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| Frequently Asked Question zu Tolkien |
| Original oder Übersetzung - was sollte ich lesen? |
| In den verschiedensten Foren hat sich eine sehr differenziert geführte Diskussion zu diesem Thema ergeben. Wir versuchen hier, das Wichtigste zusammenzufassen |
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| Fehlende Sprachkenntnisse |
| Klar ist: die wenigsten Durchschnittsleser beherrschen die Sprache des zu übersetzenden Buches besser als ein ausgebildeter, erfahrener Übersetzer. Feinheiten der Originalsprache können nur dann verstanden werden, wenn man die Sprache entsprechend in Wort und Schrift beherrscht. Es ist daher schwierig ein Buch zu genießen, bzw. es überhaupt zu verstehen, wenn man nicht die Grundlagen beherrscht - ein Wörterbuch ist sicher eine Hilfe, hemmt aber auch zuweilen den Lesefluß |
| Bei der Übersetzung geht viel von der Stimmung verloren |
| Hier gibt es zwei unterschiedliche Meinungen. Die einen sagen, daß viele Anspielungen, die Wortwahl, die gesamte Atmosphäre nicht aus einer anderen Sprache in das Deutsche übertragen werden kann. So ist z.B. Tolkiens "Herr der Ringe" zwischen ca. 1937 und seiner Herausgabe 1954 natürlich zu einer Zeit geschrieben worden, in der eine andere Sprachlichkeit herrschte als im 21. Jahrhundert |
| Andere sagen: gerade drum ist die Übersetzung die bessere Variante. Sie kann für Leser von heute eine Wortwahl anbieten, die das ganze stimmig zur Gegenwart rüberbringt |
| Eine wirkliche Empfehlung gibt es nicht |
| Dies liegt an Dir allein. Kannst Du genug Englisch, um Tolkien zu verstehen? Hast Du ein besonderes Ohr für die bezaubernde Sprachmelodie des Englischen - Deutsch klingt manchmal so hölzern? Bist Du der Meinung: Autoren liest man im Original - Goethe lese ich ja auch nicht auf japanisch? |
| Klar ist: wer kein Englisch oder nicht genügend kann, der sollte die Finger davon lassen. "Der Herr der Ringe" ist dafür im Vokabular zu anspruchsvoll, schon zu archaisch. Aber wer ein wenig Ehrgeiz hat und mit einem Wörterbuch neben sich leben kann... Und für die, die Englisch wirklich gut können: selbstverständlich liest man es dann im Original :) |
| Stimmen aus dem Mittelerde-Forum |
| Gandalf der Weiße Diese ewige Frage "ist das Original besser als die Übersetzung" ist so alt wie alle Übersetzungen. Wenn ich dann allerdings die Antworten lese daß man doch selber das Original lesen möge, weil es eben doch die beste Fassung sein, fällt mir folgendes dazu ein. Fast immer ist das Original besser als alle Übersetzungen, weil der Schreiber in seiner Sprache etwas ausdrückt was in anderen Sprachen so nicht oder nur bedingt geht. Werden diese Ideen übersetzt, geht meist etwas verloren. Ist der Übersetzer allerdings gut, kann es durchaus sein, daß an anderer Stelle etwas gewonnen wird, weil eine Idee sich in der Sprache in die übersetzt wird zufälligerweise genausogut oder gar besser ausdrücken läßt |
| Theodrim Mein Englisch reicht normalerweise für den täglichen Gebrauch und für geschäftliche Dinge, sowie Fachgespräche vollkommen aus. Trotzdem habe ich meine Schwierigkeiten, die Vielschichtigkeit der Sprache Tolkiens im Original voll zu erfassen. Sie ist für Otto-Normal-Leser wohl doch etwas zu anspruchsvoll. Andererseits stelle ich zunehmend fest: Lesen bildet (*g* wem was's nicht klar?). In diesem Fall heißt das, ich fange allmählich an ein Gefühl für diese Sprache zu bekommen, bin aber noch nicht da, wo man hin muß, um das Original voll genießen zu können |
| Patroni Ich lese auch alles, was geht, lieber im Original, weil englisch meinem Gefühl nach eine viel bessere Erzählsprache ist. Ich habe vor einigen Jahren mal versucht, ein Buch auf portugiesisch zu lesen, das hat gar nicht hingehauen. Nicht nur, weil mein portugiesich viel schlechter ist als mein englisch, sondern eher, weil es eine ziemlich pathetische Sprache ist, zum Sprechen und Streiten viel besser geeignet. Deutsch dagegen ist super, um komplizierte Zusammenhänge exakt und zweifelsfrei darzustellen, z.B. in wissenschaftlichen Texten. Dafür ist englisch einfach zu unscharf. Bei alledem sollte man aber nicht vergessen, dass nicht jeder genug Sprachkenntnisse hat, um ein dickes Buch ohne Quälerei durchzulesen. Für die meisten gilt, besser eine durchschnittliche Übersetzung als ein gutes Original. Das wichtigste beim Lesen ist immer noch der Genuß |
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