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Literatur. Fantasy. Fandom.

Flammifer 20

Inhaltsverzeichnis

Flammifer 20 - Cover

Flammifer 20 – Cover

  • Umschlagkünstler: Yannis Roumboulias
  • Liebe Mitglieder
  • Impressum
  • Inhaltsverzeichnis
  • Veranstaltungskalender
  • Tolkien Seminar 1
  • Aufruf: Foto-CD der DTG
  • Herr der Ringe-Marathon – Eine Nachlese
  • Portrait: Tolkien-Gesellschaft Griechenland
  • Die Landkarten zum Silmarillion
  • Meriadoc Brandibock – eine unterschätzte Figur im Herrn der Ringe
  • Rezension: Helmut W. Pesch, Elbisch
  • Rezension: Wolfgang Krege, Elbisches Wörterbuch
  • Rezension: Kuby/Hageböck, Harry Potter. Der Herr der Ringe. Unterscheidung tut not.
  • Rezension: Marcel Feige, Das neue Lexikon der Fantasy
  • Rezension: Stefan Bauer (Hg.), Das Vermächtnis des Rings
  • Rezension: Xbox, Die Gefährten
  • Hôkírinar Maksâtanva
  • Noch ein Tolkien Test…
  • Leserbriefe
  • English Summary
  • Bilderseiten: Ring*Con 2003

50 Jahre Herr der Ringe und weitere Gründe zu feiern…

Liebe Mitglieder,

am 29. Juli 1954 erschien The Fellowship of the Ring mit einer Auflage von 3.000 Exemplaren. Der Verlag George Allen and Unwin ging ein verhältnismäßig großes wirtschaftliches Risiko mit der Herausgabe der Trilogie ein. Über Jahre hinweg hatte das eine oder andere Ärgernis Tolkien und den Verlag getrennt und die Dinge nicht einfacher gemacht. Nicht zuletzt die Tatsache, dass seine sechs Bücher nun in drei Bände gequetscht wurden, ließ den Professor zögern. Doch das Risiko zahlte sich aus und bereits 1955 wurden Exemplare nachgedruckt. Kein Welt bewegendes Ereignis und noch weit von dem Kultstatus entfernt, den Der Herr der Ringe heute innehat.

Erfreulich ist aus der Sicht einer literarischen Gesellschaft, dass nun endlich wieder das Buch im Vordergrund stehen kann – und wird. Unser Seminar zeigt die klare Ausrichtung der DTG und ihre wissenschaftlichen Ansprüche, genauso wie die Zusammenarbeit mit der Phantastischen Bibliothek 2005 bei einer gemeinsamen Konferenz. Die Inklings Gesellschaft für Literatur und Ästhetik unterstützt uns hierbei ideell.

2005 ist auch das Jahr der großen Konferenz in Birmingham, deren Programm die DTG maßgeblich mitgestalten wird. Nach 1992 ist dies die zweite große Veranstaltung der Tolkien Society, die die Forschung weiter nach vorne und die Diskussion um die Werke des Professors lebendig gestalten wird.

Genauso erfreulich ist aber auch, dass die großen Fantasyveranstaltungen, die sich im Zuge der Verfilmung entwickelt haben, weitergeführt werden. Tolkien Fest, Schicksalsfest und das schweizerische Mittelerde Fest sind die größten ihrer Art und ziehen mehrere hundert Tolkienfans mit reichhaltigem Programm in ihren Bann. Auch das große Interesse am Thing, dem vielleicht „tolkieneskesten“ Treffen im deutschsprachigen Raum, ist gestiegen und wir ziehen in die größere Burg Hohensolms, um den Wünschen zu entsprechen.

