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Besuch bei Vivendi (14.10.)
Der Ringkrieg & der HobbitWar of the Ring - Liquid Entertainment - Vivendi Universal Games - J.R.R. Tolkien - Herr der Ringe - DTG
Quelle: Vivendi Universal Games
Wer gerne seine Konsole oder den hauseigenen PC zu einem unterhaltsamen Spielchen oder einer durchzockten Nacht hervorkramt, wird demnächst mindestens zwei gute Gründe haben, dies noch ein wenig häufiger zu tun. Meine Wenigkeit und Stefan Servos (aka Cirdan von Herr-der-Ringe-Film.de) waren gestern bei Vivendi Universal Games, um ein wenig zu zocken - und der Besuch hat sich gelohnt!

Freundliche Worte am Empfang
Nach einer kurzweiligen Reise im vollkommen überfüllten ICE Köln-Frankfurt erreichen wir Langen, eine nette, kleine Stadt in Hessen. Einige hundert Meter vom S-Bahnhof entfernt erhebt sich ein in blau und silber gehaltenes Bürogebäude, auf dem ein nicht zu übersehenes Logo prangt: Vivendi Universal Games.
Als wir die Treppe zum Empfang hinaufgehen, brechen wir erst einmal in Staunen aus. Dem folgenden Foto kann man entnehmen, daß uns freundliche Willkommensworte erwarteten und zwei Besucherausweise. Kaum haben wir durch unsere Fotografierei mit leicht gestellten Posen unsere Identität der Empfangsdame verraten, kommt auch schon Frank Ditz herbei und führt uns in die Tiefen (bzw. Höhen) des Bürogebäudes, wo wir in einen Raum voller Computer geführt werden. Die Rechner laufen - und die Startscreens von War of the Ring und The Hobbit erwarten uns.

Olwe und Cirdan bei Vivendi Universal Games - 13.10.2003 - Testzocken War of the Ring und The Hobbit
Quelle: Cirdan

Ich stürze mich natürlich sofort auf den grau in silber gehaltenden Dell-Boliden, der mit einigen Subwoofern extra ausgestattet ist. Den Grund dafür erfahre ich schnell. Kaum habe ich das Spiel gestartet (natürlich die Evil Campaign), hallen düstere Stimmen und böse Worte durch die Lautsprecher. Klickt man auf gewisse Gebäude, dann beben die Subwoofer - wie bei der Fortress of Mordor. Oder wenn ein Balrog an einem vorbeiläuft , dann wackelt nicht nur das Bild, sondern eben auch der Lautsprecher.

Der Herr der Ringe - War of the Ring - Titelscreen - Vivendi Universal Games - Deutsche Tolkien Gesellschaft
Quelle: Vivendi Universal Games

Ein Echtzeittraum wird wahr
Für alle Spieler, die Echtzeitstrategie á la Battle Realms lieben, geht ein echter Traum in Erfüllung. Sicherlich mag es Games geben, die noch bessere Graphik bieten, aber die Art und Weise, wie sich das Gras auf den Ebenen Rohans vor und nach den Rohirrim teilt und wieder zusammenläuft - das sieht atemberaubend aus. Die Animation der Charaktere ist so flüssig, die Detailverliebtheit der Designer bei Liquid so offensichtlich, daß es eine schlichte Augenweide ist.
Während ich also Grischnakh dabei zuhöre, daß einige räudige Sklaven nach Norden gebracht werden müssen, weil die white skins zuviele getötet haben, beginne ich mit Eifer mein Spiel.
Neben mir sitzt Cirdan, auch vollkommen in sein Spiel vertieft. Während ich aber den Untergang der freien Völker plane, läuft er auf irgendwelche Spinnen zu, haut sie, sammelt Edelsteine ein und rettet die Zwerge. Tschukitschuki-Musik dudelt aus seinen Lautsprechern, während aus meinen der Untergang der Menschheit dröhnt ;))

Eine elbische Ruine - War of the Ring - Vivendi Universal Games - Deutsche Tolkien Gesellschaft - Probespielen 13.10.2003
Quelle: Vivendi Universal Games

