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Literatur. Fantasy. Fandom.

Dis wo ich her komm – Mittelerde Deluxe!

Wir kennen sie alle: Rock und Heavy Metal Bands, die in ihren Liedtexten Anspielungen auf Tolkien und seine Werke verstecken. Jetzt hat Sebastian Kleinen auch Tolkien Fans unter den deutschen Hip Hoppern ausgemacht:

Auch wenn ich Tolkien und deutschen Hip Hop mag, wenn auch unterschiedlich intensiv und auf verschiedene Weise, hätte ich mir bis vor kurzem nicht träumen lassen, dass es Samy Sorge, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Samy Deluxe“, seines Zeichens der wohl erfolgreichste Rapper Deutschlands, es einmal auf die Internetseite der Deutschen Tolkien Gesellschaft schaffen würde, oder dass es generell da einmal zu einer Verbindung von zwei meiner Interessen kommen könnte. Doch ist Samy nicht der erste, der mich in diesem Rahmen aufhorchen lies.

Prinz Pi - Bild von Teg dub

Am 22. September 2006 erschien das Album !Donnerwetter! des Berliner Rappers Prinz Pi. Bei diesem zwei CDs umfassenden Album fiel mir vor allem die zweite CD unter dem Titel Der Herr der Dinge ins Auge und Ohr, legt doch schon der Titel eine Verbindung zu Tolkiens Meisterwerk nah. Insgesamt ist dann der Bezug zum Herrn der Ringe doch nicht gerade hoch, jedoch ist diese Fantasygeschichte in Rapform sicherlich etwas, was es so vorher noch nicht gegeben hat. Trotzdem nahm ich aber erfreut zur Kenntnis, dass Tolkien selbst in Genres bekannt und beliebt ist, in denen man es auf den ersten Blick gar nicht erwartet. Denn, dass Prinz Pi, bürgerlich Friedrich Kautz, diese Geschichte in Anlehnung an den Herrn der Ringe von J.R.R. Tolkien erdacht hat gibt er deutlich auf seiner Internetseite zu verstehen, was seine Wertschätzung dieses Werkes zeigt.

Damit komme ich zurück zu Samy Deluxe, welcher 2009 neben seinem Album auch das gleichnamige Buch Dis wo ich her komm – Deutschland Deluxe rausbrachte (Rowohlt Taschenbuch, 218 Seiten, broschiert). Dieses Buch ist eine Mischung aus Biographie und seiner Sicht auf Deutschland, die sich im Laufe seines Lebens von einer eher ablehnenden Haltung zu einer Liebe für das Land in dem er lebt entwickelt hat. Samy Deluxe beschreibt dabei nicht nur seine Kindheit, seine Beziehung zu seiner Familie und seinem Vater, der seine Mutter mit ihm im Stich ließ, sondern geht auch auf Auslandsaufenthalte und dort erworbene Sprachkenntnisse ein. Die Art und Weise, wie er während seines Aufenthaltes in England die Sprache erlernte hielt für mich als Tolkien-Fan wieder eine Überraschung bereit! Denn als Tolkien-Fan lässt sich auch Deutschlands erfolgreichster Rapper bezeichnen.

Samy Deluxe - Bild von Deluxe Records

So schildert Samy von seinem Besuch in England folgendes Erlebnis mit Dauda, für ihn eine Mischung aus Englischlehrer und Freund:

Schon bei unserem ersten Treffen überraschte mich Dauda […] mit der Frage „What are you interested in?“ […] Statt ihm eine Antwort zu geben zeigte ich ihm das Buch, das ich gerade las: J.R.R. Tolkiens Fantasy-Meisterwerk Der Herr der Ringe. Obwohl er es anscheinend in- und auswendig kannte fragte er mich nach verschiedenen Szenen und Figuren und bald unterhielten wir uns angeregt über Hobbits und Elben, über Gandalf und Sauron. Auf Englisch.

Samy führt anschließend aus, wie er mit seinem Lehrer und Freund über Pen & Paper Rollenspiele zum Herrn der Ringe Englisch lernte. Samy spielte dabei Frodo.

Das Vierteljahr in England, das viele Lesen (Der Herr der Ringe von vorn bis hinten) und die autoritären Lehrer – all das hat mir geholfen, in Deutschland meinen Realschulabschluss zu machen.

Tolkien hat Samy Deluxe also allem Anschein nach geprägt. Schlüsse auf einen Einfluss auf sein künstlerisches Schaffen zu ziehen, wäre allerdings wohl etwas weit gegriffen. Falls jemandem dennoch Zusammenhänge auffallen sollten: gerne unsere Kommentarfunktion benutzen. Gerne hören wir auch von weiteren Rappern die Verbindungen zu Tolkiens Werk aufweisen.

Quelle: Deluxe, Samy. Dis wo ich herkomm: Deutschland Deluxe. Hamburg: Rowohlt, 2009. S. 62 -63

Bild oben: Dis wo ich herkomm-Cover von Deluxe RecordsWe know a lot of rock and heavy metal bands which have hidden references to Tolkien and his works in their song texts. Sebastian Kleinen has now unearthed Tolkien fans among German rap stars.

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