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Alles zu Tolkien > News > 2003 | Index News
"Neues Tolkienbuch entdeckt"???? (18.3.)
Die Sunday Times schrieb es als erste am 29. Dezember 2002, viele weitere folgten und wiederholten den Unsinn, der dort geschrieben wurde. Michael C. Drout, Wissenschaftler aus den Staaten, sollte ein neues Tolkienbuch entdeckt haben - das stimmt natürlich nicht!

In einem längeren Artikel erläuterte Michael C. Drout vom Wheaton College, Massachusetts, seine Entdeckung und welche Arbeiten zu diesem Thema zu erwarten sind. Der Spezialist für angelsächsische Literatur und Sprache hat bereits etliche Veröffentlichungen hinter sich und hat natürlich jetzt äußerst populäres Material in den Händen. Die Kurzmitteilung von dpa zeigt, daß schneller Journalismus nicht guter Journalismus sein muß

London (dpa) - Ein amerikanischer Forscher hat in einer Bibliothek in Oxford ein bisher unbekanntes Manuskript von John Ronald Reuel Tolkien (1892-1973) entdeckt, dem Autor des Fantasy-Epos 'Der Herr der Ringe'. Dabei geht es allerdings nicht um einen weiteren Roman des Schriftstellers, sondern um eine wissenschaftliche Kommentierung und Übersetzung des über 1000 Jahre alten Heldengedichts 'Beowulf'.

Tolkien, der als Professor für germanische Philologie in Oxford lehrte, war ein anerkannter Experte für diese altenglische Sage über den Helden Beowulf und das Ungeheuer Grendel.

Der Sprachwissenschaftler Michael Drout (34) fand das handgeschriebene 2000 Seiten-Manuskript in einer Schachtel, die sich seit langer Zeit niemand mehr angesehen hatte. Im kommenden Sommer sollen Tolkiens Übersetzung und Textkommentar nun veröffentlicht werden. Nach Darstellung von Drout hat 'Beowulf' das Tolkiensche Werk stark beeinflusst: Sowohl Elben als auch Orks (Monster) und Ents - die sprechenden Baumwesen aus dem neuen 'Herr der Ringe'-Film - würden schon in 'Beowulf' erwähnt." Quelle: Web.de, gefunden bei [Faszination-Tolkien.de]

Um einen englischsprachigen Artikel lesen zu können, der frei zugänglich ist (die Sunday Times läßt sich ihr Archiv bezahlen), empfehle ich diesen Link vom 30. Dezember von [News.com.au], einer australischen Nachrichtenseite

Persönliches Statement des Autors
(...) "I would like to clear up two confusions in original Sunday Times article (probably my fault for not expressing myself clearly enough to the reporter). First, the "discovery" of the manuscript was a personal discovery for me; it's not really possible to "discover" something that's in a library catalogue and was known to scholars in the field (though never published). Second, there's no possible way that the Beowulf translation will be published in 2003. I'll be finished with much of the editing of the translation by the end of the summer, but there will be a lot of post-production work (copy-editing, fact checking, writing notes, etc.) I don't expect the translation to be ready for publication until the middle to the end of 2004.Beowulf and the Critics, Michael C. Drout (ed.), 2002
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It is unfortunate that the story has gotten so out of control, with details like "in a dusty box" and the manuscript being "lost" being invented out of the whole cloth. I am trying to pass along the truth where I can, but it is difficult to cut through the hype." (...) Michael C. Drout

Es handelt sich bei dem von Drout editierten Manuskript nicht um ein neues Buch Tolkiens, sondern um zwei Versionen der Originalunterlagen Tolkiens zu seiner Vortragsreihe "Beowulf: The Monsters and the Critics" und einer Übersetzung des Bewoulfs ins Neuenglische. Die edierte Fassung der Vortragsreihe hat Drout bereits herausgebracht, die Übersetzung wird wohl erst 2004 veröffentlicht

Der Wert der edierten Texte
(...) "Finally, your description " but is once again a very good piece of work highlighting the way the Professor worked" is exactly right and precisely why I think Beowulf and the Critics is important. Many things that are just hinted at in Monsters and the Critics are spelled out in much greater detail, and Tolkien also gives his own review of the history of Beowulf study. I think it is a magnificent piece of rhetoric and scholarship, and I think the Beowulf translations themselves are both intellectually and aesthetically compelling, but they are certainly not a "lost" manuscript." (...) Michael C. DroutMichael C. Drout, Assistant Professor, Wheaton College, Massachusetts

Natürlich ist es sehr spannend zu sehen, daß Christopher Tolkien vor Jahren der Bodleian Library in Oxford Materialien vermachte, die auch heute noch neue Einsichten in die Arbeitsweise Tolkiens bieten. Gerade seine wissenschaftliche Arbeit ist hier hervorzuheben, vermittelt sie doch vielleicht ein Gefühl davon, wie er seine kreative Denkweise und die eines Wissenschaftlers in Einklang brachte. Doch von "neuen Büchern" zu sprechen ist Medienhype, Unsinn, und muß richtiggestellt werden

[Homepage Michael C. Drout]
[J.R.R. Tolkien's Beowulf and the Cirtics. Michael C. Drout (ed.), Medieval and Renaissance Texts and Studies 248, 2002]

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