In Birmingham scheint in letzter Zeit im Bezug auf Tolkien eine ganze Menge los zu sein. Vor kurzem berichteten wir vom Versuch der britischen Tochtergesellschaft der Telekom in der Nähe von Sarehole Mill einen Antennenmast zu errichten. Dieser wurde (vorläufig) vom Planning Committee der Stadt abgelehnt.

In Birmingham gibt es schon seit längerer Zeit Pläne die Tatsache auszunutzen, daß Tolkien seine Jugend in dieser Stadt verbracht hat. Es gibt seit Anfang 2005 den sogenannten Shire Country Park, der Orte der Inspiration für Tolkien bewahren soll. Das sogenannte Tolkien Weekend fand 2005 bereits zum sechsten Mal bei großem Erfolg statt (auf einem der Bilder ist die Vorsitzende der britischen Tolkien Gesellschaft zu sehen, Chris Crawshaw.)

Nun soll im Stadtteil Moseley, in dem Tolkien im wesentlichen aufgewachsen ist, die Statue eines Ents errichtet werden. Über 6 Meter hoch soll sie werden und das ganze wird von “Moseley Statue Group” bzw. der “Birmingham Tolkien Group” in Angriff genommen, bei der Tolkien Society, lokale Interessenverbände und die Stadt Birmingham mitarbeiten.

Allerdings scheint die Angelegenheit nicht ganz so einfach zu sein, wie es sich zuerst anhört. Einige Anwohner scheinen Schwierigkeiten mit dem Projekt zu haben, obwohl es einen großen Nutzen für die Gemeinde haben soll. Das Geld soll aus einer Auktion bei Ebay kommen, bei der einzelne Blätter des Ents meistbietend versteigert werden. Bis zum heutigen Zeitpunkt ist allerdings noch keine Entscheidung des Planungskommittees der Stadt Birmingham gefällt worden, noch gibt es auf der offiziellen Internetseite genauere Stellungnahmen. Die letzten Informationen stammen von Tolkien Conference 2005 in Birmingham, bei der Werbeflyer für dieses Vorhaben verteilt wurden.

Der Großneffe Tolkiens, Tim, zeichnet für den Entwurf verantwortlich. Es wird davon ausgegangen, daß einzelne Blätter etwa 2000 Pfund Sterling kosten werden, ein beachtlicher Preis. Die gesamte Aktion wirkt ein wenig chaotisch: die Internetseite ist veraltet, die Verantwortlichen stellen sich nur ungenügend vor. Außerdem hat die “Birmingham Tolkien Group” bedauerlicherweise ein Logo entwickelt, das dem der Deutschen Tolkien Gesellschaft mehr als nur ähnelt – ein merkwürdiger Zufall. Eine über 6 Meter große Statue mitten in einen belebten Stadtteil zu platzieren wirkt eher ungeschickt und seit Mai 2005 ist anscheinend nichts weiteres geschehen.