Flammifer 26

  • Titelkünstlerin: Krystal Camprubi
  • Liebe Mitglieder
  • Inhalt/Impressum
  • Veranstaltungskalender
  • Tolkien Thing VII
  • Tolkien Tag 14
  • Tolkien Tag 22
  • Erklärung des Vorstands der DTG
  • Aufruf der Redaktion in eigener Sache
  • Die Tolkien Stammtische der DTG
  • Stammtisch Bonn
  • Stammtisch Bremen
  • Cartoon
  • Ring*Con, die Vierte
  • Alan Lee im Interview
  • Zum (deutschen) Geschlecht des Wortes „Smial“
  • Die Französische Tolkien-Gesellschaft
  • Rassismus bei Tolkien?
  • Rezension: Der Herr der Ohrringe II
  • Hókírinar Maksâtanva
  • Galadriels Spiegel
  • English Summary/Sommaire français
  • Drei Fragen und ein Bild: Oliver Ende
Nummer: 26
Erschienen: 11/2006
Auflage: 750
ISSN: 1437-6563

Grußwort

Liebe Mitglieder,

das Jahr 2005 war ein durchaus ereignisreiches Jahr für die Deutsche Tolkien Gesellschaft und die Tolkien-Gemeinde weltweit. Neben den so erfolgreich und erfreulich verlaufenen Tagungen in Jena, Birmingham und Wetzlar, oder den nicht weniger erfreulichen vier Tolkien Tagen in Augsburg, Berlin, Hannover und Köln und weiteren Aktivitäten, ist auch der Rücktritt von Marcel Bülles als Erstem Vorsitzenden der DTG zu vermerken. Dies hat nicht nur zur Folge, dass das Grußwort von jemand anderem geschrieben wird, sondern wird sich auch auf die weitere Arbeit der Gesellschaft auswirken. Wie Eure Einsatzbereitschaft deutlich zeigt, besteht kein Anlass zur Sorge und wir sind zuversichtlich, dass bei der nächsten Mitgliederversammlung dieser Posten mit einer geeigneten Person besetzt wird.

Mithin besteht kein Grund, pessimistisch in das Jahr 2006 zu blicken, auch wenn es rein quantitativ deutlich weniger Veranstaltungen geben wird, an denen die DTG beteiligt ist. Aber zum einen bedeutet weniger Quantität nicht notwendig weniger Qualität und zum anderen ist daraus nicht zu folgern, unser Tatendrang sei gebremst. Nachdem unser Jahrbuch Hither Shore mit seiner ersten Ausgabe sehr erfolgreich gestartet ist, konnten wir den Umfang für die zweite Ausgabe deutlich steigern und hoffen auf eine ähnlich positive Aufnahme. Auch die zahlreichen Vorschläge für das 3. Tolkien Seminar im April in Mainz zeigten, dass wir uns hier auf einem sehr guten Weg befinden.

Nicht vergessen werden dürfen natürlich auch die anderen Aktivitäten der DTG wie die Stammtische, Tolkien Tage oder das Thing. Gerade hier zeigt sich immer wieder die Vielfalt und Lebendigkeit der DTG und werden neue Anregungen und Ideen für die Zukunft geboren. Viele dieser Ideen konnte man bisher mangels Ressourcen noch nicht umsetzen, sie werden aber angegangen, sobald wir die Möglichkeit dafür haben.

Wir können also frohen Mutes und optimistisch in ein weiteres Tolkien Jahr blicken.

Euer

Thomas Fornet-Ponse

Beisitzer und Sprecher des Board of Editors von Hither Shore

Titelkünstlerin - Krystal Camprubi „La Renonciation de Frodo“

Das Umschlagbild zeigt die Illustration „La Renonciation de Frodo“ der französischen Künstlerin Krystal Camprubi, die im folgenden Text vorgestellt wird.

Krystal Camprubi fühlte schon sehr früh die Bestimmung, ihr Leben der Kunst zu widmen, ohne sich jedoch bewusst zu sein, welcher Art diese Kunst sein würde. Für sie stellt die Kunst ohnehin eine große Gesamtheit dar, einen Dialog des Absoluten, das es in mehreren Alphabeten gibt. Obwohl sie eine große Leidenschaft für die graphischen Künste hegt, entscheidet sie sich für einen anderen Studienweg, um ihre Inspiration jenseits aller Schulen reifen zu lassen. So zieht sie die Geisteswissenschaften und die Musik den bildenden Künsten vor, um ihren Horizont zu erweitern und die ersten Maßstäbe für ihre Inspiration zu setzen.

