Flammifer 24

  • Titelkünstler: Kevin Crossley
  • Liebe Mitglieder
  • Inhalt/Impressum
  • Veranstaltungskalender
  • Wolfgang Krege 1939-2005
  • Kregt euch wieder ein!
  • Made by Tolkien – eine Replik
  • Tolkien Tag 19
  • Die Stammtische der DTG
  • Stammtisch Köln
  • Stammtisch Tübingen
  • Stammtisch Berlin
  • Skies of Rohan – Die Tolkien Gesellschaft von Idaho und Montana
  • Die DTG im Spannungsfeld von
  • Fandom und Literaturwissenschaft
  • Post von Tolkien – Brief vom
  • 12.03.1963 an Michael Zeilinger
  • Rezension: Ring*Con 2004 DVD
  • Cartoon
  • Hókírinar Maksâtanva
  • Galadriels Spiegel
  • English Summary
  • Drei Fragen und ein Bild: Silke Molitor
Nummer: 24
Erschienen: 06/2005
Auflage: 750
ISSN: 1437-6563

Grußwort

Liebe Mitlieder,
das Jahr 2005 hat für die Deutsche Tolkien Gesellschaft vielversprechend angefangen, und ich hoffe sehr, dass es so weiter geht: Nach den Tolkien Tagen in Augsburg und Berlin sowie dem Seminar in Jena kommen nun die Konferenzen von Birmingham und Wetzlar auf uns zu sowie zwei weitere Tolkien Tage – in Hannover und in Köln. Grund genug, sich mal auf den Weg zu machen und eine der zahlreichen DTG-Veranstaltungen zu besuchen.
Nicht zuletzt ist die erste Ausgabe unseres Jahrbuches Hither Shore ein Grund zur Freude. Viel Zeit hat es gebraucht, bis unsere literarische Gesellschaft eine ihrer wichtigsten Aufgaben hat wahrnehmen können, aber in diesem Fall gilt sicherlich die Redewendung: „Was lange währt, wird endlich gut.“
Bereits seit letztem Jahr wird deutlich, dass sich mehr und mehr Tolkien-Communities in Deutschland an die DTG wenden, um mit uns zusammen Pläne zu schmieden. Der Tolkien-Hype ist vorbei, und es gilt nun gemeinsam mit Kooperationspartnern unsere satzungsgemäße Aufgabe weiterzuverfolgen. Ich freue mich daher sehr, dass wir als DTG für viele tolkiennahe Gruppen der Ansprechpartner der Wahl geworden sind. Auf dem Thing wird es dazu sicherlich die eine oder andere genauere Information geben, aber zumindest angedeutet soll es hier schon sein. Sobald eine Kooperation spruchreif ist, werden wir diese selbstverständlich auch im Flammifer vorstellen.
Erfreulich ist auch die Entwicklung,dass viele derer, die schon seit Jahren bei Internetprojekten wie Herr-der-Ringe-Film.de oder in den Organisationsteams des Tolkien-Festes und des Schicksalsfestes mitarbeiten, mittlerweile bei uns Mitglied geworden sind. Wir haben die 500er-Marke nun deutlich überschritten und wachsen langsam aber sicher weiter, und sehr oft höre ich den Satz „Na gut, dann werde ich halt Mitglied. Wird ja auch mal Zeit.“
Natürlich hat das nichts damit zu tun, dass die Einpeitscher unserer Mitglieder-Werbe-Crew diese Menschen mit vorgehaltener Pistole oder 2.500 Euro Beitrittsgeschenk werben. Eher damit, dass viele Leute die DTG auf Veranstaltungen kennenlernen und dort den Eindruck bekommen, dass es sich um einen ziemlich netten Verein handelt – und um eine literarische Gesellschaft, die ein sehr breit gefächertes Spektrum an Veranstaltungen, Publikationen und Fachwissen rund um Mittelerde und darüber hinaus bietet. Das macht uns aus, und diese Bandbreite sollten wir nicht nur beibehalten, das müssen wir auch. Eigentlich müssten wir noch bei viel mehr Veranstaltungen präsent sein und noch mehr Publikationen herausbringen, weil es ein Interesse dafür gibt – aber alles zu seiner Zeit. Wir sind auf dem besten Weg, und wenn es dann auch noch allen Mitgliedern Spaß macht und sie sich auf ihren nächsten Flammifer freuen, dann haben wir nicht viel falsch gemacht.
Marcel Bülles 1.Vorsitzender der DTG

