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Literatur. Fantasy. Fandom.

Stargast beim Tolkien Thing: Cor Blok

Neben den vielen Tolkien-Experten und -Künstlern aus unseren eigenen Reihen, wird Tolkien-Illustrator Cor Blok beim Tolkien Thing vom 12.-15. Juli 2012 auf Burg Hessenstein mit dabei sein.

Über sich selbst schreibt der Künstler, der Tolkien übrigens selbst getroffen hat, mit ihm korrespondierte und von dem Tolkien einige Gemälde kaufte:

Immer seit meinem Studium an der Akademie für bildende Künste habe ich mich mit ‚bildnerischer Stenographie‘ beschäftigt, d.h. mit Methoden, vermittelst Bilder zu erzählen und dabei möglichst ökonomisch mit den Mitteln – Form, Farbe, Fläche – umzugehen. Es gibt deren zahllose: man braucht nur an die ägyptischen Grabmalereien, die Chroniken der Mixteken im alten Mexiko, den Teppich von Bayeux, ‚Max und Moritz‘, ‚Krazy Kat‘ oder die Holz- und Linolschnitten politischen Inhalts von Gerd Arntz zu denken. Ich habe mit verschiedenen Arten solcher ‚Bilderschrift‘ experimentiert, und als ich um 1958 Tolkiens The Lord of the Rings kennenlernte, eröffnete sich mir ein ganzes Panorama voll wunderbarer  Gestalten und Landschaften, ein reicher Stoff an dem ich meine ‚stenographischen‘ Versuche weiterführen konnte.

Dieses Projekt hat mich damals bis 1962/63 beschäftigt. Die etwa 140 Bilder aus diesen Jahren verdanken ihre Entstehung in erster Linie einem bildnerischen, nicht einem literarischen Interesse, wenn auch natürlich Faszination für die Saga vom Ring mit einen starken Stoss dazu gegeben hat. Darum betrachte ich meine Arbeiten nicht als ‚Illustrationen‘ im üblichen Sinne, sondern als ‚pictures to accompany a great story‘.

Durch Vermittlung des Verlags Allen & Unwin konnte ich 1961 Tolkien selbst besuchen und ihm eine Auswahl aus meinen Arbeiten zeigen. 1965 erschien dann noch die niederländische Übersetzung von The Lord of the Rings in drei Bändchen mit drei meiner Bilder auf dem Umschlag. Für mich war die ganze Episode damals schon abgeschlossen und das blieb sie bis 1992 (Tolkiens 100. Geburtstag) oder vielmehr 2006 als ich zu meiner Überraschung zu einer Fünfjahresfeier der niederländischen Tolkiengesellschaft ‚Unquendor‘ eingeladen wurde. Damals wurde eine Beweging in Gang gesetzt die schliesslich zur Veröffentlichung zweier Kalender und des Tolkien Tapestry geführt hat. Mein künstlerisches Schaffen hat inzwischen einen ganz anderen Weg genommen, während meine sozusagen weltliche Existenz mich über die Museumsarbeit, die Kunstkritik, den Kunstunterricht und drei Universitäten führte. Bis es Zeit war, in den – übrigens ziemlich ruhelosen – Ruhestand zu treten.

Wir freuen uns auf interessante Gespräche und Einblicke in Cor Bloks Werk!

Bild: A Tolkien Tapestry – Harper Collins