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Literatur. Fantasy. Fandom.

Nachlesen – Tolkien Lesetag 2011

Wir haben für Euch ein paar Bilder und Stimmen zu den Veranstaltungen rund um den Tolkien Lesetag am 25. März 2011 gesammelt. Die Fotos stammen jeweils von den Berichtenden.

Auftaktveranstaltung Kassel

Am 3. März 2011 haben wir, der Kassler Tolkienstammtisch Chassalladhrim, eine Lesung mit musikalischen Zwischenspielen in der Stadtbibliothek Kassel gegeben. Sechs Vortragende haben acht verschiedene Textpassagen zum Besten gegeben: Von den Verschollenen Geschichten, über das Silmarillion und den Herrn der Ringe, den Hobbit bis hin zum Schmied von Großholzingen. Gelesen haben wir Stellen, die uns persönlich berührt haben und immer noch berühren. Das Vorlesen allein hat bereits unednlich viel Spaß gemacht, noch toller war, dass das Publikum, obwohl nicht groß, sehr interessiert war und anschließende Fragen eine Diskussion hervorgerufen hat.

Elena

Lesetag Karlsruhe

Unser Tolkien Lesetag war ein voller Erfolg! Die Buchhandlung Mende hatte uns im Verkaufsraum ungefähr 15 Stühle hingestellt und einen Lesesessel für den Vortragenden. Um 16.10 Uhr war klar: Wir müssen anbauen! Die Zahl der Gäste überstieg mit etwa 25 bei weitem unsere Erwartungen. Aus den Reihen unseres Stammtisches (aktuelle und künftige Mitglieder) kamen unsere Vorleser, jeder lauschte gebannt und ließ sich ins Auenland und nach Rohan entführen, erfuhr aus Tolkiens Briefen über seinen Einfluss auf Übersetzungen seines Werks zu jener Zeit oder amüsierte sich über die Abenteuer eines frechen Terriers, der einem Zauberer ins Hosenbein gebissen hatte.

Der Buchhandlung Mende möchten wir an dieser Stelle noch einmal danken für ihre Unterstützung und Bewirtung. Wir freuen uns bereits auf kommende Veranstaltungen in dem renommierten Geschäft in der Karlstrasse. Eines steht jetzt schon fest: Wir werden 2012 wieder zum Tolkien Lesetag nach Karlsruhe laden!

Daniela Schreiber

Lesetag Oberhausen

Die Buchhandlung Zweitbuch von Lars Baumann war das zweite Mal Gastgeber für den Tolkien-Lesetag und konnte in den begrenzten Räumlichkeiten wieder gut 20 Zuhörerinnen und Zuhörer unterbringen, die aufmerksam bei der Sache waren. Ich hatte aber auch leichtes Spiel, denn Myk Jung las vor mir auf seine unnachahmliche Art aus dem Herrn der Ringe und dem Silmarillion und das Publikum war entsprechend gut drauf.

Ich hatte schon Sorge, dass ich mit meinem Beitrag nun doch sehr abfallen würde, denn jetzt wurde es doch weitaus weniger kurzweilig, da es mir darauf ankam, in meiner Lesung eine Verbindung von dem realen Leben des Professors und seinem Werk herzustellen. Aber es war wohl noch erträglich, denn alle hörten weiter zu.

Ich las zuerst aus dem Kapitel “Über Hobbits” die Charakterisierung der Hobbits und erklärte die Verbindung zu Tolkiens persönlichem Hintergrund der in seiner Kindheit wurzelnden Liebe zum englischen Landleben. Dann folgte eine Lesung eines Teils des berühmten Briefes 165 an Houghton Mifflin, wo er verschiedene Gründe dafür angibt, warum er Mittelerde erfand. Das wurde ergänzt durch kurze Zitate aus den Briefen 142 uns 131, um noch deutlicher zu zeigen, dass es den ‘einen’ Grund nicht gab, sondern, dass es vielfältige Motive waren, die Mittelerde entstehen ließen.
Gründe allesamt, die in der engen Verbindung von Realität und phantastischer Welt liegen, die zeigen, dass die Phantastik gar nicht phantastisch ist, weil sie doch nur in überhöhenden Metaphern Themen des realen Lebens aufgreift und aus neuen Blickwinkeln beleuchtet. Dass man das bei Tolkien besonders gut für die gesamte Fantasy, Science Fiction und sonstige Phantastik sehen kann, kam meinem Eindruck aus der kurzen folgenden Diskussion nach gut zum Ausdruck.

