Flammifer 55

1 „Hobbit door“ von Anke Eißmann
2 Sprüche-Rätsel
3 Grußwort
4 Inhalt / Impressum
5 Stammtische / Veranstaltungskalender
6 Nachrichten aus dem Vorstand
8 Kreuz und quer durch Deutschland
11 MELKOR im Mittelalter
12 Wie ein Hither Shore entsteht
14 Der Herr der Napfkuchenringe
17 Interview mit Annika Röttinger
21 The End of All Things
23 Thing 2016 in Lützensömmern
27 Das Tolkien-Thing
28 Thing-Fotos
30 Werkstattbericht III der Inda-Gefährten
32 Sprichwörter-Rätsel
33 Ranger in Mittelerde und Westeros
38 Interview mit dem Komponisten
Martin Romberg
42 Zu Gast bei Tom Bombadil
45 Bilbos Kümmelkuchen
46 Die Strukturen eines Fantasy-Romans
51 Hókírinar Maksâtanva
53 Rätsel-Lösungen
54 English Summary

Nummer: 55
Erschienen: 2/2016
Auflage: 750
ISSN: 1437-6563

Grußwort

Liebe Mitglieder,

während ich dieses Editorial schreibe, befinde ich mich gerade im Zug von Salzburg zurück nach München. Hinter mir liegt ein ruhiges, familiäres Wochenende mit viel Austausch zwischen unserer Schwestergesellschaft, der ÖTG, und der DTG. Die ÖTG hatte an diesem Wochenende ihr Herbstfest gefeiert und ich komme mit vielen Eindrücken und Ideen für die DTG zurück. So hatten wir noch nie in der zweiten Jahreshälfte die Anzahl an Veranstaltungen wie im Frühjahr. Und gerade jetzt, da es in der zweiten Jahreshälfte keine Ring*Con mehr gibt, auf der man sich treffen kann.

Für dieses Jahr haben wir das BSWE auf den Spätherbst gelegt. Dennoch ist ein Arbeitswochenende noch mal etwas anderes als ein gemütliches, zwangloses Zusammensein mit Spielen, Lagerfeuer, dem einen oder anderen Vortrag und netten Gesprächen. Es gab mal die Stammtischtreffen Nord und Süd und es würde mich sehr freuen, wenn diese wieder aufleben könnten. Eine Veranstaltung, organisiert von den Stammtischen für Mitglieder,
kein großes Fest, aber ein gemütliches Beisammensein. Der Vorstand sowie der Stammtischkoordinator stehen Euch hier mit Rat und ein wenig Tat zur Seite.

Während am Fenster die letzten Ausläufer der Alpen vorbeirasen und der RailJet sich unaufhörlich Richtung München vorarbeit, ist meine Playliste im Auenland angekommen. Derweil ich den Bergen beim Schrumpfen zusehe, schweifen meine Gedanken zu den vergangenen Monaten. So haben wir neue Kooperationen aufgebaut, neue Veranstaltungen besucht und ein wunderbares Thing in neuer Location verbracht sowie Pläne für das neue Jahr geschmiedet.

Letztes Wochenende (17./18. September) haben wir zusammen mit der Inklings-Gesellschaft das Symposium „Die Inklings im Ersten Weltkrieg“ in Aachen abgehalten. Die Kooperation mit den Inklings gab es in dieser Form der gemeinsamen Tagung noch nicht und wir freuen uns auf den weiteren Ausbau! Auf der Veranstaltung habe ich mich lange mit einer Mitarbeiterin der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar unterhalten. Sie würden sich ebenfalls freuen, mit uns in Zukunft Projekte zu realisieren, und so steht für 2017 ein Tolkien Lesefest im Raum.

Das ist aber nicht die einzige Neuerung, die wir 2017 angehen werden. Die DTG wird ebenfalls auf der neuen MagicCon vertreten sein und wir wollen schauen, ob dies etwas für uns ist. Das Interesse von Mitgliedern und Freunden des Vereins ist auf jeden Fall da und wir freuen uns darauf.

Nachdem wir das Tolkien Seminar 2017 testweise in den Herbst gelegt haben, um unsere Terminsituation im Frühjahr etwas zu entzerren, wollen wir gleich die Gunst der Stunde nutzen und haben uns überlegt, einen Stand auf der Leipziger Buchmesse zu mieten. Nachdem einige von uns dort seit Jahren privat sind und auch Klett-Cotta angefragt hatte, sind wir 2017 also erstmalig mit einem eigenen Stand dabei. Und was soll ich sagen: Ich freue mich schon wahnsinnig darauf sowie auf jeden, der uns besuchen kommt. Wir werden unser Messe-Motto „Wir können seriös und witzig/humorvoll“
auch bei der Buchmesse beibehalten und für gute Stimmung sorgen, versprochen!

