Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern. Schuld war Amazon, die ein neues Tolkien-Buch in den Katalog aufnahmen. Um den 29. März fiel es zuerst unseren Freunden aus Italien auf. Mittlerweile ist offiziell, was am 30. August 2018 (manche Quellen nennen auch den 23. August) erscheinen soll, und das, obwohl Christopher Tolkien im letzten Werk (Beren und Luthien) mitgeteilt hatte, es sei wohl sein letztes Buch.

Das nun erscheinende Werk ist die Erweiterung eines Kapitels aus dem Silmarillion und für  Tolkien eine eigenständige Geschichte. In dem Kapitel XXIII Von Tuor und dem Fall von Gondolin geht Tolkien auf das Thema des Falls der verborgenen Elbenstadt Gondolin ein. In dem nicht sehr langen Kapitel geht es vorrangig um die zweite Vereinigung zwischen Elben und Menschen: Tuor (ein Mensch) aus dem Dritten Haus der Edain und Turgons Tochter Idril (eine Elbin). So schrieb Tolkien im Silmarillion:

Von den Taten verzweifelten Muts, welche die Häupter der edlen Häuser und ihre Krieger dort leisteten, nicht zuletzt Tuor, wird ausführlich im Fall von Gondolin erzählt: wie Ecthelion von der Quelle auf dem Platz vor dem Königshause mit Gothmog, dem Fürsten der Balrogs, kämpfte und beide einander erschlugen, und wie Turgons Turm von den Männern seines Hauses verteidigt wurde, bis man den Turm umwarf.

J.R.R. Tolkien

Das Silmarillion

Jetzt als aufbereitetes Werk

Die Geschichte vom Fall Gondolins veröffentlichte sein Sohn Christopher Tolkien im Jahr 1984, im zweiten Band der Verschollenen Geschichten von Mittelerde („The History of Middle-earth). Auf beinahe 80 Seiten (davon 23 Seiten Notizen und Kommentare) fasste Christopher die Erzählung seines Vaters zusammen. Eine Geschichte, die Tolkien immer wieder umschrieb und ergänzte. Interessant ist, dass Christopher Tolkien überhaupt noch ein Buch veröffentlicht. Denn in dem wohl berührendsten Prolog, den wir je gelesen haben, schrieb er: 

Im Alter von dreiundneunzig Jahren ist dies (vermutlich) mein letztes Buch in der langen Reihe von Editionen der Schriften meines Vaters, meist zuvor unveröffentlicht, und als solches von etwas ungewöhnlicher Art

Christopher Tolkien

Beren und Lúthien

Nach der Präsentation von Beren und Lúthien hat Christopher Tolkien in dieser Ausgabe von The Fall of Gondolin die gleiche Editionsweise von der „Geschichte in der Reihenfolge“ verwendet. Es werden also alle Versionen der Geschichte aufbereitet und kommentiert in einem Werk zusammengefasst. So können wir bei einer weiteren Geschichte Tolkiens den Entstehungsprozess verfolgen.

Auch beim Thema Design gibt es Parallelen zu Beren und Lúthien. So stammen die Zeichnungen auch dieses Mal wieder von Alen Lee. Sie wurden nach unseren Informationen auch wieder extra für das Buch angefertigt. 

Deutsche Ausgabe?

Die ersten zwei Bände der History of Middle-earth wurden Ende der 1990er von Hans J. Schütz ins Deutsche übersetzt. Eine Neuauflage erschien 2011 und somit auch die Geschichte „Der Fall von Gondolin“. Dennoch haben wir bei unseren Kontaktpersonen beim deutschen Tolkien-Verlag Klett-Cotta nachgefragt. Hier gab man sich bedeckt und teilte uns mit, dass man „[…] zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts sagen“ könne. Es könnte also gut sein, dass es, wie bei Beren und Lúthien, auch eine deutsche Ausgabe geben wird.

Tag(s)

:

Stunde(N)

:

Minute(N)

:

Sekunde(N)

Produktinformation- Hardcover

Preis: 20 Pfund
Seiten:  304 Seiten
Herausgeber: Christopher Tolkien
Autor: J.R.R. Tolkien
Verlag:  HarperCollins Publishers Ltd
Sprache: englisch
ISBN: 978-0008302757

Produktinformation Deluxe

Preis: 62,65 Pfund
Seiten:  304 Seiten
Herausgeber: Christopher Tolkien
Autor: J.R.R. Tolkien
Verlag:  HarperCollins Publishers Ltd
Sprache: englisch
ISBN: 978-0008302764

Credits

Titelfoto: Harper Collins
Christopher Tolkien – Credit François Deladerrière – © The Tolkien Estate Limited 2016