Königs-, Truchsessen- und Neue Zeitrechnung

Königs-, Truchsessen- und Neue Zeitrechnung

Von den Númenórern und ihren Nachkommen sind drei Zeitrechnungen überliefert: die Königs-Zeitrechnung, die Truchsessen-Zeitrechnung und die Neue Zeitrechnung. Auch wenn die drei Systeme aufeinander aufbauen, gibt es doch einige Unterschiede zu beachten.

Die Königs-Zeitrechnung (King’s Reckoning) wird von den Númenórern und ihren Nachkommen bis zum Jahr 2060 des Dritten Zeitalters verwendet. Es gibt zwölf Monate, davon zwei mit 31 Tagen und zehn mit 30 Tagen. Drei Tage außerhalb der Monate, nämlich der erste (Yestarë) und letzte (Mettarë) Tag des Jahres sowie der Mitjahrstag (Loëndë) zwischen Nárië/Nórui und Cermië/Cerveth. Alle vier Jahre kommt ein Schalttag hinzu, durch den der Mitjahrstag auf zwei Mitteltage (enderi) verdoppelt wird. Im letzten Jahr eines Jahrhunderts gibt es keinen Schalttag, dafür gibt es im letzten Jahr eines Jahrtausends gleich zwei Schalttage auf einmal. Das Jahr beginnt nach der Wintersonnwende. Die beiden langen Monate liegen jeweils vor und nach dem Mittjahrstag herum.

Die Namen der Monate liegen in Quenya und Sindarin vor. Obwohl viele Benutzer der Königs-Zeitrechnung Adûnaisch oder Westron sprechen, werden gemeinhin die Quenya-Namen verwendet – ähnlich wie wir lateinische Monatsnamen verwenden, obwohl wir im Alltag sonst eher nicht Latein sprechen. Wenn man die Namen der Monate übersetzt, ähneln sie interessanterweise denen des Französischen Revolutionskalenders. In der folgenden Liste stehen die Quenya-Namen jeweils zuerst, gefolgt von der Sindarin-Variante:
1. Narvinyë/ Narwain = neue Sonne
2. Nénimë/ Ninui = Feuchter Monat
3. Súlimë/ Gwaeron = Windmonat
4. Víressë/ Gwirith = Frischemonat
5. Lótessë/ Lothron = Blütenmonat
6. Nárië/ Nórui = Sonniger Monat
7. Cermië/ Cerveth = unbekannt
8. Úrimë/ Urui = Hitzemonat
9. Yavannië/ Ivanneth = Früchtemonat
10. Narquelië/ Narbeleth = Schwinden der Sonne
11. Hísimë/ Hithui = Nebelmonat
12. Ringarë/ Girithron = Kältemonat/Zittermonat

Auch bei den Wochentagen gibt es Namen sowohl in Quenya als auch in Sindarin. Die Woche beginnt am Samstag.
1. Elenya/ Orgilion = Sterntag
2. Anarya/ Oranor = Sonnentag
3. Isilya/ Orithil = Mondtag
4. Aldëa/ Orgaladh = Baumtag
5. Menelya/ Ormenel = Himmelstag
6. Eärenya/ Oraearon = Meerestag
7. Valanya (Tárion)/ Orbelain (Rodyn) = Tag der Valar
Mit dem “Meerestag” führten die Númenórer im Gegensatz zur Sechs-Tage-Woche der Elben einen siebten Wochentag ein. Die Wochentage der Hobbits basieren ebenfalls auf diesen Namen, was Namen wie “Merstag” oder “Hochtag” erklärt.

Im Jahr 2060 des Dritten Zeitalters führt der Truchsess Mardil Voronwë eine Kalenderreform durch, die die Königs-Zeitrechnung vereinfachen soll. Der neue Kalender wird als Truchsessen-Zeitrechnung bezeichnet. Die Tage der Namen und Monate bleiben gleich. Es gibt aber keine langen Monate mehr, sondern alle Monate sind 30 Tage lang. Dafür gibt es nun fünf Tage außerhalb der Monate: zu Yestarë, Mettarë und Loëndë kommen zwei weitere Mitteltage hinzu. In Schaltjahren wird wieder
ein Tag hinzu geführt. Der doppelte Schalttag im letzten Jahr eines Jahrtausends entfällt. Damit ist die Truchsessen-Zeitrechnung weniger zuverlässig als die Königs-Zeitrechnung, die sogar noch 16 Sekunden genauer ist als der Gregorianische Kalender. Allerdings besteht die Möglichkeit, Ungenauigkeiten bei Bedarf auszugleichen.

Aragorn II., auch bekannt als Streicher, führte eine weitere Kalenderreform durch und die so genannte Neue Zeitrechnung ein. Er verlegte den Jahresbeginn im Andenken an den Sieg über Sauron auf Víressë/Gwirith. Das Jahr beginnt damit nicht mehr mit der Wintersonnwende, sondern im Frühling, genau am Jahrestag der Vernichtung des Einen Rings. Entsprechend wandern natürlich auch die Tage außerhalb der Monate an einen neuen Platz im Kalender. Yestarë liegt demnach vor dem Víressë/Gwirith, die Enderi (inklusive Schalttag(e)) liegen zwischen Yavannië/ Ivanneth und Narquelië/ Narbeleth, und der Mettarë folgt auf den Súlimë/ Gwaeron. Außerdem führte Aragorn den doppelten Schalttag am Ende eines Jahrtausends wieder ein.