Jeder kennt die Zeichnungen im Herrn der Ringe. Jene Zeichnungen, die die Karte Mittelerdes darstellen. Nun tauchte eine Karte auf, die Erklärungen und Anmerkungen von J.R.R. Tolkien selbst enthalten. Sie geben einen einmaligen Einblick in die Entstehung von Mittelerde.

Die Notizen und Anmerkungen auf der Karte legen nahe, dass Tolkien sich teilweise an realen Orten bei der Erschaffung Mittelerdes gehalten hat. So liegt Hobbiton auf dem gleichen Breitengrad wie Oxford und die italienische Stadt Ravenna gilt als Vorbild für Minas Tirith.

Wie The Guardian berichtete, ist die Auktionsfirma Blackwell’s zur Zeit im Besitz dieses Schatzes und nennt diese Karte „ein wichtiges Dokument und vielleicht die beste Grafik Tolkiens, die in den letzten 20 Jahren aufgetaucht ist“. Die Karte mit den Anmerkungen stellt das Unternehmen zur Zeit aus und bietet sie zeitgleich für 60.000 Pfund zum Kauf an. Ein Schnäppchen im Vergleich zur neulich verkauften Erstausgabe von Tolkiens The Hobbit. Es ist zudem das erste Mal, dass diese Karte öffentlich gezeigt wird. Bislang war sie in Privatbesitz.

In den Besitz von Blackwell’s gelangte dieses Werk Tolkiens durch die Veräußerung des Nachlasses der 2008 verstorbenen Illustratorin Pauline Baynes. Sie verstarb im Alter von 85 Jahren. Baynes benutzte die Anmerkungen, um eine neue, kolorierte Karte anzufertigen, die 1970 bei Allen & Unwin in einer Neuauflage des Herrn der Ringe erschien.

„Die Karte zeigt, wie komplett besessen er war, was Details betraf. Wer sich einmischte, tat dies auf eigene Gefahr“, sagte Sian Wainwright von Blackwell’s. „Es war kompliziert, mit ihm zusammenzuarbeiten, aber am Ende sehr lohnend.“

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Fotos: Blackwell’s Rare Books