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| Das Tolkien-Thing vom 6. bis 8. Juli 2001 |
| (Anmerkung: Der Bericht stammt aus Zeiten, als ich noch kein Mitglied der DTG war - das hat sich dann nach den Thing aber schnell geändert :)) |
| Am Anfang möchte ich gerne vorausschicken, daß ich sehr nervös war. Schon am Donnerstag war ich sehr aufgeregt, was man mir auch sehr im Chat anmerkte. Abends packte ich meine Sachen und war doch erstaunt, daß ich alles ohne Probleme unterbringen konnte. Es war sogar noch Platz! |
| Freitagmorgen brachte das Radio eine unfreiwillige Einstimmung auf das Wochenende, denn es lief der Song "Piano Man", der von TheOneRing.net einmal parodiert wurde, und so ging mir andauernd im Kopf "Sing us a Song, Mr. Underhill..." herum. |
| Pünktlich war ich am Bahnhof, es war sogar alles organisiert, um mich in den Zug zu hieven - nur kam der 10 Minuten später. Die Fahrt selbst war relativ langweilig, auch wenn es ein Erste-Klasse-Platz war (so war das nicht geplant!).
In Köln verlief das Aussteigen etwas problematischer, aber glücklicherweise konnte (ich hatte ja nur drei Mal darauf hingewiesen! Aber so ist die DB) jemand noch sehr schnell den Hebelift organisieren. |
| Der Bahnhof ist riesig, aber wir schafften es tatsächlich, uns bis zum Treffpunkt durchzuschlagen und wurden auch gleich von den richtigen Leuten angesprochen. Noch kurz den Service über die Rückreise informiert (nicht, daß sie später sagen, sie hatten keine Ahnung!) und los gings. |
| Einer der Mit-Thingler machte sich gleich am Anfang als Rucksackträger beliebt - danke noch mal! - und wir machten uns auf den Weg. Es war nur knapp zwei Kilometer bis zum Thingort, und so entkamen wir der eventuellen Verlegenheit, Bus und/oder Bahn nutzen zu müssen (was gar nicht so ohne ist, wenn man sich auf seine vier Räder verlassen muß!). Zu Fuß ging es genauso gut - na, fast. :) ("Ah, Achtung, schon wieder Glas! Ich kann gar nicht hinsehen!") |
| Gegen 17.30 h kamen wir in der Rolandstraße an und wurden gleich vom Vorstand begrüßt, der zumindest in einem Fall (Olwe) an seinem T-Shirt mit dem Aufdruck "If more of us valued food and cheer and song more than hoarded gold, this would be a merrier world" leicht zu erkennen war. Wir wurden sehr nett begrüßt und nahmen unsere Zimmerschlüssel in Empfang. Meines war ein Vierbett-Zimmer und ziemlich geräumig, so brauchte ich nicht dauernd auf irgendwelche Ecken oder meine Finger zu achten. |
| Danach trafen wir uns im hauseigenen Bistro, wo man auch etwas essen konnte. Trinken war der Hitze aber eindeutig wichtiger. Am besten waren allerdings die goldenen Gummibärchenringe von Klett-Cotta, komplett mit Auge auf der Packung. So konnte jeder seinen eigenen Beitrag zur Ringvernichtung leisten (ich protestiere! Es waren aber nur sechs Ringe in einer Packung, und einer hatte kein Loch!).
