Flammifer 54

  • 2 Drei Fragen an Titelkünstler Cathrin und Welf Mattern
  • 3 Grußwort
  • 4 Inhalt / Impressum
  • 5 Stammtische / Veranstaltungskalender
  • 6 Nachrichten aus dem Vorstand
  • 8 Vorstellung Stammtisch-Koordinator
  • 9 Editorial
  • 10 Tolkien Tag in Hannover 2015
  • 14 Tolkien Seminar in Jena 2015
  • 15 Besuch beim „Lasse Lanta“
  • 18 Tolkien Lesefest in Kempen
  • 22 Der Herr der Ringe trifft Kirchenorgel
  • 24 Mit dem Orchester in Mittelerde
  • 27 Vorstellung Rittergut Lützensömmern für das Thing 2016
  • 31 Werkstattbericht II der Inda-Gefährten
  • 34 Middle-earth The Wizards
  • 36 Nochmals zu Gast im Auenland
  • 40 Religion in Tolkiens Welt Teil 2
  • 44 Projektmanagement im Hobbit Teil I
  • 49 Tolkiens „The One Ring“ und Wagners „Ring des Nibelungen“
  • 51 Hókírinar Maksâtanva
  • 53 English Summary
  • 55 Plakat Tolkien Seminar Jena 2016
Nummer: 54
Erschienen: 1/2016
Auflage: 750
ISSN: 1437-6563

Grußwort

Liebes Mitglied,

im letzten Jahr, zu Bilbos und Frodos Geburtstag, starteten wir die Aktion „Auch Zwerge waren mal Flüchtlinge“. Hierfür gab es neben sehr viel positivem Feedback auch Unverständnis. So wurde uns vorgeworfen, die „[…] Deutsch Tolkien Gesellschaft zum Politisieren zu benutzen“ und „[…] Tolkien politisch zu instrumentalisieren“. Wir haben uns sehr lange und intensiv Gedanken darüber gemacht, ob wir etwas zur Flüchtlingshilfe in Deutschland beitragen und wenn ja, wie. Uns war es sehr wichtig, einen geeigneten Empfänger der Spenden zu finden. Wir wollten nicht, dass das Geld in Lobbyarbeit fließt, und wir wollten damit keine religiöse oder weltanschaulich festgelegte Einrichtung unterstützen. Wir wollten, dass das Geld da ankommt, wo es gebraucht wird, und nicht in Verwaltung versickert. Wir wollten auf gar keinen Fall damit eine politische Aussage machen. Wir wollten ein humanitäres Zeichen setzen. Uns ging es ausschließlich darum, den Menschen, die hierher gekommen und vor einem Krieg geflohen sind, zu helfen.

Die ganze Aktion hat viel Zeit und Energie gekostet. Aber das Feedback, das wir bekommen haben, hat uns in unserer Ansicht bestärkt und war, bis auf wenige Ausnahmen, überwiegend positiv. Klar ist aber auch, dass es eine solche Aktion nicht noch einmal geben wird. Sie war von Anfang an als Ausnahme geplant. Auch aus diesem Grund haben wir die Aktion am 31. März eingestellt. Dabei kamen fast 4.000€ Spenden zusammen. Dafür möchte ich mich bei allen Käufern bedanken. So wurden über 900 Poster in neun Länder verkauft. Ich möchte mich aber auch bei meinen Vorstandskollegen bedanken, die meine Idee unterstützt, ausgebaut und mit umgesetzt haben, neben ihrer alltäglichen Vorstandstätigkeit. Danke!

Unabhängig von dieser Aktion war das Jahr 2015 für die DTG sehr erfolgreich. Acht Tolkien Stammtische haben sich am Tolkien Lesetag beteiligt, so viele wie noch nie. Auch der Mitgliederzuwachs war enorm: Nachdem 2014 immerhin 44 neue Mitglieder dazugekommen sind, waren es 2015 stolze 115. In diesem Jahr sind es bis Anfang April auch schon wieder 30 neue Mitglieder. Allen Neuen ein herzliches Willkommen. Allen Bestandsmitgliedern: Schön, dass Ihr dabei seid! Außerdem gab es 2015 auch das erste Tolkien Lesefest, und zwar in Kempen. Eine neue Veranstaltungsart, die auf Kooperation mit Bibliotheken und Buchhandlungen setzt.

