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Literatur. Fantasy. Fandom.

„Phantasie ist für mich Segen und Fluch zugleich“

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Die neue Schriftführerin nebst DTG-Gründungsvorsitzendem Marcel Aubron-Bülles beim letzten BSWE in Tabarz. (Bild: www.hannohirrim.de)

Susanne Antoinette Rayermann ist seit dem Tolkien Thing im Sommer 2013 die neue Schriftführerin der DTG. Wir sind neugierig und haben nachgefragt. In diesem exklusiven Interview beantwortet Susanne unsere Fragen zu Tolkien, ihrem neuen Amt, was sie fasziniert und worauf sie auch gerne verzichten könnte:

Wann hast Du zum ersten Mal etwas von Tolkien gelesen?

Als mein Sohn Weihnachten 2000 den Herrn der Ringe geschenkt bekam, haben wir beide zusammen angefangen, Tolkien zu lesen.

Was ist deine Lieblingsgeschichte von Tolkien?

Am allerbesten gefallen mir die Schöpfungsgeschichte im Silmarillion und der Farmer Giles als Parodie auf Monarchie und Feudalismus.

Welche Szene im Der Herr der Ringe fasziniert dich am meisten?

Es ist weniger eine einzelne Szene als vielmehr eine Passage: nämlich die Entwicklung in Rohan, von der Suche nach den entführten Hobbits über das Zusammentreffen der übrigen Gefährten und deren Ankunft in der Goldenen Halle bis zur Heilung Théodens.

Mit welcher Figur aus Mittelerde kannst du dich am ehesten identifizieren?

Hmmm… ich denke mit dem zweifelnden Aragorn, der lieber Waldläufer als Herrscher sein möchte.

Tolkien hat sich Zeit seines Lebens mit keltischen, englischen sowie skandinavischen Sagen beschäftigt. Hieraus hat er viele Elemente auf seine Mittelerde übertragen. Welche Sagenwelt außer den genannten spricht dich am meisten an und welche würdest du in deine eigene Geschichte einbauen?

Mein persönliches Interesse gilt den Sagen, Legenden und Mythen der nordamerikanischen Ureinwohner. Allerdings würde ich in eine von mir selbst erdachte Geschichte keine wie auch immer gearteten Sagenelemente integrieren.

Was ist nach/neben Tolkiens Büchern dein Lieblingsroman oder -autor?

Auf einen einzigen Schriftsteller oder Dichter kann ich mich leider nicht festlegen. Zu meinen Favoriten zählen Louise Erdrich, Hillary Mantel, Heinrich Heine, Michael Ende und Patrick Rothfuss.

Welche Rolle spielt Fantasie in deinem Leben?

Phantasie ist für mich ganz persönlich Segen und Fluch zugleich: In meiner Kindheit hat sie mich vor Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit bewahrt. Später hat sie mich schon das eine oder andere Mal dazu verführt, der Realität zu entfliehen.

Wie und wann bist du zur DTG gekommen?

Nach dem “Schlüssel”-Weihnachtsfest 2000 (siehe oben) sind mein Sohn und ich im Netz auf Cirdans HdR-Film-Seite gestoßen und darüber auf einen Veranstaltungshinweis zum Tolkien Tag Köln im April 2001. Diesen haben wir besucht und dort Cirdan und Marcel (und natürlich noch einige andere) kennengelernt und uns nach den Sommerferien bei der DTG angemeldet.

Wie warst du bisher im Verein aktiv?

Bisher war ich eher sporadisch aktiv: Auf den ersten RingCons habe ich mitgeholfen, den gemeinsamen Auftritt von hdrf.de und der DTG zu etablieren; einen kurzen Abstecher in die Flammifer-Redaktion habe ich auch mal unternommen; und seit 2004 spiele ich in Sachen Hither Shore Hausverlag der DTG – soll heißen, ich habe das Scriptorium Oxoniae gegründet, um für die DTG das Jahrbuch zu verlegen.

Warum hast du dich gerade für dieses Amt beworben?

Der Schriftführerposten ist derjenige, dem ich mich gewachsen fühle und von dem ich meine, ihn mit meinen Erfahrungen, Fähigkeiten und Talenten konstruktiv ausfüllen zu können.

Nach über zwei Monaten im Amt, was findest du dabei am besten? Und auf was könntest du verzichten?

Ich finde am besten, dass ich Entscheidungen treffen und eigene Ideen umsetzen kann, um den Verein voranzubringen.
Verzichten würde ich gerne auf überflüssige Diskussionen – die immer dann entstehen, wenn wir nicht sorgfältig formulieren und nicht das sagen, was wir auch meinen.

Susanne, du bist schon lange an der Herausgabe des Hither Shore beteiligt. Hast du schon einmal darüber nachgedacht, selbst ein Buch zu schreiben? Für welches Genre würdest du dich entscheiden?

Es entstanden ein paar kleinere Manuskripte in den letzten 30 Jahren. Diese liegen tief unten in einer Geheimschublade meines privaten Schreibtisches. Vornehmlich sind es Geschichten, an denen sich auch (aber nicht nur) Kinder erfreuen könnten. Meine Vorbilder sind da Astrid Lindgren, Roald Dahl, Roddy Doyle, Mats Wahl. Allerdings bin ich der Auffassung, dass ich in Sachen Buchkunst im Produzieren weitaus besser bin als im Erfinden…