Statement zum größten Ring-Spektakel der Welt

Am 23. August 2015 fand in der Berliner Waldbühne das nach Aussagen des Veranstalters „größte Herr-der-Ringe-Spektakel der Welt“ statt: Ein Konzert mit Musik aus Der Herr der Ringe und Der Hobbit, epische Show-Einlagen und anschließend das gemeinsame Anschauen des Filmes Die Gefährten unter freiem Himmel.

Die Wachen Minas Tirith haben Baradur erklommen und die Fahne gehisst.

Die Wachen Minas Tirith haben Baradur erklommen und die Fahne gehisst.

Beworben wurde die Veranstaltung mit „[…] de[m] weltweit größten Ansturm von Orks, Elben, Hobbits und fliegenden Reitern! Zum Abschluss der Film-Saga feiern alle Fantasy-Freunde das größte Herr der Ringe-Fest der Welt […]“. Davon war aber nichts zu sehen und viele Zuschauer sind enttäuscht. Zudem gab es nur sehr wenige Möglichkeiten, sich im Vorfeld über das Event zu informieren.

Die Deutsche Tolkien Gesellschaft war mit einem eigenen Stand vor Ort und wir haben dabei viel von der Enttäuschung und dem Unmut der Festival-Besucher mitbekommen. Zudem waren wir Kooperationspartner (nicht Mit-Veranstalter!) des „Spektakels“ und haben dieses auf unseren eigenen Veranstaltungen sowie online beworben.
Wir möchten uns daher dazu äußern.

Die DTG war im Vorfeld nur in geringem Maße involviert. Die Veranstalter traten an uns heran und baten um Unterstützung und Ratschläge, welche wir gerne gaben. Wie immer auf ehrenamtlicher Basis. Leider wurden unsere Ideen weder wahrgenommen noch umgesetzt. So hatten wir weit im Voraus u.a. die Kontaktdaten vieler Gewandungs- und Reenactment-Gruppen weitergegeben, mit denen wir seit Jahren gut zusammenarbeiten. Leider ohne Wirkung.

Das Ergebnis war ein Konzert von hochkarätigen, professionellen Musikern, die mit schlecht abgemischter Technik arbeiten mussten, einige sehr aufwändig Gewandete, die keine genauen Instruktionen zum Ablauf bekommen hatten, und eine Filmvorführung auf einer Leinwand, die selbst bei Dunkelheit noch zu hell ausgerichtet war.

 

Das Tolkien Ensemble

Das Tolkien Ensemble

Diejenigen, die sich auf ein Konzert des Tolkien Ensembles und des Hollywood Orchestras inkl. Chor gefreut hatten, sind auf ihre Kosten gekommen, denn die renommierten Künstler waren mit ganzem Einsatz dabei und machten das Beste aus der Situation. Diejenigen Besucher aber, die (wie beworben) auf spannende Schaukämpfe zwischen Orks und freien Völkern warteten, auf berittene Truppen, die mit Fanfaren die Waldbühne erstürmen und andere Show-Effekte, wurden dementsprechend enttäuscht und verließen frühzeitig die Veranstaltung.

 

Moderator John Callen Darsteller des Óin in den Hobbit-Filmen

Moderator John Callen Darsteller des Óin in den Hobbit-Filmen

Auch John Callen (Darsteller des Óin in den „Hobbit“-Filmen) konnte mit seinen sehr erhellenden und lustigen Anekdoten vom Filmdreh das Publikum nicht begeistern, da der englische Vortrag ohne Übersetzung gerade für Familien mit Kindern wenig Unterhaltsames bot und die vielen Witze und Wortspiele einfach nicht verstanden werden konnten.

Uns bleibt an dieser Stelle nur zu sagen: Wir finden es schade, dass so viel Potential (von Seiten der Veranstalter) nicht genutzt und das Event falsch beworben wurde und so viele Menschen enttäuscht nach Hause gefahren sind. Das Tolkien Ensemble und das Hollywood Orchestra haben sehr gute Arbeit geleistet, was trotz schlechter Technik zu hören war.

Blick auf den Rasen mit den Gewandeten

Blick auf den Rasen mit den Gewandeten.

Wir möchten uns bei allen bedanken, die an unserem Stand vorbeigeschaut haben, der zu allen Zeiten sehr gut besucht war. Wir haben viele anregende und sehr nette Gespräche geführt und viele tolle Menschen kennen gelernt. Danke auch an diejenigen, die zwar bei uns ihren Unmut und ihre Kritik losgeworden sind, aber auch Verständnis dafür hatten, dass wir nicht nicht weiterhelfen konnten, eben weil wir nicht zu den Veranstaltern gehörten.

Fotos: Tobias M. Eckrich (Weitere folgen!)