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| Friedhelm Schneidewind |
| Das große Tolkien-Lexikon |
| Dieses Lexikon beeindruckt zunächst durch seinen Umfang (830 Seiten) und die Vielzahl der Stichwörter. Das ist wesentlich mehr als man von Tolkien Lexika, speziell von deutschen, gewohnt ist. Aber auch der Titel zeigt schon, daß sich dieses Werk ein größeres Thema vorgenommen hat als seine Vorgänger. Es ist nicht nur ein Mittelerde-Lexikon, sondern ein Tolkien Lexikon, daß außer den in deutsch erschienen Werken über Mittelerde auch die 'History of Middle-Earth', die anderen erzählerischen Werke Tolkiens, seine Gedichte, seine Bilder und seine Biographie, seine Familie und Freunde behandelt. |  |
| Aber damit ist das Gebiet dieses Lexikons noch nicht ausgeschöpft, es enthält auch Informationen über Tolkiens Sprachen, Schriften und Quellen, sowie seine Wirkung, wie Tolkien-Gesellschaften, die Verfilmungen (inklusive der neuen von Peter Jackson, die besonders herausgehoben wird, indem auch Artikel über die wichtigsten Schauspieler und andere Mitwirkende enthalten sind), Bücher und Spiele zu seinen Werken und über Punkte, die in der Tolkienkritik immer wieder eine Rolle spielen, wie Frauenbild oder Rassismus. |
| Speziell in diesen Teilen zeigen sich natürlich Vorlieben und Meinungen des Autors, wie in der Betonung des Rollenspiels, dem umfangreichen Hintergrundartikel über Vampire (die bei Tolkien zwar fast keine Rolle spielen, über die Friedhelm Schneidewind allerdings ein eigenes Lexikon verfaßt hat) oder seinen Selbstzitaten bei Gedichten und Vertonungen zu Tolkien. Wenn man diesen gesamten Rahmen betrachtet, erscheint der Umfang des Buches dann doch nicht so groß, speziell wenn noch hinzukommt, daß bei den Einträgen zum Herrn der Ringe beispielsweise eine große Anzahl von Hobbitnamen, teilweise in den Versionen beider Übersetzungen, zu finden ist, auch wenn ihre Träger eher unbedeutend sind. Auch das Problem der verschiedenen deutschen Übersetzungen von 'Hobbit' und 'Herr der Ringe' wird angesprochen und wenn nötig, wie schon gesagt, durch doppelte Einträge berücksichtigt. |
| Allerdings ist es schwierig - wenn auch nicht unmöglich, falls man sich beispielsweise auf im Deutschen fast unbekannte Werke wie 'The Homecoming of Beorthnoth Beorthelm's Son' stürzt, welches immerhin im Literaturverzeichnis aufgezählt wird - Dinge aus Tolkiens Werken zu finden, die man nicht in diesem Lexikon findet, was bei anderen Lexika kein Problem darstellt. Der Autor gibt schon im Vorwort zu, daß ihm trotz 'sorgfältiger Recherche [...] bei [...s]einer Arbeit sicher auch Fehler unterlaufen' seien und damit hat er auch Recht. Neben einigen Schreib- und Satzfehlern gibt es auch inhaltliche Fehler, wie beispielsweise, daß Turgon den Gebrauch von Quenya verboten habe und daß Elfhelm mit der verkleideten Eowyn gleichgesetzt wird. Allerdings verspricht der Autor, daß Fehler, die ihm (zum Beispiel an die im Vorwort genannten e-mail Adressen) mitgeteilt werden, im Internet und bei einer allfälligen Neuauflage korrigiert würden. |
 Premiere des Tolkien Lexikons auf dem Tolkien Tag November 2001 |
| Außer dem Vorwort und dem eigentlichen Lexikonteil enthält das Buch eine Zeittafel für die ersten drei Zeitalter Mittelerdes mit 7 Seiten, eine Zeittafel zu Tolkiens Leben mit einigen Anmerkungen zur allgemeinen Geschichte und einigen Daten nach seinem Tode mit 32 Seiten und ein umfangreiches Literaturverzeichnis mit 57 Seiten. Es ist illustriert mit Titelbildern von Werken von und zu Tolkien, allgemeinen Kunstwerken, die zur Darstellung allgemeiner Themen wie zum Beispiel 'Gral' oder Parallelen wie zum Beispiel Zeus zu Manwe dienen, sowie den kindlich naiven Tolkienillustrationen von Helen Schneidewind und den professionelleren Phantastikbildern von Ulrike Schneidewind, die auch das Titelbild (ein allgemeines Elbenschwert und drei Ringe) gemalt hat. |
| Rezensent Christian Weichmann |
| ISBN 3-8960-2298-9 Preis 25,90 € |
| Herausgeber Lexikon Imprint Verlag. Erscheinungsdatum Oktober 2001 |
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