelegt. Obwohl das Spiel bereits 2012 erschien, ist vor allem die englische Community noch sehr lebendig, sie tauscht sich hauptsächlich auf Facebook aus, während die deutsche Spielgemeinschaft wesentlich kleiner und im Spieleteufel Forum zu finden ist. Wer bereits mit dem Spiel vertraut, aber noch nicht in der Community unterwegs ist, den dürfte besonders interessieren, dass die englische Seite BoardGamesGeek ein- bis zweimal jährlich ein internationales Ringkrieg-Turnier austrägt. Die Ergebnisse von diesem Jahr sind hier zu finden.

So stellt sich nun die Frage: Wie würde Euer Ringkrieg verlaufen?

 

Nachfolgend seht Ihr ein paar Spielfiguren aus der Sammlung von Ralf Schemmann, welche dieser in jahrelanger Arbeit selbst bemalt hat.

bemalter Baumbart

Baumbart (bemalt)

Legolas, Boromir, Gimli (bemalt)

Legolas, Boromir, Gimli (bemalt)

Zwerge (unbemalt)

Zwerge (unbemalt)

 

Foto Cover: Heidelberger Spieleverlag Pressefoto

Foto Spielfiguren: Ralf Schemmann