Von einem Event haben wir uns verabschieden müssen: der Ring*Con. Der sehr hohe Zeit- und Arbeitsaufwand hat einen Event hervorgebracht, auf den wir stolz sein können. Über 2.500 Fans aus mehr als 20 Ländern waren letztes Mal dabei und die DTG hat die Ring*Con ins Leben gerufen. Doch wie bei allen guten Dingen, die sich entwickeln, müssen auch wir sagen können, dass man getrennte Wege geht. Das Interesse an Literatur ist auf der Ring*Con zwar recht groß, aber der Nutzen für die DTG gering. Waren bei der ersten Veranstaltung noch gut 40 neue Mitglieder gewonnen worden, waren es bei der zweiten gerade mal 14 – und das bei doppelt so vielen TeilnehmerInnen! Es lohnt sich für uns als Verein nicht, aber sicherlich für die vielen Fans, die am Event mitmachen und ihn lebendig gestalten. Wir wünschen der Ring*Con alles Gute!

Es gibt noch viel, was die DTG und ihre AktivistInnen tun können. Daher enden diese „warmen Worte“ auf einer gut gelaunten Note: in Hamburg gibt es wieder einen Tolkien Tag, das Thing VI wird fantastisch und es gibt genügend Projekte, die wir noch verwirklichen können. Also!

Best Wishes

Euer Marcel

Umschlagkünstler: Yannis Roumboulias

Beginnend mit dieser Ausgabe möchten wir auf dem Titel des Flammifer jeweils eine Künstlerin oder einen Künstler aus dem Land präsentieren, dessen Tolkien-Gesellschaft wir im Heft vorstellen. Den Anfang macht der 22-jährige griechische Zeichner Yannis Roumboulias (oder Rubus, wie er seine Bilder signiert) mit seiner Illustration „The Fall of the High King“. Sie stellt den Kampf zwischen Morgoth und Fingolfin vor den Toren von Angband dar (nachzulesen im Silmarillion). Yannis ist gerne unserer Bitte nachgekommen, sich den Lesern des Flammifer in eigenen Worten vorzustellen:

Schon sehr früh, im Alter von drei Jahren, habe ich meine ersten Zeichenversuche unternommen. Doch seit ich mit 16 zum ersten Mal den Herrn der Ringe las, ist das Werk J.R.R. Tolkiens eine stetige Quelle der Inspiration für mich. Tolkiens Helden haben ebenso wie die von Robert Howard erschaffenen Figuren für alle Zeiten ihre Spuren in meiner Seele hinterlassen, denn in ihnen habe ich viel von mir selbst entdeckt. Ganz besonders fühle ich mich den Charakteren Aragorn, Túrin und Conan verbunden.

Die meisten meiner Bilder entstehen mit Hilfe von Bleistift und Tusche, doch zur Kolorierung benutze ich das Computerprogramm Photoshop. Ich denke, dass mir das Zeichnen mit dem Bleistift am meisten liegt. Unter meinen Vorbildern finden sich viele Comiczeichner wie John Buscema, Claudio Castellini, Frank Frazetta, Mike Deodato, Jim Lee, Bart Sears und Sergio Aragones.

Leider wurde bisher keine meiner Illustrationen zum Herrn der Ringe und zum Silmarillion veröffentlicht, jedoch hat sich der Verlag Aeolos bei der Covergestaltung der griechischen Ausgaben von Farmer Giles of Ham, Roverandom und Smith of Wootton Major meiner Hilfe bedient, ebenso wie für Hawkmoon von Michael Moorcock und die Conan-Serie von Robert Howard. Mein größter Traum wäre es, irgendwann meine eigene Comic-Interpretation des Herrn der Ringe zu veröffentlichen.

Wie die meisten meiner Bilder habe ich „The Fall of the High King“ zunächst in Schwarzweiß von Hand gezeichnet und dann mit Photoshop nachkoloriert. Die dargestellte Szene ist für mich eine der kraftvollsten und emotionalsten in der gesamten Geschichte der Heroic Fantasy, denn das Dunkel vertreibt das Licht, aber nicht die Hoffnung. Obwohl Fingolfin bewusst war, dass er zu seinem Untergang marschiert, gab er niemals auf und fiel wie ein wahrer König. Dies hat mich tief beeindruckt und mich gelehrt, dass es sich lohnt, für seine Überzeugungen zu streiten, selbst im Angesicht der sicheren Niederlage.

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