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Literatur. Fantasy. Fandom.

Mittelerde-Museum in Jenins öffnet ab 1. Oktober für Besucher

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Der Herr des Museums Bernd Greisinger

Auf den letzten beiden Tolkien Things konnten sich die Gäste bereits über den Baufortschritt des Greisinger Museums im schweizerischen Jenins, gegründet von DTG-Mitglied Bernd Greisinger, informieren. Nun öffnet es ab dem 1. Oktober 2013 die Pforten für Besucher. Das Museum beherbergt Greisingers private Sammlung zum Thema Mittelerde, die weltweit größte ihrer Art. Sie umfasst in erster Linie Kunst und Literatur sowie Sammlungsstücke jedweder Art.

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Creative Director Ivan Cavini bei Arbeiten im “Balrog-Zimmer”

Dabei findet der Besucher nicht nur Vitrinen voller Erstausgaben oder blanke Wände, die Tolkien-Illustrationen präsentieren – das Museum selbst ist ein Gesamtkunstwerk. Durch die Tür einer Hobbithöhle geht es in das hauptsächlich unterirdische Gebäude, dessen Bau Mitte 2008 startete und vom italienischen Künstler Ivan Cavini als Creative Director begleitet wurde. Der schuf unter anderem eine lebensgroße Balrog-Skulptur und einen Treppenaufgang umsäumt von den Argonath. Alle Räume sind so in mittelirdischem Ambiente gestaltet.

Greisinger sammelt seit 2005 und hat seitdem etwa 600 Gemälde, über 3.000 Bücher von und über Tolkien und zigtausende weitere Sammlungsstücke zusammengetragen. „Die Idee zum Museum hatte ich gleich zu Beginn meiner Sammelleidenschaft“, erzählte er uns in einem Interview. „Die Zahl der Unikate ist extrem groß.“ Ein besonderes Lieblingsstück hat er dabei nicht. „Das Museum selbst ist wohl das tollste Stück der Sammlung.“

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Gandalfs Feuerwerk bei der großen Einweihungsparty

Bei der großen Einweihungsparty Anfang September konnten geladene Gäste aus der ganzen Welt das Museum bereits erkunden. Es gab unter anderem eine Verlosung einer Original-Zeichnung von Donato Giancola, sieben Alphornbläser sorgten für passende musikalische Untermalung mit Lokalkolorit, ein Harfenspieler unterhielt mit zarten Tönen und die Nacht wurde von Feuerspuckern und einem Feuerwerk, natürlich von Gandalf, erhellt. Unter den 125 Gästen tummelten sich viele Künstler, unter anderem Ivan Cavini, Angelo Montanini, Diego Iaconfcic, Maria DiStefano, Anke Eißmann, Poul Dohle, Daniel Nachbaur, Michel Marchand und Jay Johnstone. Roger Garland und Cor Blok mussten leider beide aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen.

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Glorfindel von Anke Eißmann – hängt nun auch im Greisinger Museum

Die vielen ausstellenden Künstler-Kollegen bei der Einweihung zu treffen fand Anke Eißmann, DTG-Mitglied und Layouterin des Flammifer von Westernis, besonders spannend. „Das Highlight war eigentlich, die vielen Tolkienbegeisterten aus aller Welt zu treffen“, erzählte sie uns. Eißmanns eigenes Stück in der Sammlung ist das Aquarell „Glorfindel“ aus dem Jahre 1998. „Generell bin ich sehr zurückhaltend, was den Verkauf von Originalen angeht, aber in diesem Fall wusste ich ja, wo es landet und ich fühlte mich schon geehrt, dass Bernd eins meiner Werke seiner Sammlung hinzufügen wollte. Auch hatte er mir genau erklärt, wo es hängen sollte und dass es farblich und von der Stimmung her gut zu den anderen Bildern in dem Raum (Gondor) passt. Naja, da konnte ich schlecht nein sagen, oder?“

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Alles im Rahmen

Eißmann hat die Ausstellung sehr gut gefallen. „Ich hatte vorher schon einige Fotos von seiner Entstehung gesehen und war natürlich gespannt, wie besonders die Skulpturen und die Gestaltung der Räume in echt wirken.“ Am meisten hat sie sich auf die Originalbilder der Sammlung gefreut. „Und da wurde ich nicht enttäuscht. Zwar fehlte bei der Eröffnung noch die Beschilderung der Werke, aber einen Großteil habe ich so wiedererkannt, da ich die Bilder aus einer Reihe von Veröffentlichungen kannte. Und es war toll, sie im Original zu sehen.“ Ihr Lieblingsstück ist das Aquarell der Schlacht auf dem Pelennnor von Alan Lee. „Ich bin immer wieder baff, wie der mit Aquarellfarben umgeht. Es zeigt mir jedes Mal, dass ich noch viel zu üben habe.“ Ein kleiner Makel sind für sie persönlich nur die teilweise sehr opulenten Rahmen, die sie zu mächtig für die Bilder fand. „Ich denke sie waren so gewählt um zum Gesamtkonzept der jeweiligen Räume zu passen, aber hier wäre weniger mehr gewesen, besonders bei eher zarten und filigranen Werken.“

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Bernd Greisinger durchtrennt das rote Band bei der Eröffnung

Ab dem 1. Oktober öffnet die Ausstellung nun auch für Gäste. Es gibt keine festen Öffnungszeiten; Besucher müssen sich über die Website voranmelden, bekommen dann allerdings auch eine ausführliche Führung durch das Haus, wahlweise auf Deutsch, Englisch, Französisch oder Italienisch. Bis dahin bleibt Greisinger noch einiges an Vorbereitungen. „Es gibt kein Ausruhen nach der offiziellen Eröffnung. Dazu habe ich genug Zeit, wenn ich unter der Erde liege …“

Bilder: Bernd & Wolfgang Greisinger, Alessio Vissani

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