Anschließend fand die Mitgliederversammlung statt, zu der doch auch die Nichtmitglieder eingeladen waren (das kann schon recht interessant sein, ich erinnere an das Stichwort "Satzungsänderung". ;) |
| Außerdem gibt es ein paar Leute, die tatsächlich nur Mitglied werden wollen, wenn sie das 111. Mitglied werden - aber die Zahl ist bereits vergeben), nur durften die nicht mit abstimmen. Doch war die Stimmung sehr heiter. Im gewissen Sinne lohnte es sich auch, denn jeder der Anwesenden bekam ein "Buch des Jahrhunderts"-Banner geschenkt (als "Traditionalist" darf man es allerdings nicht aufhängen, da dort leider "neue Übersetzung" zu lesen steht). |
| Der Raum selbst war mit Bildern einer Thingteilnehmerin verziert, die wirklich sehr gelungen waren (ich hätte gerne das mit Frodo und Bilbo! ;) Na, vielleicht nächstes Jahr!). |
| Danach gingen wir noch etwas trinken. Durch Zufall kamen wir dann auf das Thema Film zu sprechen, so folgte eine Diskussion über den Bakshi-Film (der teilweise wirklich nicht so schlecht ist!) und den Nachfolger. Bereits hier fielen die unheilvollen Worte "Return of the King". |
| Als wir in den großen Raum zurückkamen, hielten einige auf dem Balkon bereits eine kleine Lesung ab. Jeder, der wollte, konnte aus Tolkien's Werken etwas lesen. Besonders eindrucksvoll habe ich noch Ankes "Begegnung mit Faramir" sowie Lindirs (ja, der war auch da!) Darstellung vom guten alten Smaug im Ohr. Irgendwann jedoch wurde es sehr spät und als es dann auch noch eine Weile geregnet hatte, fand ich es besser, ins Bett zu gehen. Noch nicht mal Licht mußte ich machen, weil die Blitze alles so hell erleuchteten. :) |
| Beim Frühstück am nächsten Morgen fielen wieder einige Witze. Einige hatten es tatsächlich fertiggebracht, ihr Bett erst gar nicht aufzusuchen. Schnell bemerkte jemand meinen Ring. Breites Grinsen. "Na, soll ich dir was abnehmen?" |
| Lächeln ebenfalls von meiner Seite. "Nein! Mein Schatz!" Gelächter. Meine Stimmung hebt sich wieder in luftige Höhen. Zudem höre ich wieder den magischen Namen des englischen Tolkien-Treffens im September (auch noch am 22.!). Da will ich auch hin! *schmoll* |
| Um 10.00 h folgt ein Vortrag von Rene van Rossenberg (in englisch), der darlegt, daß Gollum durchaus die Züge eines Golems hat. Das hört sich nun sicher unglaublich an, aber es war nachvollziehbar (zumindest, was mich angeht). Mit kleinen Abweichungen erfüllen sich die charakterisierenden Merkmale. |
| Die daran anschließende kurze Pause dehnte sich jedoch auf 50 Minuten aus, weil die meisten viel zu neugierig auf Renes Tolkien-Shop waren und sich unbedingt eindecken wollten. *seufz* Tja, also sah ich mir das Ganze mal an. |
| Meine Augen wurden immer größer - es gab wirklich alles. Schließlich wanderten der neue Kalender von 2002, "Finn and Hengist" und "The complete Guide to Middle Earth" in meine Tasche. Ein T-Shirt mit dem bereits erwähnten Zitat hatte ich mir vorher noch zugelegt. Die CDs ließ ich lieber in Ruhe, bei Musik bin ich skeptisch, wenn ich nicht weiß, ob sie mir gefällt. |
| Als alle wieder zurück waren, ging es weiter. Thema: Ask the Experts. Zwei setzten sich nach vorne und mußten Fragen beantworten, die ihnen gestellt wurden. Allerdings mußte der, der die Frage stellte, auch die Antwort wissen. Wußte der Befragte sie nicht, wurden die Plätze getauscht. Für jede richtige Antwort gab es einen Punkt. Ich dachte mir schon, daß Lindir gewinnen würde, als er einmal vorne saß. :) |
| Danach mußten sich erst mal alle erholen und es folgte die Mittagspause. Ich nutze sie zu einem Gespräch über die Edda und Comics, daß mit einem meiner "Begleiter" schon länger geplant gewesen war. Bei der Hitze hatte ohnehin kaum jemand Hunger. |
| Dann ging es mit einem Workshop über Kritik an Tolkien und den Fans weiter. Zentrale Frage war dabei, wie man am günstigsten mit der Presse umgeht. Es heißt immer, man soll sich darüber nicht aufregen, aber wenn ihr mich fragt, stehe ich nicht gerne als Anhänger eines angeblich faschistischen Buches da (auch wenn das natürlich so totaler Blödsinn ist). Allein das Wort "Thing" erweckte wohl schon einigen Argwohn (weshalb ich noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen möchte, daß das in etwa so viel wie "Versammlung, Zusammenkunft" bedeutet!). Die Kritik beinhaltete im wesentlichen nachfolgende Punkte: |