Das Thing findet dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Rittergut in Lützensömmern statt. Ich hatte das Vergnügen, mich Anfang März auf die Reise zu begeben und mir die neue Location anzuschauen. Es ist ein großartiger Veranstaltungsort mit viel Grün und vor allem: viel Komfort. Obwohl wir noch nie da waren, sind die Zimmer schon fast alle ausgebucht. Es gibt (Stand: Ende März) nur noch ein paar  Zeltplätze und knapp 20 Mehrbettzimmer-Betten. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir auch diese noch besetzt bekommen. Unmöglich scheint das nicht zu sein.

Jetzt aber viel Spaß mit dem neuen Flammifer!

Tobias M. Eckrich
Erster Vorsitzender

Drei Fragen an Cathrin und Welf Mattern

1. Wie seid Ihr zu Tolkien gekommen?
Im Grunde recht ähnlich, nämlich als Kinder mit der Lektüre des Hobbit, gefolgt vom Herrn der Ringe in der Carroux-Übersetzung und danach peu à peu mehr von Tolkiens Werk. Da wir uns und unsere späteren Trauzeugen obendrein über die DTG kennengelernt haben, nimmt Tolkiens Welt unweigerlich einen besonderen Platz in unserem Leben ein.

2. Wie arbeitet Ihr?
Sehr frei und mit wenig Absprache. Normalerweise zeichnet Welf Entwürfe, und wenn Cathrin etwas aussucht, was sie kolorieren möchte, dann wird eine Gemeinschaftsarbeit daraus. Oder Cathrin kommt mit einer Idee und sagt: Pass auf, ich möchte dies oder jenes gerne malen, kannst du dazu eine Vorzeichnung machen? Die Vorzeichnung ist immer Bleistift oder Pigmenttusche auf leicht strukturiertem Aquarellpapier, die Farben sind dann Aquarell oder Farbtuschen. Digital arbeitet keiner von uns dabei. Wir haben zwar ein Grafiktablet und einen geeigneten Rechner und Drucker, aber gerade bei Tolkien fühlt sich die Arbeit mit Pinsel und Papier einfach richtiger an. In den Arbeitsschritten vertrauen wir dann voll auf den anderen. Es kann sein, dass sich der eine beim Zeichnen etwas vorstellt, was die andere beim Kolorieren dann völlig anders umsetzt – das ist schön, das ist spannend, und darüber sprechen wir dann auch, aber keiner redet dem anderen in sein Schaffen hinein. Vielleicht bekommt man nicht das, was man ursprünglich wollte, aber man wird mit der Möglichkeit belohnt, in der gemeinsamen Illustration etwas Neues zu entdecken.

3. Warum gerade „Merry und Pippin in Quellhall“?
Weil es einfach eine unserer Lieblingsszenen im gesamten Buch ist: Merry und Pippin haben eine Verschnaufpause nach ein paar wirklich schlimmen Erlebnissen, und als Baumbart sie in Quellhall unterbringt, trinken sie vom Wasser und wachsen ein kleines bisschen. Fangorn ist ja ein ganz wunderbarer Ort, zauberisch und grün, ein Stück heiles Mittelerde. Mittendrin dann zwei Hobbits, die schon wieder Unsinn aushecken. Das ist einfach schön, weil es zeigt, wie unbeirrt fröhlich Hobbits auch in schlimmen Zeiten eigentlich sein können, wenn sie nur etwas Grünes und etwas Nahrhaftes zur Hand haben. Vermutlich wären wir beide eigentlich gerne selbst Hobbits, aber dafür sind wir ein bisschen zu groß geraten. Cathrin meint, wir essen auch sehr gerne und mögen Dinge, die grün sind und wachsen. Und haben gerne Besuch. Und Mathoms.

Summary of Flammifer #54
(Issue 1/2016, published in April 2016)

Cover Artist
This issue’s cover features the painting “Merry and Pippin in Wellinghall” by artists Cathrin und Welf Mattern.

Reaching critical mass – Tolkien Day 2015 in Hannover
Uli Hacke reports from last year’s Tolkien Day in Hannover. From the first ideas to the time-consuming preparations up to the actual day itself, we relive the often challenging, but always rewarding job of getting a project like this going.

