Flammifer 65

Verein

  • Inhalt
  • Grußwort
  • Editorial
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  • Vereinsnachrichten
  • Tolkien Thing 2021
  • Tolkien Thing MV
  • Tolkien Tage Geldern 2021
  • Tolkien Online Lesetag 2021
  • Die TolkShow
  • English Summary
  • Impressum

Fandom

  • Podcasts – Der neue (Tolkien-)Trend
  • „Tolkien and Diversity“ – Seminar der Tolkien Society
  • Interview mit Brian Sibley

Themen

  • Übersetzungswerkstatt Beorn
  • Zwei Übersetzungen eines Gedichts
  • Eine Reise durch die Fantasy III

Meinungen

  • Rezension: Nachrichten aus Mittelerde (Hörbuch)
  • Rezension: Natur und Wesen von Mittelerde
  • Rezension: Sir Gawain and the Green Knight
  • Rezension: The Green Knight

Kreatives

  • Titelillustration von Annia Fittschen
  • Drei Fragen: Annia Fittschen und Annika Wellner
  • Der textile Tolkien
  • Hókírinar Maksâtanwa
Nummer: 65
Erschienen: Dezember 2021
Auflage: 1200
ISSN: 1437-6563

Grußwort

Liebe Mitglieder,

Einige von Euch haben es schon läuten gehört, ich schreibe dieses Grußwort in schon fast alter Tradition aus dem ICE. Der Wunsch nach mehr „Normalität“ wird damit wahr. Hinter uns liegt das Tolkien Seminar im wunderschönen Marburg. „Tolkien und die Politik“ sollte eigentlich schon letztes Jahr stattfinden, aber wir wissen alle, das ging nicht. Es gab viele interessante Vorträge aus aller Welt. Ich freue mich schon auf den Hither Shore. Denn wirklich etwas mitbekommen habe ich dieses Mal nicht. Grund dafür: Es war das erste Mal in der 17-jährigen Seminargeschichte, dass die Veranstaltung als echte Hybridveranstaltung stattgefunden hat. Rund 40 Menschen waren vor Ort. Fast dreimal so viele hatten sich für die digitale Variante entscheiden. Zwar gab es die bekannten Hygieneregeln, aber alles in allem trat schnell eine Vertrautheit trotz Abstandhalten ein. Online Veranstaltungen sind ein Traum für alle, die aus Gründen nicht zu einer Veranstaltung können. Das Miteinander und gemeinsame Essengehen blieben natürlich nur den Anwesenden vorbehalten.

Es war aber nicht die erste Veranstaltung im „neuen“ Gewand. Bereits zwei Wochen zuvor war die DTG wieder auf der MagicCon vertreten. Auch hier was es schön und gut wieder unter Menschen zu sein und Dirk hat mit sei- nem Team es geschafft, trotz der Auflagen die bekannte Atmosphäre hinzubekommen. Auch wenn es zur „alten“ Größe noch ein Stückchen weg ist.

Aber auch das Thing und die Tolkien Tage konnten dieses Jahr wieder stattfinden. Wobei es auch hier logischerweise Einschränkungen und Änderungen gab. Hielten sich diese beim Thing noch in Grenzen, hatten sie für die Tolkien Tage doch größere Auswirkungen.

Diese fanden aus Gründen dieses Jahr an fünf Wochenenden nacheinander statt. Dazu gab es am ersten Wochenende noch die Tolkien Tage online. Sie ermöglichten es allen an den Tolkien Tagen teilzunehmen und Einblicke in die Lager zu bekommen, die es sonst nicht so einfach gibt. Auch für die Vorträge gab es dieses Mal keine Platzbegrenzung, da diese ebenfalls online gezeigt wurden. Fast alle findet ihr übrigens auf unserem YouTube-Kanal.

Diese Veranstaltungen zeigen uns, wie wir als Team schaffen, auch unter schweren Bedingungen das Bestmögliche herauszuholen und hier sogar über das bekannte hinaus zu wachsen. Diese Neuerungen, gerade was Hybrid angeht, ist für alle großartig, die nicht zu den Veranstaltungen können. Es ist aber genau so auch ein wirklicher Kraftakt für alle Beteiligten. Zum Teil ging dies auch nur mit externer und professioneller Unterstützung.

