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Manuskript mit ältestem Hinweis auf das Wort „Elf“ digitalisiert

Ein Manuskript, das den bislang ältesten bekannten Hinweis auf das Wort „Elf“ enthält, wurde von der British Library nun digitalisiert und online zur Verfügung gestellt.

Das Dokument mit dem Namen Royal MS 2 A XX ist ein königliches Gebetbuch des 8. Jahrhunderts aus dem angelsächsischen Königreich Mercia. Auf der unteren Hälfte der Seite f45.v erkennt man das Gebet einer Teufelsaustreibung:

Ich beschwöre dich, Teufel Satans, von [einem / dem] Elf, durch den lebendigen und wahren Gott […] dass er von dieser Person fliehen möge“

Manuskript erstes auftauchen Elf.

Bild in hoher Auflösung downloaden.

In dem Gebet ist von „aelfae“ die Rede, was der lateinische Genitiv Singular ist und sich mit „Elf“ übersetzen lässt. Dieses Zitat könnte ein Hinweis auf einen Elf oder auf ein Lebewesen mit dem Namen „Elf“ sein. In jedem Fall aber sticht die Verbindung mit dem Teufel klar heraus. Dies könnte auf den vorchristlichen Glauben in dem angelsächsischen Königreich hindeuten. Der Autor dieses Exorzismus würde dieser Theorie nach das Wort „Elf“ also nutzen, um dem Leser das Bild Satans durch den Vergleich mit einem bekannteren Begriff zu verdeutlichen.

Für diejenigen unter Euch, die mit Beowulf vertraut sind, ist dieser Vergleich keine Überraschung. In dem Heldengedicht heißt es:

eotenas ond ylfe ond orcnéäs

swylce gígantas

In Brief 236 schrieb Tolkien, dass in altenglischen Gedichten der Begriff „Elf“ („ylfe“) lediglich einmal vorkomme, und zwar in Beowulf. Dort wird „Elf“ mit Trollen, Riesen und Untoten assoziiert.

Mehr über kürzlich digitalisierte angelsächsische Manuskripte des 8. und 9. Jahrhunderts könnt Ihr in einem ausführlichen Blogeintrag des medieval manuscript’s blog nachlesen.

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