First Tolkien Reading Festival in Kempen – a field report
Christoph Ortmann reports from the first Tolkien Reading Festival in Kempen. The colourful programme attracted lots of big and small guests who avidly listened to the Professor’s works. And even though not everything happened  quite as planned, everyone eventually went away happy and content.

Big pipes, big Hobbits – The Lord of the Rings meets the church organ
Annika Röttinger shares her memories of a remarkable concert evening in Hannover. On this special night, selected pieces from both The Lord of the Rings and The Hobbit presented themselves in a new but no less beautiful gown. The world famous tunes composed by Howard Shore were arranged for the organ and are yet another proof for the inspirational force of the Professor’s works.

Workshop report No. 2 from the Inda-Fellowship
Julian Eilmann has exiting news from the Inda-Fellowship. The boys and girls of the workshop decided to take a shoot at the moon and worked on creating and publishing a highquality fantasy magazine. Thanks to the enthusiasm and hard work of everyone involved, Erebor was finally published in December 2015 – with overwhelming success. Issue number two is already in the making and is planned to be published in May.

Another visit to the Shire
Claudia Pertschy starts a new culinary journey around Middle-earth. This time she is loosely following the footsteps of the Fellowship in The Lord of the Rings. The beginning of the journey is naturally the Shire, Tolkien’s literary declaration of love to the landscapes of his childhood. Claudia’s collection of fine recipes seems to be taken straight out of the Green Dragon’s pots and pans – simply delicious!

Religion in Tolkien’s World – Part 2
In the second instalment of his exploration of religion in Middle-earth, Andreas Zeilinger first takes us back to Númenor. Before the arrival of Sauron and the poisoning of the Númenórean bliss, there were no temples, altars or other buildings to represent religion, only one sanctuary in honour of Eru Ilúvatar on the peak of the Meneltarma for silent prayers. After the shadow had fallen on Númenor, the sanctuary was hardly visited and eventually entirely banished by Sauron. Instead, an enormous temple was erected in Armenelos. There human sacrifices were offered in Melkor’s name. How that turned out for the Númenóreans and their false priest is sufficiently known. Traces of religion can also be found in The Lord of the Rings. „Good” and „bad” religions are each represented in the course of the story. It becomes evident that the Valar are still very much present in the hearts of elves, men and hobbits. Often they are revered in songs or called upon in times of need. To the citizens of Middle-earth, the Valar and Maiar are not some other-worldly spiritual beings. On the contrary, their existence is crystal clear beyond any doubt. Some elves who used to reside in Valinor, have even met the Valar personally. Religion in Tolkien’s works is strongly influenced by his own catholic belief. However, descriptions of actual practiced religion in both The Silmarillion and The Lord of the Rings are rare.

Project management in The Hobbit – Part I
Christoph Ortmann gives a detailed account of what the project management of project “Erebor” may have looked like from Gandalf ’s point of view and thus establishes a very interesting relationship between the nearly 80-year-old children’s book and his present-day job as a software architect.

Tolkien’s “The One Ring” und Wagner’s “Ring of the Nibelungs”
Ralf Gröger embarks on the tracks of the repeatedly asked and often discussed question whether the One Ring was inspired or influenced by Richard Wagner’s „Ring of the Nibelungs“. Tolkien himself had quite an adamant opinion about the matter and vehemently disagreed with the assumed parallels of both works. Nonetheless, obvious parallels are there, such as the motif of a nearly almighty ring which grants its bearer a great amount of power as well as equipping him or her with special abilities. However, the power is not given freely and comes at a high price, eventually leading to the downfall of its bearer. The recurring motifs show how Tolkien used names and certain events from the Nordic and Germanic mythologies and reworked them in his own mythology.

Miscellaneous
Apart from the contents mentioned above, this issue of Flammifer also features a calendar of Tolkien-related events, as well as a report by Tolkien youngster Sophie Lemburg, who shares her thoughts and impressions on her first major DTG-event, the Tolkien Seminar “On Fairy-stories” last May. Furthermore, Jörg Heininger shares his adventures at the Lasse Lanta Festival 2014. In addition, Andreas Flügge takes a nostalgic look back at the German championship of the Middle-earth Collecting Cards Game, which took place in October 2015. And on yet another stop on her musical journey around Middle-earth, Heidi Steimel introduces us to the Tolkien-related works of Norwegian composer Martin Romberg. Last but not least, Susanne Rayermann  introduces us to this year’s Thing location, Manor Lützensömmern.