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| Rollenspiel |
| ICE brachte vor Jahren das Mittelerderollenspiel MERS heraus. Hierzu werden demnächst einige Materialien ins Netz stellen. Aktuell ist im Moment natürlich das neue Rollenspiel von Decipher, das wir auch so bald wie möglich vorstellen werden... Hier gibt's ein Beispielabenteuer |
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| Was ist eigentlich ein Rollenspiel? |
| Rolle |
| Das Fantasy-Rollenspiel begreifen Sie am leichtesten, wenn Sie es sich wie einen Film (oder auch Roman oder ein Theaterstück) vorstellen. Beim Film schreibt ein Autor ein Drehbuch, und ein Regisseur gestaltet es dann zusammen mit Haupt- und Nebendarstellern aus. Damit haben Sie bereits die interessantesten Beteiligten am Filmset erfasst und können daraus dieVerteilung der Aufgaben bei einem Fantasy-Rollenspiel in seinen Grundzügen ableiten. |
| Setzen Sie die Darsteller mit den Mitspielern gleich, den Regisseur mit dem Spielleiter und den Drehbuchautor mit dem Rollenspiel-Abenteuer-Autor. Der große (und wesentliche) Unterschied im Vergleich zum Film (Theaterstück oder Roman) besteht jedoch darin: der genaue Handlungsverlauf steht nicht im Skript eines Rollenspiels. Das "Drehbuch" ist im Fantasy-Rollenspiel mehr ein Exposé, ein Hintergrund, eine Bühne für die Spieler, vor der sie ihr eigenes Spiel, ihre eigene Geschichte, eben ihr Abenteuer entfalten.
Jeder Spieler lenkt selbst die Handlungen seines Charakters (im Rollenspiel "Spielercharakter" oder "Abenteurer" genannt), wodurch er und seine Mitspieler zwar zu den "Hauptdarstellern" des Ganzen werden, aber trotzdem selbst bestimmen können, was sie in ihrer Rolle gerne tun möchten. Der Spielleiter übernimmt die Parts aller anderen Charaktere (genannt "Nichtspieler-Charaktere") und führt "Regie", damit die Spieler-Charaktere nicht aus ihren Rollen fallen (also beispielsweise Dinge tun, zu denen sie aufgrund der Gegebenheiten eigentlich nicht fähig sind). |
| Die Handlung des Spiels entsteht somit aus dem Handeln der Charaktere heraus, und das erzeugen die Spieler zusammen mit ihrem Spielleiter. Ein Fantasy-Rollenspiel ist, mit anderen Worten, wie ein "lebender" Film, in dem sich aus dem Zusammenspiel der Charaktere untereinander eine sich beständig weiterentwickelnde Handlung ergibt. |
| Fantasy und Spiel |
| Der Spielleiter ist dafür verantwortlich, dass alle Charaktere nicht aus dem vom Handlungsschauplatz vorgegebenen Rahmen (der Fantasy-Welt) fallen und nur die Handlungen ausführen, derer sie mächtig sind. An dieser Stelle leisten nun "Fantasy" und "Spiel" ihren Beitrag zur Definition eines Fantasy-Rollenspiels. Ein Rollenspiel-Autor (oft der Spielleiter selbst) erschafft einen Schauplatz, der nicht von der Wirklichkeit unserer allseits bekannten Welt begrenzt wird, womit ein solcher Schauplatz in jenes Genre fallt, das als "Fantasy" bekannt ist. Der Spielleiter verwendet jedoch ein Regelsystem, um die fremdartige, aber fassbare "Wirklichkeit" einer Fantasy-Welt zu bestimmen und kontrollierbar zu machen. Die Regeln machen den Rollenspiel-"Film" zu einem Spiel. Außer dem Regelwerk und der Phantasie der Mitspieler definieren nur Logik und gesunder Menschenverstand diese neue Wirklichkeit. Somit ist ein Fantasy-Rollenspiel in einer fantastischen Welt angesiedelt. Die Entwicklung des Handlungsfadens ist ein fortwährender Prozess, zu dem sowohl Spielleiter als auch Spieler beitragen, den aber keiner von beiden alleine kontrolliert. Der Handlungskern entsteht durch die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Charakteren und dem Schauplatz des Spiels. |
| Der Spielleiter - Schiedsrichter und Regisseur |
