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| Rezensionen - Brettspiele - Der kleine Hobbit |
| Klee-Spiele Fürth / Sophisticated Games Cambridge. Michael Stern & Keith Meyers. Illustrationen: Ted Nasmith |
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Angesichts der Flut an Tolkien-Spielen, die zur Zeit auf den Markt kommen, ist es besonders wichtig, die Elben von den Orks zu trennen (oder so ähnlich). Um gleich zum Kern zu kommen, "Der kleine Hobbit" reiht sich irgendwo in der Mitte ein- mit einer klaren Tendenz zur guten Seite. Vor allem wenn man das Spiel mit Kindern spielt, hat es Potential, mehr als zwei bis dreimal gespielt zu werden; für Erwachsene oder erfahrene junge Spieler jedoch ist der Spielmechanismus wohl etwas zu einfach gestrickt |  |
| Man verfolgt mit bis zu 6 Spielern die Fährte Bilbos und der Zwerge von Beutelsend bis zum einsamen Berg. Dabei gilt es Abenteuer zu bestehen, Schätze und Erfahrungspunkte zu sammeln und schließlich dem Drachen den Hort zu stehlen. Unterstützt wird man von Gefährten, Zaubern, Gegenständen und Waffen, die mittels Gandalf-Karten in den Besitz der Spieler gelangen. Diese Karten kosten Schätze, sind aber unerlässlich für das Bestehen von Abenteuern und, vor allem, den Angriff auf den Drachenhort. |
| Abenteuer können nämlich einerseits über das Ablegen spezieller Gandalf-Karten oder aber das Gewinnen einer "modernen" Variante von Schnick-schnack-schnuck erledigt werden. Die zweite Möglichkeit besteht aus einem Pfeil auf einer Papptafel, der die Bereiche Holz, Wasser oder Schwert anzeigen kann. Der Spieler dreht und sagt z.B. Wasser an: wenn nun Schwert kommt, hat er gewonnen (Wasser bringt Schwert zum Rosten), ansonsten nicht. Das ergibt eine Chance von 1:2 und macht das erste Drittel des Spiels zum reinen Glücksspiel, da man ohne Schätze und Gandalf-Karten kaum auf andere Weise Abenteuer bestehen kann. Hat man aber erst mal den Carrock erreicht, wird das ganze dann doch etwas interessanter und spannender - und die Spieler können auch häufiger taktisch agieren. Allerdings sind unter den Abenteuern auch einige sehr diffizile, die das auswendige Aufsagen eines einmal vorgelesenen Textes verlangen. Dafür, dass es beim Probespielen kaum jemandem gelungen ist, dies zu bewältigen, ist die Belohnung mit nur einem Erfahrungspunkt schlicht unverständlich. Bei der Beantwortung der allseits bekannten Rätsel (weitere Abenteuer), erhält man eine deutlich bessere Vergütung - und das mit 4 Antwortmöglichkeiten, von denen mindestens zwei total abstrus sind. O.k., kleine Schwächen hat jedes Spiel - und man kann sich ja auf die Veränderung der Belohnungen/Strafen bei diesen Karten einigen. |
| So, zwei weitere Ereignisse gilt es noch zu beschreiben: zum ersten kann in jedem der sechs Spielabschnitte (die um den Einsamen Berg gruppiert sind) jeweils einmal ein Meisterdiebstahl versucht werden. Dazu muß mit einem 20-seitigen Würfel die Summe der eigenen Erfahrungspunkte und Schätze unterboten werden - im ersten und zweiten Sektor eigentlich unmöglich. Die Folge ist der Diebstahl eines Stücks aus dem Drachenhort, das außen auf dem Berg liegt - oder (bei Misserfolg) das Auffüllen des Darchenhorts mit einem Schatz aus dem eigenen Vorrat. Ist man am Ende auf der Türschwelle angekommen, vollzieht sich der Drachenkampf, bzw. der Schatzraub, in gleicher Weise. Man braucht allerdings eine Gandalf-Karte mit Drachensymbol, um überhaupt kämpfen/stehlen zu dürfen. Dann bildet man wie gerade den Kampfwert - und hat in der Regel recht gute Chancen zu gewinnen. Ist man zum ersten Mal erfolgreich, erhält man einen Erfahrungsbonus von +5 für die Endabrechnung. Solange man erfolgreich bleibt, stiehlt man jede Runde weiter bis der Hort leer ist - so endet dann das Spiel und der Spieler mit der höchsten Summe aus Erfahrung und Schätzen hat gewonnen. Wie gesagt, ein einfacher Spielmechanismus, der vor allem Kindern zwischen 8 und 12 Freude bereiten wird - den Hobbit sollte man vorher allerdings gelesen haben, dann sind auch die konsequent am Buch orientierten Abenteuer interessanter. |
| Als Sammlerstück ist das Spiel allerdings auch allen anderen Tolkien-Fans wärmstens zu empfehlen, da alle Illustrationen (auch auf den Karten) von Ted Nasmith stammen - und besonders seine Landschaften einen einfach immer wieder umhauen. Angesichts der schönen Gestaltung sind dann auch die 50 Märker/ 25 Euro tatsächlich angemessen. |
| Alex Reimann |
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