Das Land um mich herum ist seit einiger Zeit recht flach und mein Zielbahnhof wurde eben angekündigt. Das passte dieses Mal wieder hervorragend. Bevor ich jetzt meinen Laptop zuklappe, wünsche ich Euch noch einen wunderschönen Herbst, kommt zum BSWE nach Fulda oder zum Lesefest nach Kempen und habt erst einmal eine schöne Zeit mit dieser Ausgabe des Flammifer.

Euer
Tobias M. Eckrich

Zusammenfassung von Flammifer #55
(Ausgabe 2/2016, veröffentlicht im Oktober 2016)

Titel-Künstler
Diese Ausgabe des Flammifers zeigt das Gemälde “Hobbit-Tür” von Anke Eißmann.

Interview mit Annika Röttinger und Auszug aus ihrer Magisterarbeit
Annika Röttinger beantwortet Uli Hackes Fragen zu ihrer Magisterarbeit, in der sie Tolkiens Erfahrungen im Ersten Weltkrieg und ihre Manifestation in Der Herr der Ringe erforscht hat. In einem kurzen Auszug erfahren wir etwas über Frodos posttraumatische Belastungsstörung.

Das Ende aller Dinge
Jens Götz berichtet von einer kurzen Reise nach Neuseeland und dem Abenteuer, alle sechs Filme (natürlich in der Extended Edition) hintereinander zu sehen.

Tolkien Thing 2016 in Lützensömmern
Angela berichtet vom diesjährigen Thing und gibt all denen, die nicht an der fröhlichen Zusammenkunft teilnehmen konnten, einen Einblick in das bunte Programm – darunter tolkieneske Vorträge, Seminare und natürlich eine unvergessliche “Long Expected Party”.

Werkstattbericht III der Inda-Gefährten
Meike Lipsch berichtet über die jüngsten Entwicklungen bei den Inda-Gefährten. Das vielbeschäftigte Team präsentierte seine Arbeit auf dem Tolkien Tag in Geldern, der RPC in Köln und der Comiciade in Aachen, darunter auch eine eigene Version von Jakkolo. Und als ob das noch nicht genug wäre, organisierte die untermüdlichen Gefährten auch noch ein eigenes Rollenspielprojekt – natürlich mit durchschlagendem Erfolg.

Dúnedain und Nachtwache – Ranger in Mittelerde und Westeros
Andreas Zeilinger analysiert in seinem Artikel die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Rangern von Mittelerde und Westeros. Obwohl die Männer, die Eriador und Ithilien durchstreifen und die Männer, die die Mauer bewachen, gemeinsam die Verantwortung dafür tragen, die Reiche und ihre Völker vor Schaden zu bewahren, ohne viel Lob für ihre aufopferungsvolle Arbeit zu erhalten, gibt es auch einige bedeutende Unterschiede. Andreas stellt fest, dass vor allem die Struktur der einzelnen Gruppen grundlegend unterschiedlich ist. Während die Waldläufer Ithiliens vom Verwalter Gondors ausdrücklich als Spezialtruppe ausgewählt wurden, besteht die eingeschworene Bruderschaft, die die Mauer bewachte, in späteren Tagen hauptsächlich aus Räubern und Kriminellen aus den Zellen in Königsmund. Ein weiterer Unterschied liegt in den Eiden, die beim Eintritt in die jeweiligen Gruppe geschworen werden. Während sich der Eid der Soldaten Gondors nur auf den militärischen Gehorsam und die treue Pflichterfüllung bezieht, müssen die Männer, die sich der Nachtwache anschliessen, ihr altes Leben hinter sich lassen und dürfen keine eigene Familie gründen.

Mit dem Orchester in Mittelerde – Interview mit Martin Romberg
Heidi Steimel setzte sich mit dem norwegischen Komponisten Martin Romberg zusammen und befragte ihn über seine Einflüsse, seine Liebe zu Tolkien und zukünftige Projekte.

Im Haus von Tom Bombadil
Claudia Pertschy nimmt uns mit auf einen kurzen Ausflug in den Alten Wald und besucht Tom Bombadil und Goldberry. Neben interessanten Details über die Flora des Waldes und die Lebensweise von Tom und seiner charmanten Frau werden uns wieder einmal tolle Rezepte serviert.

Die Strukturen eines Fantasy-Romans
Sophie Lemburg untersucht, ob Goethes Faust dem Fantasy-Genre zugeordnet werden kann. Anhand von drei strukturellen Aspekten, die einen Fantasy-Roman charakterisieren (die Suche, übernatürliche Elemente und die Archetypentheorie von C.G. Jung), vergleicht sie die Erzählungen von Tolkien und Goethe. Sophie findet, dass alle drei Aspekte sowohl in Der Herr der Ringe als auch in Faust zu finden sind.