Titelkünstler - Kevin Crossley „Khazad-dûm“

Für die letzten vier Titelseiten haben wir Illustrationen von Künstlern verwendet, die aus dem Land stammen, dessen Tolkien-Gesellschaft wir im jeweiligen Heft vorgestellt haben, und wir möchten dies weiterhin so handhaben. Diesmal müssen wir jedoch eine Ausnahme machen, denn mancherorts scheinen die Tolkien-Illustratoren sehr dünn gesät zu sein. Schon bei der Vorstellung der Belgier hatten wir Schwierigkeiten, entsprechende Illustrationen zu finden, und für die US-Bundesstaaten Montana und Idaho, deren Tolkien-Gesellschaft wir im vorliegenden Flammifer vorstellen, ist uns dies gar nicht gelungen.
Das Umschlagbild zeigt die Illustration „Khazad-dûm“ des britischen Künstlers Kevin Crossley, der sich im Folgenden selbst vorstellt.
Als Kind wurde mein Interesse am Zeichnen durch Filme geweckt. Ich liebte es, Monster, Kampfmaschinen, Orks aus dem Bakshi-Film und natürlich das Alien zu zeichnen. 1995 fand ich Arbeit in der Entwicklung von Videospielen,und heute arbeite ich als Konzeptkünstler für Core Design – derzeit entwickle ich Designs für das nächste Tomb-Raider-Spiel. Neben dieser Arbeit verbringe ich fast alle meine Abende und Wochenenden damit, verschiedene freiberufliche Aufträge zu erfüllen. Ich liebe Zeichenstifte und stelle gern verrückte Sachen damit an: Farbe verschmieren, Partien ausradieren und neu gestalten, das Papier mit Messern zerkratzen, um interessante Strukturen herzustellen – die Möglichkeiten sind endlos. Ich mag auch Aquarell- und Gouache-Farben sowie Acryl und Pastellkreiden. Ich bin ein Fan von Digital Art und stelle eine Menge irrer Dinge mit Photoshop an. Die interessanteste Kunst entsteht eigentlich, wenn man etwas aus jeder Technik zu einem großen einzigartigen Ganzen zusammenmixt, und es ist unglaublich befriedigend, auf diesem Gebiet zu experimentieren. Natürlich funktioniert das nicht immer, und ich muss zugeben, dass ich schon ein paar schreckliche Sachen fabriziert habe. Aber es lohnt sich zu scheitern, nur um in diesem Prozess das eine wirklich hervorragende Bild zu erschaffen. Im Grunde will ich einfach alles ausprobieren,nur um zu sehen, was geschieht! Die Zeichnung „Khazad-dûm“ entstand, bevor „Die Gefährten“ in die Kinos kam. Ich hatte zu der Zeit mit Perspektive und Licht experimentiert, und dieses Motiv erschien von ganz alleine, als ich ein Objekt zum Üben suchte. Ich machte zuerst eine winzige Skizze und vergrößerte diese dann auf A4. Es war eine stilisierte Anordnung von verschiedenen hellen und dunklen Formen, die Licht und Schatten darstellen sollten. Ich habe tatsächlich Wochen an diesem Bild gearbeitet, aber viele Besucher meiner Website finden es toll, und so war es das wohl wert! Auch ich bin ganz zufrieden damit, weil es keine der üblichen Umsetzungen dieser Szene ist. Das Bild ist längst nicht perfekt, aber es war wirklich eine anregende und dankbare Arbeit.

Kevin Crossley

aus dem Engl.übersetzt von Evelyne Okonnek

Kurzzusammenfassung

Wolfgang Krege 1939-2005
Am 13. April 2005 verstarb der deutsche Übersetzer und Tolkien-Experte Wolfgang Krege unerwartet im Alter von 66 Jahren. In einem Nachruf würdigt die Deutsche Tolkien-Gesellschaft Krege als einen geschickten und umstrittenen Übersetzer.

Probleme bei der Übersetzung
Die zweite deutsche HdR-Übersetzung von Wolfgang Krege wurde sowohl von Tolkien-Fans als auch von Experten eher emotional und bisweilen unfair kritisiert. Um den Kritikern Fakten an die Hand zu geben, haben mehrere Mitglieder der DTG eine Liste mit ihrer Meinung nach sachlichen Fehlern in der neuen Übersetzung erstellt. Diese Ausgabe von Flammifer enthält zwei Artikel zu diesem Thema, in denen gegensätzliche Standpunkte dargelegt werden. Michaela Zehetner argumentiert, dass die DTG-Liste zugunsten der ersten Übersetzung von Margaret Carroux voreingenommen ist und behauptet, dass die gesamte Diskussion ein veraltetes Verständnis von Übersetzung offenbart. Lisa Kuppler meint, dass die subtil ironische Interpretation, die der Übersetzung von Wolfgang Krege zugrunde liegt, dem Werk Tolkiens nicht gerecht wird.