Dem dunklen Herrscher zu dienen
Schnell baue ich ein Dorf auf. Mein war post verwandelt fruchtbares Gelände in verderbte, tote Erde, auf der die dunklen Heerscharen ihre Gebäude erbauen. Orksklaven beginnen aus den existierenden Ressourcen die Grundlagen für meine Armee zu schaffen. Bogenschützen, orc slashers werden lebendig und hören auf meinen Befehl. Ich reise nach Norden, vernichte schnell die ersten gegnerischen Einheiten (Gondorianer oder sowas) und gewinne dadurch fate Punkte, die ich zur Beschwörung meiner bösen Helden oder Ereignisse verwenden kann.

War of the Ring - Vivendi Universal Games - Testspielen mit Cirdan - Deutsche Tolkien Gesellschaft
Quelle: Vivendi Universal Games

Es geht viel zu schnell vorbei
Wenig Zeit bleibt uns beiden, lediglich eine gute Stunde können wir dort verbringen. Zum Glück haben wir noch ein wenig Zeit, um was zu essen und uns mit den begeisterten Mitarbeitern bei Vivendi zu unterhalten. Frank Ditz und seine Crew freuen sich natürlich einen Ast, daß nach dem letztjährigen Reinfall Die Gefährten nun gleich zwei unterhaltsame Spiele auf den Markt kommen werden - und Middle-earth Online kommt ja erst noch :)
Ein freundliches Lächeln, ein Händedruck. Dann werden wir zum Bahnhof kutschiert und machen uns auf den Weg nach Hause. Der erste Eindruck war durchweg positiv und wir haben bereits für die Fans einige Aktionen mit Vivendi angedacht. Und ihr solltet mal darüber nachdenken, Euch die Spiele anzuschauen - es scheint sich wirklich zu lohnen!
P.S. Mir zuliebe wird dann noch ein Bild herbeigezaubert, daß es so nicht gibt: zwei Balrogs, ein Ent, ein Huorn, alle guten Helden, Kankra, ein Ringgeist und weitere Geschöpfe und Kreaturen tummeln sich auf einem Bild. Als ich die Bäume und die Balrogs bewege, ruckelt das Bild unablässig und der Lausprecher kommt ins Schwitzen. Obwohl keine feindliche Stimmung eingestellt ist, beginnen irgendwelche Zwerge auf einen Ringgeist einzuprügeln - ein gutes Zeichen. Wie immer ist eine Erkenntnis bei diesem Bild ein Trost: böse Hobbits gibt es nicht. Wäre ja noch schöner!

Noch ein paar sachliche Worte
Vivendi Universal Games unterscheidet sich vom Konkurrenten Electronic Arts durch einen nicht unerheblichen Faktor. EA hat die Rechte zur Filmtrilogie, was bedeutet, daß Stimmen und Aussehen der Charaktere Leben durch die Schauspieler selbst eingehaucht wird. Doch Vivendi Universal Games hat die Rechte an den Büchern. Wie sich das auf die Planung auswirkte, lest ihr im folgenden Artikelauszug. Er wurde in der Nautilus 20 veröffentlicht.