Was die Malerei angeht, stürmt sie die Galerien, und die Gemälde der Meister dienen ihr als Lehrer, während sie ihre ersten eigenen Werke kreiert. Sie findet eine Inspiration, die ihrer eigenen nahe ist, in den Werken der Präraphaeliten, insbesondere John William Waterhouse und Sir Blair Leigthon. Durch ihre Bewunderung für Tolkien entdeckt sie viele talentierte zeitgenössische Illustratoren wie Ted Nasmith, Alan Lee, John Howe und Donato Giancola, die ihre Kunst sowohl thematisch als auch technisch (Zeichnung, Aquarell) beeinflussen werden. Letztendlich ist es die Wertschätzung dieser Künstler und die ersten Kontakte, die sie mit ihnen knüpft, die sie dazu bringen, die Laufbahn der Kunstmalerin und Illustratorin einzuschlagen. Seit dieser Zeit findet ihre Kunst den Weg in eine wunderbare Welt, die Welt der Elfen und Feen, der Fantasy und der Schwünge der Seele, die es mit dem Traum als Führer erlaubt, die Tiefen des Seins zu erforschen. Achtsam zerkleinert Krystal ihre Farbpigmente, stellt ihre Lacke und Ölfarben her – ihr Atelier wird zum alchemistischen Labor, das sich im Einklang mit der Welt ihrer Werke befindet.

In ihren Themen findet man viele weibliche Figuren, die eine seltsame Ähnlichkeit zu Tolkiens Elben aufweisen. Zufall? Eigentlich nicht. Denn Krystal bleibt Tolkiens Universum sehr nah, fühlt sie doch eine tiefe Zugehörigkeit zu seinem Werk. Als sie ihren Weg als Illustratorin ging, war einer ihrer Träume, eines Tages dem Kreis der Tolkien-Zeichner anzugehören und ihre eigene Vision des Werkes vorzustellen – eine intimistische statt epische Vision, in der sie sich mehr mit der Psyche der Charaktere beschäftigen und deren Präsenz so prägnant wie möglich machen würde.

„La Renonciation de Frodo“ („Frodos Verzicht“) illustriert dieses Bestreben. Vor der Verfilmung des Herrn der Ringe durch Peter Jackson entstanden, hebt das Gemälde die Schlüsselfigur hervor – in dem Moment, in dem ihre Psyche schwankt und der Widerstand gegenüber dem Ring unerträglich wird. Durch die dramatische Lichtführung und die schwere Atmosphäre versucht Krystal, ein Gefühl der Nähe zu der Figur zu vermitteln.

Krystal Camprubi

aus dem Französischen übersetzt von Stefan Budirahardjo

Titelbild
“Frodo’s Verzicht” von Krystal Camprubi, Frankreich.

Interview mit Alan Lee
Stefan Servos hat im Frühjahr 2005 mit Alan Lee gesprochen.

Das grammatikalische Geschlecht des Wortes “Smial” im Deutschen
Ist es der, die oder das Smial? Dr. Rainer Nagel untersucht den Fall.

Französische Tolkien-Gesellschaft (“Tolkien & Co”)
Der 8. Teil unserer Serie “Middleearth is everywhere”.

Tolkien und Rassismus
Tolkiens Werken wird oft vorgeworfen, explizite und implizite Formen von Rassismus zu enthalten. Friedhelm Schneidewind widerlegt diese Vorwürfe anhand einiger Beispiele.

Sonstiges
Darüber hinaus enthält diese Flammifer-Ausgabe Tolkien-Spaß und Satire, eine Besprechung von Myk Jungs LotR-Parodie “Der Herr der Ohrringe II” sowie Berichte über die Tolkien Tage 14 und 22, das Tolkien Thing VII und die Ring*Con 2005. Darüber hinaus stellt sie die lokalen DTG-Gruppen von Bonn und Bremen vor und enthält Illustrationen von Alan Lee, Christian Pietzke, Anke Eißmann und Oliver Ende.

Cover art
“Frodo’s Renunciation” by Krystal Camprubi, France.

Interview with Alan Lee
Stefan Servos talked to Alan Lee in the spring of 2005.

The grammatical gender of the word “Smial” in German
Is it der, die or das Smial? Dr. Rainer Nagel examines the case.

French Tolkien Society (“Tolkien & Co”)
The 8th instalment of our series “Middleearth is everywhere”.

Tolkien and racism
Tolkien’s works have often been accused of containing explicit and implicit forms of racism. Friedhelm Schneidewind disproves these accusations with the help of some examples.

Miscellaneous
In addition, this issue of Flammifer contains Tolkien fun and satire, a review of Myk Jung’s LotR parody “Der Herr der Ohrringe II”, as well as reports on Tolkien Tag 14, Tolkien Tag 22, Tolkien Thing VII, and Ring*Con 2005. Furthermore, it introduces the local DTG groups of Bonn and Bremen and features illustrations by Alan Lee, Christian Pietzke, Anke Eißmann and Oliver Ende.