| Der Spielleiter ist - mit gewissen Einschränkungen - als der "Regisseur" in einer Rollenspielrunde beschrieben worden. Er ist aber weitaus mehr. Er schildert nicht nur alles, was sich während des Spiels ereignet, als ob es den Spielercharakteren tatsächlich widerfahren würde, und spielt alle Nichtspieler-Charaktere (die durchaus sehr zahlreich oder vielschichtig sein können), sondern ist auch Schiedsrichter in strittigen Situationen. Vor Beginn des Spiels hat der Spielleiter Vorbereitungen zu treffen. Er muss den vom Autor entwickelten Schauplatz sowie die Szenarien für den Spielverlauf studieren, wobei er auf Regeln, veröffentlichte Spielhilfen oder eigene Entwürfe zurückgreift. Bis zu dem Moment, an dem die Abenteurer im Spielverlauf tatsächlich einer vorbereiteten Situation begegnen, ist ein Großteil der Informationen über Schauplatz und Szenario nur dem Spielleiter bekannt. |
| Eine der Hauptaufgaben des Spielleiters ist die Darstellung aller Charaktere und Wesen, die keine Spielercharaktere sind, sich aber nichtsdestoweniger innerhalb des Schauplatzes bewegen und handeln. Dies ist nicht immer leicht, weil viele Figuren oft einen höchst differenzierten Charakter besitzen (man denke nur an einige Gegenspieler aus den Romanen Tolkiens), oder weil das Gewimmel an öffentlichen Platzen, gepaart mit dem Anliegen der Abenteurer, möglichst alle Passanten - und natürlich gleichzeitig - anzusprechen, hohe Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit des Spielleiters stellt. |
| Die Spieler - Abenteurer und Hauptdarsteller |
| Das Rollenspiel ist ein Spiel und sollte deshalb stets interessant, spannend und reizvoll verlaufen. So ist es eines der wichtigsten Ziele, dass jeder Spieler die Persönlichkeit seines Charakters annimmt und sich entsprechend verhält. Dies ist der große Unterschied zwischen einem Fantasy-Rollenspiel und anderen Spielen wie Schach oder Skat. Der Charakter eines Spielers ist nicht einfach nur ein Spielstein oder eine Karte - in einer guten Rollenspielrunde nimmt der Spieler regelrecht den Platz seines Charakters ein. Der Spielleiter hilft den Spielern durch Beschreibungen (evtl. auch Zeichnungen und Karten), sich die Schauplätze sowie andere Charaktere bildhaft vorzustellen. Zudem sollte jeder Spielercharakter so sprechen und auf die anderen Spieler reagieren, wie sein Charakter es täte. All dies schafft eine Atmosphäre des Einbezogenseins, der Spannung und der Wirklichkeit in einer Welt der Fantasie. |
| Mit Hilfe des Regelwerks und des Spielleiters entwickelt jeder Spieler seinen eigenen Charakter, eine Figur mitsamt Werdegang und Geschichte, deren Rolle er darstellt. Jedem Spielercharakter werden Eigenschaften, Fähigkeiten und Fertigkeiten in Form von Zahlenwerten zugeschrieben. Diese Werte hängen davon ab, wie der Spieler seinen Charakter unter Anwendung der Regeln entwickelt. Die Werte bestimmen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Charakter welche Handlungen ausführen kann. Viele der Handlungen, die ein Charakter wahrend des Spiels ausführen will, haben eine genau definierte Erfolgssaussicht. Deshalb werden die Wahrscheinlichkeit über Erfolg oder Misserfolg der Handlungen, die Spielleiter und Spieler ausüben, von den Regeln, den Werten des Charakters und dem Zufallsfaktor eines Würfelwurfs bestimmt. |
| Bei aller Theorie - letztlich tun Sie sich am leichtesten, wenn Sie ein Fantasy-Rollenspiel mit atemberaubenden Abenteuern, gleißender Magie, tödlichen Gefahren, wildem Streit, ungeheuerlichen Begegnungen, kostbaren Schätzen, tapferen Helden, hinterhältigen Schurken, kurz: mit prallem Leben gleichsetzen. Im Verlauf eines Rollenspiels lassen Sie Ihren Alltag für eine kurze Zeit hinter sich und begeben sich in eine Welt, in der das Fantastische Wirklichkeit ist und nur von Ihrer eigenen Vorstellungskraft begrenzt wird. |
| Vielen Dank an David Keitel, der diesen Text aus MERS anpaßte und zusammenfaßte |
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