Schade nur, dass ich dann schon wieder fahren musste und die folgenden Lesungen verpasste, die sich, wie ich höre unter reger Anteilnahme noch eine ganze Weile fortsetzten. Bis zum nächsten Reading Day,

Frank Weinreich

Lesetag Hannover

Tolkien in einer Buchhandlung? Klingt nicht allzu besonders, schließlich stehen hier meist sämtliche seiner Werke. Dass aber laut daraus vorgelesen wird, ist dann doch mal was anderes.

Die Schwierigkeit lag vor allem darin, passende Stellen zu finden. Natürlich ist ein Epos wie der Herr der Ringe ein fantastisches Werk, um daraus vorzulesen – wenn man denn viel Zeit hat. Muss man sich jedoch auf vielleicht zehn Minuten begrenzen, die den Zuhörer fesseln sollen, dann ist umfangreiche Recherche angesagt. Hinzu kommen Einleitungen und Zusammenfassungen, schließlich wird man kaum voraussetzen können, dass ein jeder “seinen Tolkien” so parat hat, dass er quasi überall in die Handlung einsteigen kann. Noch herausfordernder wird das Ganze, wenn es um die weniger bekannten Werke Tolkiens geht, die nicht so weit verbreitet sind. Da hört denn vielleicht auch der eingfleischtere Fan etwas genauer hin, wenn Drachen mit schwer aussprechbaren Namen übers Land ziehen (wie im Schmied von Groß-Holzingen) oder die vorgetragene Geschichte sogar etwas abstrakter wird (wie im “Blatt von Tüftler”).

Da hat es fast schon etwas Journalistisches, wenn man beispielsweise die Reise der Ringgemeinschaft in zwei bis drei knackige Sätze zusammenfassen muss, weil man die Ereignisse in Moria vorlesen möchte. Worum geht es, wer ist wer, was ist das Ziel und wieso steht was fest? In der Tat das Kleine Einmaleins der schreibenden Zunft, wenn man so darüber nachdenkt. Natürlich darf auch das eine oder andere unbekannt bleiben, schließlich soll die zu Gehör gebrachte Stelle Lust auf mehr machen und zum selbständigen Lesen Laune machen.Seit den überaus erfolgreichen Verfilmungen des “Herrn der Ringe” haben die meisten schon von Mittelerde gehört, und wenn plötzlich so bekannte Namen wie “Gandalf”, “Gollum” oder Frodo fallen, dann bleibt der eine oder andere auch schon mal stehen, obwohl er vielleicht etwas ganz anderes vorhatte, als er am 25. März die hannoversche Traditionsbuchhandlung Schmorl und von Seefeld betrat. Und wer Zeit hatte, der hörte auch mehr als mit nur halbem Ohr hin, als wir vom Tolkien Stammtisch Hannover die speziell ausgesuchten und recherchierten Fragmente aus Tolkiens werken abwechselnd vorlasen. Vielleicht haben wir auch Erstaunen oder Neugier ausgelöst, dass Tolkien auch noch ganz andere Geschichten zu Papier gebracht hat – und sogar solche, in denen Mittelerde überhaupt nicht vorkommt!

Überhaupt: Erstaunen ist das Stichwort. Viele zeigten sich erstaunt, dass da während ihres Einkaufs Menschen zu sehen waren, die laut aus Büchern vorlasen – und das sogar mit Deko und Mikrofon. Hätte das potenzielle Publikum mehr davon gewusst, wären möglicherweise sogar die Stühle knapp geworden. Aber es war wohl bei allen Beteiligten ein wenig das vorsichtige Antesten der Wassertemperatur mit dem großen Zeh. Es stellte sich als überraschend angenehm heraus, man hätte also – um im Bilde zu bleiben – auch die Badehose mitbringen können. Aber das kann ja alles noch beim nächsten Mal kommen. Immerhin wissen wir jetzt, welche Punkte von ganz allein laufen und an welchen man noch ein bisschen Hilfestellung geben muss.

Für den allerersten Tolkien Lesetag in Hannover war das eine saubere Leistung – aber schließlich lässt sich ja alles noch viel besser machen. Damit haben dann alle noch viel mehr davon. Der Stammtisch Hannover jedenfalls dankt Schmorl und von Seefeld für die freundliche und unkomplizierte Zusammenarbeit.

Ulrich Hacke

We have collected a few impressions, visual and written, from our Tolkien Reading Day on 25 March 2011.

See German version of this article for pictures.

1 Kommentar

  1. Glückwunsch an Karlruhe und Oberhausen für ihre gelungenen Veranstaltungen. Ich habe in Hannover gebannt beim Vorlesen der Zerstörung des Ringes zugehört, obwohl ich doch weiß wie es ausgeht.

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