Rezension: Der Hobbit – illustriert von Tove Jansson

Von J.R.R. Tolkiens Der Hobbit wurde eine neue Ausgabe veröffentlicht: Am 13. September 2025 erschien erstmals eine Ausgabe mit Illustrationen der finnlandschwedischen Zeichnerin Tove Jansson in Deutschland, und zwar im Klett-Cotta Verlag. Die halbleinengebundene Ausgabe mit Lesebändchen und kostet 35 Euro. Aus dem Englischen wurde The Hobbit von Wolfgang Krege übersetzt.

Was ist drin?

Das Buch enthält die zweite deutsche Übersetzung von Der Hobbit oder Hin und Zurück von Wolfgang Krege, die 1997 zum ersten Mal in Deutschland erschienen ist. Was diese Ausgabe von anderen unterscheidet, sind die Illustrationen von Tove Jansson. Das Cover zeigt die gleiche Farbzeichnung von Tove Jansson, die auch die schwedische Erstausgabe schmückte. Im Buch gibt es zwölf ganzseitige Illustrationen und fast fünfzig kleinere Zeichnungen in Schwarzweiß. Auf dem Vor- und Nachsatz des Buches ist „Thorins Karte“ bzw. die „Wilderland-Karte“ von J.R.R. Tolkien in drei Farben gedruckt. Jeweils auf deren Rückseite befindet sich eine ganzseitige farbige Abbildung (zweimal die gleiche) von Tove Jansson. Neben der Originalgrafik der schwedischen Erstausgabe auf dem Cover gibt der Halbleineneinband mit der am Rücken in Bronze geprägten Schrift dem Band ein besonderes Aussehen.

Illustrationen

Tove Jansson war eine finnlandschwedische Schriftstellerin, Zeichnerin, Comicautorin, Grafikerin, Illustratorin und Malerin. Bekannt wurde sie vor allem durch die „Mumins“ (im schwedischen Original „Mumintrollen“). Im Jahr 1960 wurde Tove Jansson von der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren, seinerzeit Verlegerin bei dem schwedischen Verlag Rabén & Sjögren, gebeten, Illustrationen für die schwedische Übersetzung von The Hobbit zu erstellen. Zwei Jahre später wurde Bilbo – en hobbits äventyr, illustriert von Tove Jansson, veröffentlicht. Im Jahr 1973 erschien Lohikäärmevuori mit ihren Illustrationen in Finnland.
Jansson beschrieb Lindgren, wie sie die Hobbit-Illustrationen unbedingt von ihrer „Mumin-Welt“ trennen wollte: „Ich habe versucht, mich von meinem ‚Mumin-Stil‘ mit seinen sorgfältigen Linienzeichnungen und gewissenhaft ausgefüllten Flächen zu lösen.“ Die Zeichnungen spiegeln Janssons innere Welt und zeigen die Eindrücke, die Tolkiens Texte bei ihr hinterlassen haben: „Für mich war es ein Abenteuer, J.R.R. Tolkiens Der Hobbit zu illustrieren.“
Sie fertigte bis zu sechzig verschiedene Versionen jeder Figur an, bevor sie endlich zufrieden war. Sie beschäftigte sich aber vor allem ausgiebig mit den Landschaften. In einigen Zeichnungen sind die Figuren sogar besonders klein gezeichnet, um die Landschaften hervorzuheben. Amüsanterweise ist gerade ihr gezeichneter Gollum enorm groß, was wohl auch Tolkien selber überraschte, der erkannte, dass er Gollums Größe nie genauer beschrieben hatte. In der zweiten Ausgabe von Der Hobbit wurde er dann als kleine, schleimige Kreatur beschrieben.1

Inhalt

Für Leser*innen, die noch nicht das Vergnügen hatten, den Hobbit zu lesen, kurz zum Inhalt: Bilbo Beutlin lebt in seiner gemütlichen Höhle Beutelsend, bis er eines Morgens mit Gandalf ein Pläuschchen hält. Kurz darauf erhält er Besuch von dreizehn Zwergen und befindet sich von einem Tag auf den anderen mitten in einer abenteuerlichen Reise. In deren Verlauf begegnet Bilbo vielen Geschöpfen und zum Teil bedrohlichen Kreaturen und besteht allerlei Herausforderungen.
Der zeitlose Kinderbuchklassiker von J.R.R. Tolkien, vor 88 Jahren das erste Mal erschienen, hat von seiner Faszination nichts verloren. Die Erzählweise, die an Geschichtenerzähler erinnert, die alte Legenden wiedergeben, beflügelt nach wie vor die Fantasie und lässt die Leser*innen einen ersten Einblick in die Welt von Mittelerde gewinnen. Die auktoriale Erzählperspektive macht den Hobbit auch zu einem guten Vorlesebuch.

Fazit

Da ich von kreativen Umsetzungen geschriebener Geschichten immer wieder fasziniert bin, macht mir das Buch mit seinen Illustrationen Spaß. Vor allem, weil mich die Zeichnungen von Tove Jansson ansprechen. Für mich zeigen sie eine von unzähligen Möglichkeiten der gestalterischen Umsetzung des Hobbit. Die Zeichnungen geben einen Einblick in die vielfältige Vorstellungswelt der Fantasy.

Credits:

Foto: Tobias M. Eckrich

Eckdaten zum Buch

Preis: 35
Format: Hardcover
Seiten: 376
Herausgeber / Autor: J.R.R. Tolkien
Verlag: Klett-Cotta
Sprache: deutsch
ISBN: 978-3-608-98888-8
Übersetzung: Wolfgang Krege
  • Hat Dir der Beitrag gefallen?
  • janein
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner
Share via
Copy link