- Nationalismus und damit einher gehender Rassismus
- Frauenfeindlichkeit
- Trivialität
- Eskapismus /Weltflucht
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| Es war auch jemand von der Presse anwesend, also konnten wir uns gleich mit ihm auseinandersetzen. Auch wenn einige der Meinung sind, daß diese Diskussion nicht so wirklich nützt und man doch denen, die immer meckern, einfach den Rücken kehren soll, so finde ich so etwas doch wichtig und auch sehr unterhaltsam. Mich stört es nicht, wenn jemand Tolkien nicht mag oder mich deswegen für verrückt hält. Was mich stört, sind die Fehler, die immer weiter verbreitet werden. Wer sich nicht die Mühe gemacht hat, das Buch zu lesen, dem steht auch keine Kritik zu, denke ich. |
| Speziell bei der "Frauenfeindlichkeit" könnte man allerdings auf die Idee kommen, daß dieses Gerücht (ich nenne es jetzt mal so, aber ihr müßt mir nicht zustimmen) nur von Nichtlesern in die Welt gesetzt wurde, denn bisher habe ich noch keinen weiblichen Fan getroffen, der sich daran wirklich gestört hätte. Warum kann man nicht einfach Fan sein und es dabei belassen, ohne sich dafür in irgendeiner Weise rechtfertigen zu müssen? Aber in Deutschland haben die Leute anscheinend oftmals ihre Schwierigkeiten damit... aber ich schweife ab, Entschuldigung. |
| Die Teilnehmer kamen mehr oder weniger zu der übereinstimmenden Meinung, daß es am besten ist, erst Kritikbewußtsein zu zeigen ("Es ist gut möglich, daß man einige Stellen so interpretieren kann") anstatt gleich heftig zu protestieren, weil das die Sache eher noch schlimmer macht.
Nach der Diskussionsrunde kam Cirdan zu uns, und wir sprachen über den Film. Das Banner, welches er mitgebracht hatte, zog einige begehrliche Blicke auf sich (nicht wahr? ;)), aber es blieb doch bis zum Abend unangetastet dort hängen. |
| Nach einigen technischen Schwierigkeiten sahen wir uns zwei Berichte aus dem Fernsehen an (einer war der bereits im Internet veröffentlichte vom N3 Kulturjournal) und dazu noch alle drei Trailer. Den aktuellen gab es insgesamt dreimal in englisch und einmal in deutsch zu sehen. Dazu durfte natürlich das Ganze in Slow Motion nicht fehlen, wobei wir alle Szenen genauer ansehen konnten. Natürlich durften wir Cirdan auch Fragen stellen. Abends gingen wir gemeinsam Essen. |
| Danach (weil es dunkel war und so kein Licht durch die Oberfenster fiel) wurde es noch einmal Zeit für die Trailer. Anschließend packte der gute Elb auch schon wieder seine Sachen. Christian spielte mit uns einen Runde "Dalli Klick". Er hatte mehrere Bilder mitgebracht, die er auf einen Projektor legte. Sie waren noch zugedeckt. Er hatte immer Papier dahinter gelegt und dort Dreicke eingeschnitten, so daß immer ein Dreieck vom Bild zu sehen war. Mit jedem Blatt weniger wurde mehr vom Bild aufgedeckt. Wer meinte zu wissen, um welches Bild es sich handelte, konnte es rufen. |
| Je nachdem, wie schnell es erraten wurde (= je weniger vom Bild zu sehen war), desto mehr Punkte gab es. Wenn man auch noch den Künstler nennen konnte, gab es einen Zusatzpunkt. Zweimal wurde das Bild gleich beim ersten freien Dreieck erraten (eins von den Totensümpfen und eines von Tolkien selbst zu "Roverandom"). Besonderes aufsehen erregte ein Bild von Beren und Luthien, bei dem Luthien doch in sehr zweifelhaftes und knappes Pink (!) gekleidet ist. *räusper* Die Zwischenrufe waren dementsprechend deftig ("Ich möchte ja nicht wissen, wo Beren jetzt gerade seine Hand hat!" Anmerkung: Sie war nicht zu sehen!). |
| Ebenfalls Heiterkeit rief ein Bild von Tolkien hervor, das auf seiner Riese in die Niederlande gemacht wurde. Der gute Professor sieht doch schon etwas angeheitert aus. ;)
Es schloß sich ein weiteres Spiel an, was auf dem gleichen Prinzip basiert, nur ging es darum, Musikstücke zu erkennen.
