Terry Pratchett“DON’T THINK OF IT AS DYING, said Death. JUST THINK OF IT AS LEAVING EARLY TO AVOID THE RUSH.”
― Sir Terry Pratchett, Good Omens ―

Am 12. März 2015 verstarb im Alter von nur 66 Jahren Sir Terry Pratchett, für mich ist die Welt ein bisschen flacher geworden. Ich hatte das große Glück, mich mit ihm mal in Ruhe auf der Elf Fantasy Fair in den Niederlanden zu unterhalten. Ehrlich gesagt hatte ich nicht sofort begriffen, wer er war. Er war stets jemand, der sich Zeit für seine Fans genommen hat. Egal, ob es das Beantworten von Fragen war, auch wenn die Zeit schon vorbei war, oder aber das Besuchen des eigenen Fanclubs hier in Deutschland.

Inspiriert wurde er in seinem Verhalten und Schreiben von Tolkien. In einem Interview mit der New York Times 2014 wurde er gefragt: „Wer ist Ihr Lieblings-Fantasy-Autor?“ Seine Antwort darauf: „J. R. R. Tolkien. Ich schrieb ihm einen Brief und bekam eine sehr nette Antwort. Man denke nur, wie beschäftigt er gewesen ist, und doch nahm er sich die Zeit, um einem Fan zu schreiben.“ Die nahm sich Pratchett auch für seine Fans. Bis zum Ende.

Das ist aber nicht das Einzige, was ihn mit Tolkien verbindet. Wenigstens zum Teil begannen seine Scheibenwelt-Romane als Parodien auf Tolkien und enthalten auch nach wie vor Anspielungen auf seine Werke. Wie zum Beispiel in der folgenden Passage aus dem Buch ‚Voll im Bilde‘ von Terry Pratchett:

‚Verdammt!‘, fluchte der Alchemist. Grummelnd fügte er hinzu: ‚Na schön, dann nehmen wir uns eben die nächste Kampfszene vor … Also los. Victor tritt jetzt gegen den schrecklichen Balgrog an.‘ ‚Balgrog?‘, murmelte Tugelbend skeptisch.

Manch einer sagt sogar, dass die Zwerge bei Pratchett eine Weiterentwicklung von Tolkiens Zwergen sein könnten.

 

Dass er Tolkien stets nahe war, machte er auf manch provokative Art und Weise deutlich:

tolkiens dead hi, im terry pratchett

Aber auch mit einer Geschichte im Buch Tolkiens Erbe: Elfen, Trolle, Drachenkinder von Terry Pratchett, Ursula K.Le Guin und anderen Weltenschöpfern. Oder aber durch einen Essay in dem Buch Tolkiens Zauber, worin er sich als früher Fanfiction-Schreiber outet.

In einem Interview bei gamesradar.com 2008 wurde er gefragt, warum er sich unwohl fühle, Tolkien an der Spitze abgelöst zu haben. Die Antwort zeugt von seiner tiefen Bescheidenheit: „Ich glaube, Tolkien wird man noch in hundert Jahren kennen und lesen; er wird relevant sein, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das auch sein werde.“ Das kann ich so nicht unterschreiben.

Auf seinem offiziellem Twitter Account hieß es:

Hoffen wir, dass es dieses Mal nicht wieder heißt: „Dieses eine Mal schien Tod nicht zu lächeln“ (Rollende Steine). Du wirst mir fehlen, aber ich erfreue mich umso mehr an den Geschichten, die Du uns geschenkt hast.

Portrait: CC-BY-SA Myrmi