Ja, Ihr habt richtig gelesen. Angeblich ist nun zum dritten Mal ein Tolkien-Film in Planung. Auch dieser soll vom Leben des Professors handeln. Den ersten Film wollten Warner Bros. auf die große Leinwand bringen. Dazu entwickelte David Gleeson das Drehbuch. Genauere Infos oder gar ein Plakat gibt es nicht.

Zwar hat der zweite Film schon ein Plakat, aber dennoch steht es nicht allzu gut um ihn. „Tolkien & Lewis“ soll(te) ein Film werden, der von J.R.R. Tolkiens Leben, seinen Werken und seiner Freundschaft mit dem berühmten Fantasy-Schriftsteller C.S. Lewis handelt. Regie soll(te) Simon West führen. Der letzte Facebook-Eintrag der offiziellen Seite ist vom Februar 2015. Aber das Poster ist schon mal nicht schlecht.

Jetzt also der dritte Streich. Bekanntlich sind aller guten Dinge drei, doch haben wir hier so unsere Zweifel. Immerhin sind die Informationen frisch und zappelnd. Die US-Branchenblätter Variety und Hollywood Reporter berichteten beide am 7.11.2016 davon, dass eine Verfilmung über Tolkiens Leben sowie über Entstehung und Schreibprozess seiner Hauptwerke Der Hobbit und Der Herr der Ringe geplant sei.

Dieses Mal soll das Drehbuch Angus Fletcher (der Literatur und Film an diversen US-Universitäten lehrt) liefern, der sechs Jahre lang in Interviews und anderen Archivdaten gestöbert haben soll. Zwei altbekannte Namen sollen auch im Boot sein: Bob Shaye und Michael Lynne gaben damals als Erste grünes Licht für die Verfilmung der Herr-der-Ringe-Trilogie und sollen nun als Produzenten tätig sein. Als Regisseur wird James Strong genannt, der bereits einige Episoden von Downton Abbey, Doctor Who und Broadchurch gedreht hat. Präsentiert werden soll der Film anscheinend erstmals auf dem Film Festival in Berlin (das würde uns natürlich sehr freuen).

Das klingt jetzt zwar alles schön und gut, ABER die Sache hat einen Haken:
Augenscheinlich sind die Mitarbeiter des Hollywood Reporter oder die Macher des Films keine großen Tolkienfans bzw. sind nicht besonders gut im Recherchieren: Der Hollywood Reporter bringt Abschnitte aus Tolkiens Leben, um das es ja gehen soll, im Artikel durcheinander. Natürlich änderte sich für Tolkien das Leben in Oxford mit Beginn des Ersten Weltkrieges 1914, doch weder war er zu diesem Zeitpunkt bereits mit Edith verheiratet, noch hat er vier Jahre des Kämpfens erlebt. Tolkien schloss zunächst sein Studium ab, absolvierte seine militärische Ausbildung 1915 und heiratete Edith im März 1916. Von Juni bis November 1916 befand er sich im aktiven Kriegsdienst an der Somme. Die Zeit im Kriegseinsatz und die vielen Krankenhausaufenthalte 1917 und 1918 prägten seine Schriften und schließlich sein literarisches Werk, auf dem „Weg nach Mittelerde“, wie es der Artikel formuliert, befand er sich allerdings durchaus schon vor Kriegsausbruch. Davon abgesehen soll der Film „Middle Earth“ heißen. Wem das Fehlen des Bindestrichs und das große E in Middle-earth zuzuschreiben ist, wissen wir leider nicht, es hätte aber mit einer (sehr) kurzen Recherche vermieden werden können.

Alles in Allem gibt uns das doch ein etwas zweifelndes Bauchgefühl und die Frage bleibt, ob aus dem Projekt tatsächlich etwas werden wird…