Hither Shore
Interdisciplinary Journal
on Modern Fantasy Literature
Jahrbuch der
Deutschen Tolkien Gesellschaft e.V. (DTG)
Wieder im gewohnten Rhythmus fand vom 28 bis so. Ottober 2022 in Jena das 18. Tolkien Seminar der Deutschen Tolkien Gesellschaft zum Thema „Raum und Zeit in Tolkiens Werk“ statt. Es verdankt sich u. a. dem kurz vorher veröffentlichten Band Natur und Wesen von Mittelerde und dessen Bedeutung für die Erforschung einer kohärenten und schlüssigen Ausgestaltung von Arda. Denn die dort erschienenen Texte zeigen deutlich, wie intensiv sich Tolkien mit den unterschiedlichsten Aspekten des Raum-Zeit-Kontinuums auseinandergesetzt und welche Bedeutung er den chronologischen wie geographischen Fragen beigemessen hat. Uber diese Perspektive des „Worldbuildings“ hinaus ist das Thema „Raum und Zeit“ aber auch unter verschiedensten narrativen Aspekten aufschlussreich – beispielsweise für die Erforschung historischer Bezugnahmen für die Gestaltung der sekundärweltlichen Geschichte, räumliche Repräsentationen und Dimensionen mit der mythologischen Bedeutung physischer Größen oder die linguistische Frage nach den Besonderheiten und Zusammenhängen von Raum- und Zeitreferenzen im Elbischen. Die Fülle der Beiträge, die für das Seminar eingereicht wurden, bestätigte wieder einmal, wie reichhaltig das Werk Tolkiens ist und zu welch vielfältigen Fragestellungen es Anlass gibt.
Jedoch konnten leider weder alle Personen, die einen Beitrag für das Seminar geplant hatten, diesen dort vorstellen, noch alle derjenigen, die beim Seminar präsent waren, diesen für Hither Shore veröffentlichen. Daher können wir in diesem Band nur einen kleinen Ausschnitt des weiten thematischen Spektrums abdecken – in der Hoffnung, dass vielleicht die eine oder andere Perspektive noch zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen werden kann.
Zu den Seminarbeiträgen gesellen sich zwei Beiträge aus dem Kreis der Herausgeber:innen mit Thomas Honeggers Überlegungen zu Konzepten des Königums in den Werken der Inklings und Thomas Fornet-Ponses Ausführungen zu philosophischen Aspekten der Körperlichkeit in Arda. Darüber hinaus konntenwir dieses Jahr eine ganz erkleckliche Anzahl von Rezensionen aufnehmen, was auf andere Weise der Bandbreite der Tolkienforschung Ausdruck verleiht.
Zum Schluss darf der übliche Dank nicht fehlen, der jedoch keine lästige Pflicht, sondern vielmehr Freude über eine eingespielte und bewährte Zusammenarbeit ist: Zunächst seien Dr. Evelyn Koch (Uni Marburg) und Prof. Dr. Thomas Honegger (Uni Jena) für die Mitarbeit im Board of Editors gedankt, wobei Thomas Honegger auch in gewohnt souveräner Manier die Organisation des Seminars in Jena vor Ort übernommen hat. Außerdem danke ich herzlich Prof. Dr. Oliver Bidlo und Dr. Hanna Kröger-Bidlo vom Oldib Verlag für eine wiederum
zuverlässige und kompetente Zusammenarbeit bei der Publikation dieses Bandes.
Thomas Fornet-Ponse