Sonstiges
Neben den oben genannten Inhalten enthält diese Ausgabe des Flammifers auch einen Kalender mit Veranstaltungen mit Tolkien-Bezug und eine Vorstellung neu gegründeter Stammtische in ganz Deutschland. Ebenfalls enthalten ist ein Bericht von einer Zeitreise von MELKOR (nicht des dunklen Herrschers, sondern des Stammtischs in Regensburg) in das 15. Jahrhundert, genauer gesagt zum Regensburger Spectaculum. Thomas Fornet-Ponse stellt in seinem Bericht das Board of Editors vor und zeigt den langen Weg von der Themenwahl bis zur fertigen Druckausgabe des Hither Shore. Kathrin Mok berichtet vom diesjährigen Tolkien Lesetag in Berlin. Thomas Ortmann, ein junger Besucher des diesjährigen Things, berichtet von seinen Eindrücken von der Jahrestagung. Und last but not least, als ganz besonderer Leckerbissen für alle wahren Kenner der Werke des Professors, enthält diese Ausgabe auch zwei tolkieneske Rätsel.

Summary of Flammifer #55
(Issue 2/2016, published in October 2016)

Cover artist
This issue of Flammifer features the painting “Hobbit door” by Anke Eissmann.

Interview with Annika Röttinger and excerpt from her Master’s thesis
Annika Röttinger answers Uli Hacke’s questions concerning her Master’s thesis, in which she researched Tolkien’s experiences in World War I and their manifestation in The Lord of the Rings. In a short excerpt, we find out about Frodo’s posttraumatic stress disorder.

The End of all Things
Jens Götz reports of his very short trip to New Zealand and the adventure of watching all six Rings-movies (in extended edition of course) in a row.

Thing 2016 in Lützensömmern
Angela reports from this years’ Thing and gives all those who were not able to join the merry gathering an insight into the colorful programme which featured all kinds of Tolkienesque lectures, seminars and of course an unforgettable “Long Expected Party”.

Workshop report III of the Inda-Fellowship
Meike Lipsch reports on the latest developments of the Inda-Fellowship. The busy team presented their work at the Tolkien Day in Geldern, the Role Play Convention in Cologne and the Comiciade in Aachen including their own version of Jakkolo. And as if that were not enough, the tireless company also organized their own role play project – of course with resounding success.

Dúnedain and Night Watch – rangers in Middle-earth and Westeros
In his lecture, Andreas Zeilinger analyzes the similarities and differences between the rangers of Middle-earth and of Westeros. Although the men roaming Eriador and Ithilien and the men guarding the Wall share the responsibility of shielding the realms and their peoples from harm without receiving much praise for their sacrificial work, there are also some significant differences. Andreas notes that especially the structure of the individual groups is fundamentally different. While the rangers of Ithilien were specifically chosen as a special force by the steward of Gondor, the sworn brotherhood manning the Wall was in later days mostly formed of brigands and criminals straight from the black cells in King’s Landing. Another difference lies in the oaths which are sworn when joining the respective groups. While the oath sworn by the soldiers of Gondor refers only to military obedience and the faithful fulfillment of duties, the men joining the Night Watch had to leave their old lives behind and were not permitted to start their own family.

With the orchestra in Middle-earth – interview with Martin Romberg
Heidi Steimel sat down with Norwegian composer Martin Romberg and asked him about his influences, his love for Tolkien and future projects.

At the house of Tom Bombadil
Claudia Pertschy takes us on a short trip to the Old Forest and pays a visit to Tom Bombadil and Goldberry. Apart from interesting details concerning the Old Forest’s flora and the lifestyle of Tom and his charming wife, we are once again served with great recipes.

The structures of a fantasy novel by example of The Lord of the Rings – The Fellowship of the Ring compared with Faust – Der Tragödie erster Teil
Sophie Lemburg examines whether Goethe’s Faust can be classified as part of the fantasy genre. On the basis of three structural aspects which characterize a fantasy novel (the quest, supernatural elements and the archetype theory of C.G. Jung), she compares Tolkien’s and Goethe’s stories. Sophie finds that all three aspects can be found both in The Lord of the Rings and Faust. That makes it part of the most popular genre of our time and shows that it is by no means an outdated classic.

Miscellaneous
Apart from the contents mentioned above, this issue of Flammifer also contains a calendar of Tolkien-related events and an introduction of newly formed smials all over Germany. Also included is a report from this year’s journey through time of MELKOR (not the dark lord, but the smial in Regensburg) to the 15th entury, or more precisely to the castle feast of the city guard Ingolstadt. In his report, Thomas Fornet-Ponse introduces the Board of Editors and shows the arduous way from selecting the topic to the final printed edition of Hither Shore. Kathrin Mok reports from this year’s Tolkien Reading Day in Berlin where the journey of the fellowship was presented from a culinary point of view. Thomas Ortmann, a young visitor of this year’s Thing, reports of is impressions of the annual meeting. And last but not least, as a very special treat for all the true experts of the professor’s works, this issue also contains two Tolkienesque riddles (we promise that you will not be eaten alive by a certain someone if you cannot solve them).