Tolkien in den Medien Juni 2026

Kurz notiert - 2023 - Tobias M. Eckrich

Das Team vom Auenland Kurier hat im Juni 2026 acht tolkieneske Nachrichten aus der Medienberichterstattung gefunden und ausgeführt.

Unveröffentlichte Übersetzung von Tolkien entdeckt

In den Archiven der Bodleian Library ist eine bisher unveröffentlichte Übersetzung von J.R.R. Tolkien entdeckt worden – und zwar von dem Tolkien-Forscher Andoni Cossio. Es handelt sich um ein etwa zehn Seiten umfassendes Typoskript von Tolkiens Übersetzung des mittelalterlichen religiösen Textes Sawles Warde in frühmittelenglischer Sprache. Die Übersetzung entstand vermutlich 1955 oder 1956.

Sawles Warde stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert. Der Text erzählt in allegorischer Form von einem Haus, das den menschlichen Körper symbolisiert und die Seele vor den Mächten des Bösen schützen soll. Die nun veröffentlichte Übersetzung gewährt neue Einblicke in Tolkiens Schaffen als Sprach- und Literaturwissenschaftler.

Die Veröffentlichung ist über Oxford Academic frei zugänglich und steht als PDF zum Download bereit. Der Artikel von Andoni Cossio und Nelson Göring trägt den Titel Sawles Warde: A Critical Edition of His Unpublished Translation of the Early Middle English Homily Sawles Warde. Enthalten sind neben der Übersetzung Informationen über die Entstehungsgeschichte des Manuskripts, über Tolkiens Beschäftigung mit mittelenglischen Texten sowie ausführliche Kommentare und Anmerkungen.

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Biografie von Andy Serkis

Am 5. November 2026 erscheint die Autobiografie von Andy Serkis My Pressures: The Bizarrely True Story of Andy Serkis. Das Buch umfasst 400 Seiten und ist auch als Hörbuch mit einer Laufzeit von etwa zwölf Stunden erhältlich. Die Taschenbuchausgabe kostet 16,99 Euro und das Hardcover liegt bei 28,99 Euro.
In dem Buch erzählt Andy Serkis von seiner Kindheit zwischen Ruislip und Bagdad, seinen prägenden Schauspielmentoren und seinen Anfängen auf den Bühnen regionaler Theater. Auch schreibt er über seine Leidenschaft für Film und Bergsteigen und die Liebe zu seiner Frau Lorraine Ashbourne. Natürlich widmet sich Serkis auch dem Wendepunkt seiner Karriere, als er 1999 als Gollum für „Der Herr der Ringe“ gecastet wurde. Die Rolle machte ihn weltberühmt. Außerdem gewährt er einen Blick hinter die Kulissen zahlreicher weiterer Produktionen, an denen er mitgewirkt hat: wie etwa seine Arbeit als King Kong in Peter Jacksons Film, Caesar in den „Planet der Affen“-Filmen und der Oberste Anführer Snoke in „Star Wars“.

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Peter Jackson spricht über weitere Filmrechte

Regisseur Peter Jackson hat in einem Interview mit Deadline während der Filmfestspiele in Cannes erklärt, dass er gemeinsam mit Warner Bros. Pictures Gespräche mit dem Tolkien Estate über mögliche weitere Verfilmungsrechte führt. Bislang verfügt Middle Earth Enterprises über die Filmrechte an Der Hobbit, Der Herr der Ringe und den Anhängen. Die Inhalte dieser Werke dürfen also für filmische Adaptionen genutzt werden. Christopher Tolkien, der den literarischen Nachlass seines Vaters verwaltete, hatte sich wiederholt kritisch über Verfilmungen geäußert. Inzwischen wird der Nachlass von der nächsten Generation der Familie betreut, die laut Peter Jackson offener für Gespräche ist. Ob es aber tatsächlich zu neuen Lizenzvereinbarungen kommt und welche Werke davon betroffen wären, ist derzeit noch offen. Jackson erklärte zudem, es sei wünschenswert, sich künftig nicht mehr auf die Anhänge beschränken zu müssen und stattdessen auf umfangreicheres Material zurückgreifen zu können.

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Update zu Die Ringe der Macht

Die dritte Staffel der Amazon-Serie „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ startet im November 2026. Sie setzt mehrere Jahre nach den Ereignissen der zweiten Staffel ein und spielt auf dem Höhepunkt des Krieges der Elben gegen Sauron. Der Dunkle Herrscher versucht, den Einen Ring zu schmieden, um damit den entscheidenden Vorteil im Krieg zu bekommen, alle Völker seinem Willen zu unterwerfen und schließlich ganz Mittelerde zu beherrschen.

Auch zur vierten Staffel, die bereits in Planung ist, gibt es Informationen. Die Dreharbeiten sollen Anfang 2027 beginnen. Ab Herbst sollen die Vorproduktionen starten. Hält Amazon am bisherigen Veröffentlichungsrhythmus fest, könnte die vierte Staffel im Jahr 2028 zu sehen sein. Amazon hat sich beim Erwerb der Fernsehrechte an Tolkiens Anhängen im Jahr 2017 zur Produktion von fünf Staffeln verpflichtet. Die Geschichte von „Die Ringe der Macht“ dürfte uns noch einige Jahre begleiten.