Auf vielfachen Wunsch wurde dann doch noch Rankins & Bass "The Return of the Ring"-Produktion gezeigt. Ich hatte ihn schon gesehen, aber trotzdem ist er mir nie so witzig vorgekommen wie an diesem Abend. |
| Für die, die ihn nicht kannten, war er dann schon eine echte Offenbarung. :) Besonders die Musikstücke erwiesen sich als echte Ohrwürmer (gerade "Where's a Whip, there's a Way" erfreut sich immer noch großer Beliebtheit, genauso allerdings "Frodo of the Nine Fingers"). Neben den Songs hatte stets Elrond, die "lebende Weihnachtsbaumbeleuchtung", die Lacher auf seiner Seite. Alles fing gemeinsam an zu grölen, wenn er ins Bild kam. Auch die Orks sahen doch eher aus wie Molche (auch Gollum hatte irgendwie etwas Froschartiges an sich), die Elben waren allerdings noch schlimmer, obgleich man nicht viele zu Gesicht bekam (weil es so schnell ging, wurde Thranduil aus der Hobbit-Zusammenfassung häufig - zum Glück! - übersehen, und Legolas und Gimli wurden lieber gleich ganz ausgespart. Dabei fällt mir ein, sah Aragorn wirklich so alt aus, und hatte er so einen Bart?). Die einzig einigermaßen halbwegs annehmbare Szene ist Eowyns Kampf gegen den Balrog. Sie muß allerdings nicht in die Häuser der Heilung, und der arme Merry verkommt zur Witzfigur (wobei es Pippin aber nicht besser ergeht). |
| Im Anschluß daran führten wir auf dem Balkon noch eine Diskussion darüber, wie viele die Leute wohl geraucht haben müssen, um diesen Film zu produzieren. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lachen. Und wahrscheinlich gerade, weil der Film so schlecht war, summte einer stets einen der Songs vor sich hin. So etwa gegen 2.30 h zog ich mich dann auch zum Schlafen zurück. |
| Am Sonntagmorgen nach dem Frühstück und dem Packen (wobei ich mich wieder wunderte, daß ich tatsächlich alles wieder in den Rucksack bekam, wenn auch knapp) fanden wir uns ein letztes Mal im Raum ein, um uns Lustiges zu Tolkien (auch genannt das "Öbelste vom Öbelen") zu hören. Seitdem geht mir die Zeile eines Songs nicht mehr aus dem Kopf. Zu erwähnen ist außerdem eine sehr gute Parodie (von Fans) vom Silmarilion. Olwe hat gesagt, er wollte noch einen Link auf die DTG-Seite legen, also schaut dort doch mal vorbei. |
| Als letztes gab es Feedback. Im Ganzen gab es wenig zu bemängeln. Es wurde allerdings überlegt, ob man das Thing nicht verlängern könnte. Pfingsten wurde vorgeschlagen, allerdings wurde keine wirkliche Lösung gefunden. Warten wir ab, was die Organisatoren sich ausdenken werden. |
| Übrigens gab es noch eine zweite Programmschiene, die sich um die Spiele (Karten-, Brett- und Rollenspiel) drehte, da mich aber eher die Vorträge interessierten, kann ich Euch darüber nicht so viel erzählen, weil ich nicht bei den Spielrunden mitgemacht habe.
| | Danach war es auch schon wieder Zeit zum Aufbruch, was meine Stimmung doch mäßigte. Ich wäre gerne noch länger geblieben, und auch die anderen waren erfreulicherweise dieser Meinung. Wir haben eigentlich mehr oder weniger fest verabredet, daß wir uns nächstes Mal wieder treffen wollen, um am Thing teilzunehmen. Außerdem tragen wir uns mit dem Gedanken, in die DTG einzutreten. :) (Anmerkung: Hat dann ja auch geklappt! :D) |
| Am Bahnhof lief diesmal auch alles glatt, nur leider war es nicht möglich, im Zug mal richtig zu schlafen, aber ich sage Euch, so ein Rolli ist dafür nicht geeignet. So war die erste Frage zu Hause: "Na, viel gefeiert, was?" *ggg*
| | Also, wir sehen uns beim Tolkien-Thing 2002! |
| Namarie! |
| Ciriel |
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