Sowohl nach dem online Tolkien Tag, nach der MV und jetzt nach dem Seminar wurde der Wunsch geäußert, doch bitte jetzt bei dem Hybrid zu bleiben. Wenn es nach uns geht, würden wir natürlich bei dem Hybrid bleiben, aber der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Das Ganze wurde in diesem Jahr von Menschen gestemmt, die bereits viele anderen Aufgaben innehaben und damit eine zusätzliche Belastung bekommen haben. Um Bilbos Spruch umzu- dichten, „Ich fühle zu viele Aufgaben auf zu wenig Schultern verteilt.“

Wenn wir diesen Standard aufrecht halten wollen und sich niemand findet, uns dabei zu helfen, müssen wir Geld in die Hand nehmen. Auch wenn die Kasse noch gut gefüllt ist, so wird es hoffentlich nächstes Jahr wieder mehr externe Veranstaltungen geben, die die Kosten wieder für sich beanspruchen. Dazu kommt im Januar die nächste Portoerhöhung.

Zwar werden wir immer mehr Mitglieder, aber diese verursachen ebenfalls Kosten. Es liegt also an Euch, ob wir nächstes Jahr eine Hybrid-MV haben, den Tolkien Tag in Teilen hybrid veranstalten oder das Seminar durch die Online-Erweiterung noch internationaler werden kann. Wie Ihr Euch dabei einbringt, ist Euch über- lassen. Es gibt genügend Aufgaben, die Ihr übernehmen und damit die Last auf den Schultern weniger erleichtern könnt. Denn auf Dauer werden die Menschen dieser Belastung nicht standhalten.  Überlege doch bitte, was Du beisteuern kannst. Wenn Du keine „dauerhafte“ Zeit für den Verein hast, überleg Dir einmal, ob nicht ein Wochenende im Jahr drin ist und wir so das BSWE wieder zum Leben erwecken können. Ein Wochenende im Jahr, an dem wir uns in kleinen Gruppen gemeinsam um die Zukunft unseres Vereins kümmern.

Das ist das, was ich mir für nächstes Jahr für die DTG und damit für uns alle wünsche.

Editorial

Die Adventszeit steht kurz bevor – Zeit für den Herbst-Flammifer, sich zu Euch, den Mitgliedern, auf den Weg zu machen.

Und Moment mal, sieht er nicht anders aus? In einer der letzten Ausgaben haben wir es bei- läufig einmal erwähnt: Der Flammifer soll ein neues Aussehen bekommen. Von der ersten Planung bis zum neuen Produkt floss viel Was- ser den Anduin hinab. In gemeinsamer Arbeit mit teilweise hitzigen Diskussionen wurde das Layout modernisiert. Was ist denn nun anders?, wird sich vielleicht mancher fragen. Das Offen- sichtliche: Die Banderole (sie enthielt noch das alte Logo) ist verschwunden. Ansonsten fallen die Änderungen vielleicht nicht so deutlich auf, denn viele Kleinigkeiten wurden im Laufe der Zeit bereits einfach unbemerkt verändert, wie die Anpassung an die Corporate Identity. Ins- gesamt haben wir aber mehr Platz im Flammifer für Eure Texte und Bilder gewonnen, die Optik sollte moderner und „frischer“ werden – und wir denken, das haben wir geschafft!
Flammifer-Redaktion

Neben dem neuen Layout gibt es wieder viel zu entdecken: Wir haben zahlreiche Berichte von Tolkienveranstaltungen und zu diversen The- men. Auch unsere Reise in die Fantasy geht in die nächste Runde. Daneben ist der Flammi vollgepackt mit Überlegungen zu diversen Aspekten der Übersetzung und mit Rezensionen von Neuerscheinungen in Buch und Film!

Wie? Du vermisst ein Thema im Flammifer? Du hast selbst etwas Interessantes in Tolkiens Werken entdeckt und möchtest darüber Anderen berichten? Dann melde Dich bei uns! Der Inhalt des Flammifers ist so gut, wie die Ver- einsmitglieder ihn machen! Scheut Euch bitte nicht, uns (vorab) anzuschreiben. Ihr erreicht uns unter: redaktion <AT> flammifer.de

Eure Flammifer-Redaktion

Zusammenfassung des Flammifers #65

Titelbild

Die Titelillustration „Avanir“ stammt von Annia Fittschen und Annika Wellner.

„Endlich wieder normale Menschen!“ – Tolkien Thing 2021 in Lützensömmern

Ulrich Hacke schwelgt in Erinnerungen an das diesjährige Tolkien Thing, das neben interessanten Vorträgen auch mit kulinarischen Expeditionen aufwarten konnte. Obwohl die Pandemie und ihre Folgen auch während des Things omnipräsent waren, wurde es für alle Beteiligten doch ein fröhliches Treffen.    

“Lasst uns die Zeit nutzen, die uns gegeben ist” – Tolkien Tage 2021

Britta Otten nahm an den ersten (und wahrscheinlich einzigen) “Pop-up” Tolkien Tagen in Geldern-Pont teil. Neben den bunten Lagern, die von den verschiedenen Cosplay-Gruppen liebevoll gestaltet wurden, bestand das Programm auch aus allerhand Musik, Essen und Tanz. Obwohl die Anzahl der Besucher stark begrenzt war, gab es bei diesem „entschleunigten“ Thing trotzdem für alle Teilnehmer viele magische Momente.  

