C.S. Lewis und J.R.R. Tolkien, der „Herr der Ringe“-Schöpfer, sind alte Spezln, hausten in jenem Trollreich, das unter dem Namen Oxford bekannt ist – wo Wissenschaft und Poesie, Logik und Fabulierfreude fröhlich sich verschränkten. Die „Inklings“ nannte sich die kleine Gruppe, zu denen die beiden gehörten, dort haben sie Teilstücke ihrer wachsenden Epen vorgelesen und kommentieren lassen. „Oh no – another fucking elf!“, so der berühmte Stoßseufzer des Literaturprofessors Hugo Dyson nach einem weiteren mühsamen Mittelerde-Kapitel.

Abgesehen von der Tatsache, daß es natürlich keinen Quellenhinweis zum Dyson-Zitat gibt, ist der obige Paragraph aus dem Artikel „Gottes Film in Teufels Kreis“ vom 14. November in der Online Ausgabe der Süddeutschen Zeitung der übliche Verriß, den Fantasyromane im deutschen Literatenkreis zu erwarten haben.

Aussagen wie „Narnia ist das dritte große Parallelwelt-Epos, mit dem im vergangenen halben Jahrhundert britische Autoren die Welt beglückten“ sind natürlich Unsinn. Wer nur drei Bücher gelesen hat, kann natürlich keine adäquaten Vergleiche ziehen. Auch die Beurteilung, daß Narnia nicht wie Potter oder Mittelerde Aufmerksamkeit erregt, hat gänzlich andere Gründe als vom Autoren behauptet. Erneut kommt der Eskapismus-Vorwurf, ohne kritisch Strukturen und Inhalte zu hinterfragen. Bedauerlich ist es, daß solche Artikel auf der Blaupause zur Tolkien- und Fantasykritik im Allgemeinen (Edmund Wilsons „Oo, those awful Orcs“ aus The Nation, 1956) basieren und seit mittlerweile fünfzig Jahren quasi blind kopiert und als intelligent verkauft werden. Erfreulich, daß es genügend Leserinnen und Leser gibt, die besser informiert sind als der eine oder andere Journalist bei namhaften Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland.

Natürlich enthalten wir Euch diesen Artikel nicht vor.

[Gottes Film in Teufels Kreis]

Vielen Dank an Cirdan für den Hinweis.