Tolkien-Stammtisch
Ein “Stammtisch” ist ein regelmäßiges Treffen von Menschen mit gemeinsamen Interessen in einer Kneipe oder einem Café, oder buchstäblich der Tisch, an dem sie sich versammeln. Im Falle der Deutschen Tolkien Gesellschaft ist es auch die Bezeichnung für eine Lokalgruppe von Gesellschaftsmitgliedern (vgl. “Smial”). Der Flammifer plant, alle Smials der DTG vorzustellen uns beginnt  mit Köln, Tübingen und Berlin.

Himmel von Rohan
In unserer Reihe “Mittelerde ist überall” stellen wir die Mitgesellschaften der DTG auf der ganzen Welt vor. In dieser Ausgabe erzählt uns Patty Howerton über “Skies of Rohan – The Idaho and Montana Tolkien Society”, zu deren Hauptzielen es gehört, Schüler der Sekundarstufe zum Lesen von HdR und anderen Werken von Tolkien zu ermutigen.

Ein Brief von Tolkien
In dieser Ausgabe haben wir die seltene Gelegenheit, einen Brief zu veröffentlichen, den J.R.R.Tolkien am 12. März 1963 an Michael Zeilinger schrieb. In dem Brief weist Tolkien darauf hin, dass der Hobbit “kein symbolisches Buch ist (…), meine Absicht war es, eine andere Welt voller Schönheit, Melancholie und Mysterium zu schaffen – und ich hoffe auf Aufregung”.

Verschiedenes
Neben den oben genannten Artikeln enthält diese Ausgabe Tolkien-Spaß und Satire, einen Bericht über den Tolkien Tag 19 in Augsburg, Jan Giesels Gedanken darüber, was die Deutsche Tolkien Gesellschaft sein sollte (literarische Gesellschaft oder Fanclub?), eine Rezension des offiziellen Ring*Con 2004 DVD-Sets und Illustrationen von Linda Budinger, Dagmar Jung und Silke Molitor. Das Cover zeigt die aufregende Illustration “Khazad-dûm” des britischen Künstlers Kevin Crossley.

Summary

Wolfgang Krege 1939-2005
On April 13th, 2005, German translator and Tolkien expert Wolfgang Krege died unexpectedly at the age of 66.In an obituary,the German Tolkien Society honours Krege as a skilful and controversial translator.

Translation problems
The second German LotR translation by Wolfgang Krege has been subject to rather emotional and at times unfair criticism by Tolkien fans and experts alike. In an attempt to provide the critics with facts, several DTG members have prepared a list of what they feel are factual errors in the new translation. This issue of Flammifer includes two articles on the matter which delineate opposing view-points. Michaela Zehetner argues that the DTG list is biased in favour of the first translation by Margaret Carroux and claims that the entire discussion exposes an out-dated understanding of translation. Lisa Kuppler suggests that the subtly ironic interpretation underlying Wolfgang Krege’s translation fails to do justice to Tolkien’s work.

Tolkien Stammtisch
“Stammtisch” is a regular gathering of people with a common interest in a pub or café,or literally the table that they gather at. In case of the German Tolkien Society, it is also the term for a local group of Society members (cf. “smial”). Flammifer plans to introduce all of the DTG’s smials, starting with Cologne, Tübingen and Berlin this time.

Skies of Rohan
Our series “Middle-earth is everywhere” introduces the DTG’s fellow societies around the world. In this issue, Patty Howerton tells us about Skies of Rohan – The Idaho and Montana Tolkien Society, one of whose main goals is to encourage secondary school students to read LotR and other works by Tolkien.

A letter from Tolkien
In this issue, we have the rare opportunity to publish a letter which J.R.R.Tolkien wrote to Michael Zeilinger on March 12th,1963. In the letter Tolkien points out that The Hobbit “is not a symbolic book (…), my intention was to create another world full of beauty, melancholy and mystery – and I hope of excitement.”

Miscellaneous
Apart from the articles mentioned above, this issue of Flammifer contains Tolkien fun and satire, a report on Tolkien Tag 19 in Augsburg, Jan Giesel’s thoughts on what the German Tolkien Society should be all about (literary society or fan club?), a review of the official Ring*Con 2004 DVD set, and illustrations by Linda Budinger, Dagmar Jung and Silke Molitor. The cover shows British artist Kevin Crossley’s exciting illustration “Khazad-dûm”.