Online Tolkien Lesetag 2021 – mehr als eine Notlösung? 

Kathrin Schönherz gibt uns einen kleinen Einblick hinter die Kulissen des diesjährigen Tolkien Lesetages. Angefangen bei den ambitionierten Plänen über kurzfristige Änderungen bis zum anstrengenden aber lohnenswerten Tag selbst, zeigt uns Katrin, dass mit etwas „Hoffnung und Mut“ alles möglich ist. 

“Tolkien and Diversität” – das Tolkien Seminar der Tolkien Society im Juli 2021

Obwohl die Themenwahl des Seminars im Vorfeld für viele Diskussionen sorgte (sowohl positive als auch negative), beleuchteten die Vorträge nach Ansicht von Christian Trenk  viele Aspekte der Diversität (bzw. deren Fehlen) in Tolkiens Werken und setzten sich ausführlich damit auseinander, wie diese Themen in anderen Kulturen gelesen und aufgenommen werden. 

Ein Fanbrief und seine Folgen – Interview mit Brian Sibley

Annika Röttinger unterhielt sich mit Autor Brian Sibley über seine Zeit in Neuseeland und die Dreharbeiten zur Herr der Ringe Trilogie. Annika sprach mit Brian auch darüber, warum die Ringe-Filme und die Adaption des Hobbits so unterschiedlich sind und warum Tolkiens Bücher immer noch so beliebt sind. Abschließend teilte Brian noch eine herzerwärmende Anekdote, in der es um einen Brief und den Professor selbst ging.  Das gesamte Interview kann in Folge 27 des TolkCast nachgehört werden.  

Übersetzungswerkstatt Beorn

David Stechern vergleicht die deutsche Übersetzung des Hobbits von Wolfgang  Krege und Walter Scherf am Beispiel von “Ein seltsames Quartier“. Da die Episode in Beorns Haus eine der lustigsten Teile des Buches ist, versucht David festzustellen, ob es Krege und Scherf gelungen ist, Tolkiens englischen Humor ins Deutsche zu übertragen. 

Eine Reise durch die Fantasy, Teil 3: Harte Fakten in magischen Welten 

Marie-Noëlle Sbresny beeindet ihre Reise durch die Subgenres der Fantasyliteratur mit einer Exkursion in die “Hard Fantasy“. Die Geschichten dieses Genres finden in Welten statt, die rational erklärt werden können und in sich logisch aufgebaut sind. Solange magische und „irrationale“ Dinge fest in dieser Welt verankert sind und in deren Kontext Sinn ergeben, können sie auch Teil davon sein. Bekannte Vertreter dieses Subgenres sind unter anderem George R.R. Martin und Patrick Rothfuss. 

Rezensionen

Tobias M. Eckrich hat in das Hörbuch der Nachrichten aus Mittelerde reingehört. Die Geschichtensammlung wird von Gert Heidenreich und Timmo Niesner gelesen, beide bekannte Synchronsprecher und eng mit der Welt von Tolkien verbunden. Neben drei MP3 CDs enthält das Hörbuch auch ein Booklet mit Karten von Mittelerde sowie ein umfangreiches Glossar. 

Christian Weichmann hat in Natur und Wesen von Mittelerde geschmökert. Die lang erwartete Sammlung enthält einige der letzten Texte Tolkiens von denen einige hier erstmals veröffentlicht wurden. Die kurzen Auszüge befassen sich sowohl mit Natur der Dinge und Lebewesen in Tolkiens Legendarium als auch mit der Natur Mittelerdes selbst, also der Geographie und Geologie. 

Sowohl Maria Zielenbach als auch Ulf Schönherz haben sich auf eine Reise zu Sir Gawain and the Green Knight begeben. Das mittelenglische Gedicht war eine von Tolkiens Passionen und wurde nun verfilmt.  

Verschiedenes

In dieser Flammifer-Ausgabe sind ein Kalender mit Tolkienesken Veranstaltungen und Neuigkeiten aus dem Vorstand enthalten. Marie-Noëlle Sbresny teilt ihre überaschenden Beobachtungen aus der letzten Reihe während der Mitgliederversammlung der Gesellschaft. 

Während Sylvia Lindner und Maria Zielenbach das neue Online-Format TolkShow vorstellen, versorgt uns Tim Schulz mit einer Übersicht aller Tolkienesken Podcasts. Christian Weichmann hat sich die Unterschiede der Übersetzungen von Krege and Scherf im Lied, das die Zwerge in Bilbos Haus singen, angeschaut.

