Gestern Abend wurde schon gemunkelt – jetzt ist es offiziell! Harper Collins verschiebt die Veröffentlichung von Beren und Lúthien erneut. Dieses Mal nicht um einen Monat, sondern auf das Frühjahr 2018! 

In unserer Facebook Gruppe wurde nach der ersten Verschiebung schon gewitzelt, ob das ursprünglich im Mai erscheinende Werk ein gleiches Schicksal ereilen wird, wie die Faksimile Edition des Hobbits. Diese wurde Jahr um Jahr nach hinten verschoben und erschien endlich am 22. September 2016. Nach über vier Jahren!

Von offizieller Seite gibt es noch keine Erklärung für die Verspätung, aber immer wieder Andeutungen, dass neues Material gefunden wurde, welches Christopher Tolkien noch einbauen will. Vor allem zahlreiche Einkaufszettel, die der Professor im Laufe seines Lebens nicht nur mit Nahrungsmitteln bekritzelt hatte, fördern immer wieder neue Details zu Tage. Als ein anderer Grund wird angenommen, dass Tolkiens Handschrift oft einfach schlichtweg nicht lesbar ist. Angeblich wurde sogar extra eine Software entwickelt, die speziell für diese Handschrift programmiert wurde.

Alan Lee

„Hätte ich das früher gewusst, hätte ich mehr Zeit für die Zeichnungen gehabt und hätte vielleicht noch ein weiteres Bild anfertigen können“, schreibt uns Alan Lee auf die Frage, ob er Näheres wisse. „Ein Feinschliff im fahrenden Zug nach London [wie es beim Herrn der Ringe der Fall war, Anm. d. Red.] hätte mir gereicht.“

Alan Lee Portrait

Klett-Cotta / Hobbitpresse

Auch beim deutschen Verlag Klett-Cotta kommt die Verschiebung nicht gut an: „Jetzt fängt das schon wieder an“, so eine namentlich nicht genannt werden wollende Verlagsmitarbeiterin: „Die ganze schöne Jahresplanung haben die uns über den Haufen geworfen! Wir müssen schauen, wie wir das auffangen können. Vielleicht übersetzen wir einfach den Kullervo oder veröffentlichen Roverandom in der kleinen Ausgabe.“

Für uns wäre das eine angemessene Entschädigung. Aber nur, wenn die kleineren Werke endlich in der vierteiligen Schuberbox erscheinen, so wie die englische Ausgabe, und wir mindestens noch ein ledergebundenes Werk kaufen können!
Auf eine Tolkien-Veröffentlichung noch in diesem Jahr hoffen viele Sammler. Vor allem unser Erster Vorsitzender, der sich jetzt überlegen muss, was er mit der bereits freigeräumten Stelle im Regal macht.

Credits

Titelfoto: Tobias M. Eckrich
Alan Lee: Tobias M. Eckrich
Unbekannter Man: gearstd (Adobe Stock: 130695184)