Wie viel Zeit braucht Mittelerde?
Echtzeit-Strategiespiel "War of the Ring" wird Ende des Jahres veröffentlicht
"Der Herr der Ringe" wird mit unterschiedlichem Erfolg in allen Medien umgesetzt. Die Computerspielbranche hat bis jetzt nur vollmundig angekündigt, aber nichts brauchbares geliefert. Ed Del Castillo und sein Team von Liquid Entertainment wollen dies nun ändern. Mit "War of the Ring" (WotR) entwickeln sie das Größte Echtzeit-Strategiespiel seiner Art in Mittelerde - und es sieht viel versprechend aus.
Ein vollkommen neues Konzept nur für Mittelerde
Wer von Echtzeit-Strategiespielen spricht, denkt meist an Erfolge wie Age of Empires, Warcraft oder Spiele wie Empire Earth und Siedler. Realtime strategy (RTS) bedeutet kurz gesagt lediglich, dass ein oder mehrere Spieler sich in einer beliebigen Hintergrundstory bewegen, Ressourcen sammeln müssen, um Einheiten zu produzieren, um den Gegner zu besiegen.
Leider ging bei vielen Softwareschmieden im Wettrennen um bessere Grafik, netteren Sound und noch mehr Einheiten auf dem Bildschirm jegliche Strategie und Story verloren oder wurde zum netten Beiwerk degradiert. "War of the Ring" hingegen musste von Anfang an mit J.R.R. Tolkiens Erfolg "Der Herr der Ringe" im Hinterkopf entwickelt werden. Eine Aufgabe, die Ed Del Castillo, Gründer und Chef Designer bei Liquid, als alter Tolkienfan gerne auf sich nahm.
Ein neues Studio für eine neue Spielereihe
März 1999 gründeten Ed Del Castillo und Mike Grayford Liquid Entertainment. Del Castillo ist in der Games Szene berühmt für seine Entwicklungsarbeit am Kassenschlager "Command & Conquer" und dessen Nachfolger "Red Alert." Trotz der Erfahrung seines Teams musste im Frühjahr 1999 für das Erste große Projekt des Studios -"Battle Realms"- alles komplett neu programmiert und designed werden.
"Battle Realms" (BR) ist in den Augen vieler das mit Abstand beste RTS, das in den Letzten zehn Jahren neben Age of Empires oder WarCraft auf den Markt gekommen ist. Es spielt im asiatischen Mittelalter und verbindet ausgeklügelte Grafik mit einem minimalen Ressourcensystem, das strategischen Herausforderungen Tür und Tor öffnete. Leider verpasste der Marketingpartner Ubisoft die Chance aus diesem herausragenden Spiel auch einen Bestseller zu machen. Frühzeitig war klar, dass nach dem Add-on "Winter of the Wolf" das Entwicklerteam die Hände für ein neues und großes Projekt frei haben würde.
Mittelerde stammt vielleicht aus Asien?
Die bis jetzt im Internet bekannten Screenshots und Trailer des neuen Spiels lassen dann auch die Ähnlichkeit zum Vorläufer erahnen. Sowohl Grafik als auch einzelne Spielelemente erinnern stark an "Battle Realms". Konzepte wie das "living resource system" (LRS), die Existenz von Helden mit besonderen Fähigkeiten und das Entwicklungspotenzial verschiedenster Einheiten werden laut Aussage Del Castillos verbessert ihren Weg auch nach Mittelerde finden. Die Game Engine ist allerdings wiederum komplett neu programmiert worden.
Lebendige Ressourcen
Um die für Entwicklung und Versorgung notwendigen Ressourcen herbeizuschaffen, müssen Einheiten die Grundelemente "ore", "food" und "fate" herbeischaffen. Mittels der gewonnen Ressourcen werden Einheiten erschaffen oder weiterentwickelt. Was sich bei einigen Echtzeit-Strategiespielen allerdings zur mehr oder minder wichtigsten Aufgabe des Spielers entwickelte, soll bei "WotR" im Hintergrund stehen.
Spannend wird die Funktion von "fate", das nur im Kampf erworben werden kann. Mit ihm werden Zaubersprüche und Beschwörungen durchgeführt, die das Spiel entscheidend beeinflussen können. Mit diesem interessanten Element verhinderte Liquid bei "BR" das Massenschlachtphänomen gängiger Echtzeit-Strategiespiele, bei dem beide Seiten Armeen solange aufbauten, bis eine Endschlacht das Spiel beendete (...)

[www.warofthering.com] Offizielle Seite. Download der Demo, Bilder etc.
[Bericht bei Cirdan] Trailer zum Hobbit, Guter und böser Seite bei WotR
[Nautilus 20, Sep-Nov 2003]
Der ganze Artikel + Interview mit Liquid Chef Ed Del Castillo
und jede Menge Material rund um Mittelerde

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