Zum guten Schluss gibt Heidi Steimel uns noch einen Einblick in das Fandom der Textilkünstler, die von Tolkiens Werken inspiriert wurden. Sie zeigt außerdem, wie selbst blutige Anfänger ihr eigenes kleines Kunstwerk mit Nadel und Faden kreieren können.

Summary of Flammifer #65

Reviews
Tobias M. Eckrich gave the audio book of Un- finished Tales of Númenor and Middle-earth a listen. The collection of stories is read by Gert Heidenreich and Timmo Niesner, both popular voice actors who are closely linked to the world of Tolkien. Apart from three MP3-CDs, the audio book also features a booklet with maps of Middle-earth as well as an extensive glossary.

Christian Weichmann dipped into The Na- ture of Middle-earth, a long-awaited collection of some of the final texts by Tolkien, some of which were previously unpublished. The short excerpts deal with the nature of things and beings in Tolkiens Legendarium as well as the nature of Middle-earth itself, meaning geogra- phy and geology and so forth.

Cover Artist
This issue’s cover features the painting “Avanir” by artists Annia Fittschen and Annika Wellner.

“Finally, some normal people” – Tolkien Thing 2021 in Luetzensoemmern

Ulrich Hacke reminisces about this year’s Tol- kien Thing where he got to witness interesting and informative lectures and culinary expedi- tions. Even though the pandemic and its con- sequences were omnipresent at the Thing, the companionship of the fandom made the gather- ing a merry one for everybody.

“Let us use the time that is given to us” – Tolkien Days 2021
Britta Otten visited the first (and probably only) “pop-up” Tolkien Days in Geldern-Pont. She witnessed colourful camps that were designed with much care and expertise by the various re-enactment groups as well as music, food and dance. Even though the number of visitors was strictly limited, this “decelerated” Thing still created magical moments for everyone involved.

Online Tolkien Reading Day 2021 – more than an emergency solution?
Kathrin Schönherz gives us a little glimpse behind the scenes of this year’s Tolkien Read- ing Day. From ambitious plans to last minute changes and the exhausting but rewarding day itself, Kathrin shows that everything is possible with a little “hope and courage”.

“Tolkien and Diversity” – the seminar of the Tolkien Society in July 2021
Even though the thematic choice was subject of many discussions (both positive and negative) before the seminar even took place, Christian
Trenk found that the lectures illuminated many aspects of diversity (or the lack of it) in Tolkien’s works and extensively elaborated on how these topics are read and received in other cultures.

A fan letter and its consequences – interview with Brian Sibley
Annika Röttinger sat down with author Brian Sibley and talked about his time in New Zea-land and the making of “The Lord of the Rings”-trilog y. Brian also had some thoughts on how the “Rings”-films and the “Hobbit”- adaptations are different and why Tolkien’s books are so popular. Last but not least, he shared a lovely anecdote involving a letter to the Professor himself. The entire interview is avail- able in episode 27 of the TolkCast.

Translation workshop Beorn
David Stechern compares the German trans- lations of The Hobbit by Wolfgang Krege and Walter Scherf, choosing “Queer Lodgings” as the exemplary research object. Since the episode in Beorn’s house is one of the funniest parts of the book, David tries to determine how Krege and Scherf, respectively, managed to translate Tolkien’s English humour into German.

A journey through Fantasy, part three: hard facts in magic worlds
Marie-Noëlle Sbresny concludes her journey through the sub-genres of fantasy literature with an excursion to “hard fantasy”. The sto- ries of this genre take place in worlds that can be rationally explained and are logical within themselves. As long as magic or other “irratio- nal” things are firmly embedded in this world and make sense in this context, they may also be a part of it. Popular representatives of this particular sub-genre are George R.R. Martin or Patrick Rothfuss.

Both Maria Zielenbach and Ulf Schönherz went on a quest to face Sir Gawain and the Green Knight. The Middle-English poem was one of Tolkien’s passion projects and has now been adapted as a movie, which translates the quest for courage and heroism to our time.

Miscellaneous
Apart from the contents mentioned above, this issue of Flammifer also features a calendar of Tolkien-related events and news from the Society’s board. Marie-Noëlle Sbresny shares some surprising observations from the last row during the general meeting of the Society.

While Sylvia Lindner and Maria Zielenbach introduce the new online format TolkShow, Tim Schulz provides us with an overview of Tolkien-related podcasts. Christian Weichmann points out the differences between the transla- tions of Krege and Scherf when it comes to the song the dwarves sing in Bilbo’s home on how they are going to lay waste to his dwelling.

Last but not least, Heidi Steimel gives us an insight into how the Professor’s works have in- spired a whole fandom of textile artists and how even absolute beginners can create their own little piece of art with needle and thread.