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Open World Game angekündigt

Das Entwicklerstudio Warhorse Studios hat auf seinem Instagram-Kanal angekündigt, an einem Open-World-Spiel in Mittelerde zu arbeiten. Das vergleichsweise kleine Studio wurde vor allem mit „Kingdom Come: Deliverance“ bekannt. Das Spiel verkaufte sich mehr als 15 Millionen Mal und wurde mit über 50 Auszeichnungen geehrt. Es zeichnet sich durch seine historisch akkuraten Darstellungen aus. In einem Community-Stream bestätigte Warhorse, dass Viktor Bocan, Design Director von „Kingdom Come: Deliverance 2“, die Leitung des Projekts übernommen hat. Er bezeichnete das Vorhaben als echtes Herzensprojekt des Studios. Communications Director Tobias Stolz-Zwilling erklärte, das Spiel solle eine „zutiefst immersive“ und „lebendige“ Version von Mittelerde bieten, mit unvergesslichen Schauplätzen und interessanten Charakteren und einem starken Schwerpunkt auf der erzählerischen Gestaltung. Entwickelt werde das Projekt nach derselben Designphilosophie, die schon „Kingdom Come: Deliverance“ so erfolgreich gemacht hat.

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Magic Con 2026

Die Magic Con, die vom 4. bis 6. Oktober im Maritim Hotel stattfindet, bringt auch dieses Jahr wieder einige Stargäste aus der Welt von Mittelerde nach Bonn: Sylvester McCoy, David Wenham, Craig Parker, Graham McTavish und John Bell. Sylvester McCoy spielte Radagast, Graham McTavish mimte Dwalin und John Bell stellte den jungen Bain in den „Hobbit“-Filmen dar. David Wenham verkörperte Faramir und Craig Parker, der schon fast Stammgast auf der Magic Con ist, spielte den Elben Haldir in den „Herr-der-Ringe“-Filmen. Außerdem sind noch weitere Schauspieler aus anderen Filmuniversen zu Gast. Duncan Lacroix und Richard Rankin spielten in „Outlander“. Stephen Moyer kennt man aus „True Blood“.

Die Preise für Autogramme und Fotosessions liegen zwischen 40 und 75 Euro. Das Meet & Greet mit Craig Parker, John Bell, Graham McTavish und Sylvester McCoy kostet 199 Euro, mit David Wenham 299 Euro. Die genauen Preise stehen auf der Website der Magic Con.

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Papst zitiert Gandalf

In seiner ersten Enzyklika Magnifica Humanitas (Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz) greift Papst Leo XIV. die Herausforderungen auf, die Künstliche Intelligenz für die Gesellschaft und die Kirche mit sich bringt. Das Schreiben behandelt unter anderem Fragen der Menschenwürde, der Subsidiarität, der Gerechtigkeit und der Solidarität.

Im Absatz 213 zitiert der Papst Gandalf aus dem dritten Der-Herr-der-Ringe-Band Die Rückkehr des Königs. Er schreibt, ein katholischer Schriftsteller des 20. Jahrhunderts habe unsere Verantwortung mit den Worten einer seiner Figuren beschrieben: „Doch unsere Sache ist es nicht, die Welt durch alle Zeiten zu steuern, sondern in den Jahren, auf die wir beschränkt sind, zu tun, was wir können, um das Übel auf den uns bekannten Feldern auszujäten, damit jene, die nach uns kommen, einen guten Boden vorfinden.“

Gandalf richtet diese Worte an die Heerführer der Allianz gegen Sauron vor der entscheidenden Schlacht um Mittelerde. Hinter dieser Passage steht die Frage der Verantwortung jedes Einzelnen, dem Bösen entgegenzutreten, damit es nicht die Oberhand gewinnt. Gerade in Zeiten von Krieg, Gewalt und gesellschaftlichen Krisen.

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Neue Herr-der-Ringe-Münzen

Die britische Royal Mint hat anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der „Herr der Ringe“-Filmtrilogie Der-Herr-der-Ringe-Münzen angekündigt und eine 50-Pence-Sondermünze vorgestellt. Die in Wales geprägte Münze zeigt den Einen Ring und elbische Schriftzeichen. Erstmals kommt auf einer britischen Münze eine Ätztechnologie zum Einsatz. Durch diese Technik wird das Licht präzise gebündelt, sodass ein verborgenes Bild sichtbar wird, das das allsehende Auge Saurons zeigt. Der Designer Thomas T. Docherty ergänzte die Gestaltung mit einer Inschrift in elbischer Schrift und schwarzer Sprache. Sie gibt den Vers „Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, sie alle zu bringen und in der Dunkelheit zu binden“ wieder. Die Vorderseite der 50-Pence-Münze zeigt das offizielle Münzporträt von King Charles III.

Laut Auskunft der Royal Mint wird die Serie sieben Münzen umfassen. Die günstigste Ausführung kostet 15 Pfund, die teuerste Münze 2.420 Pfund. Derzeit ist nur noch die 15-Pfund-Version erhältlich. Sie kann ausschließlich in einem Sieben-Münzen-Set bestellt werden. Die Serie erscheint gestaffelt in den nächsten zwei Jahren. 2026 werden drei Münzen veröffentlicht, 2027 folgen zwei weitere und 2028 die letzten beiden. Der Preis von 15 Pfund wird jeweils bei Erscheinen der einzelnen Münzen berechnet. Zusätzlich fallen noch Kosten für Versand und Zoll an.

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Credits:

Titelfoto: Tobias M. Eckrich

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